550 Menschen bei Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen in Aue

NPD-Politiker Stefan Hartung hatte zur Versammlung auf dem Auer Altmarkt aufgerufen. Neben den allgemeinen Auflagen für Versammlungen gelten Auflagen des Infektionsschutzes.

Aue-Bad Schlema.

Rund 550 Menschen aus der Region haben am Sonntagabend in Aue gegen die Zwangsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Krise demonstriert. Eingeladen hatte Stadt- und Kreisrat Stefan Hartung (NPD), der betonte, es gehe nicht um Parteipolitik. "Ich bin froh, dass sich so viele Menschen zusammengefunden haben, um gegen diesen Wahnsinn zu protestieren", sagte er unter Beifall. Er forderte, die Einschränkungen im Alltag aufzuheben und stattdessen Risikogruppen gezielt zu schützen. Die Internistin Gerlind Läger aus Oelsnitz/E. sagte, es müsse endlich eine wissenschaftliche Bewertung der Situation durch Mediziner erfolgen. Die Polizei war mit 140 Beamten im Einsatz, die Kundgebung endete mit einem Marsch durch die Innenstadt. "Da die Mehrzahl der anwesenden Personen dieser Auflage zunächst nicht nachkam, mussten Einsatzkräfte den Versammlungsleiter sowie dessen Ordner wiederholt zur Durchsetzung der Mund-Nasen-Schutzpflicht ermahnen", teilt die Polizei am Abend mit. Zu Straftaten kam es nicht. (mu/sane)

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1717 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    5
    mops0106
    04.11.2020

    @OlafF:
    Da ich selbst Risikopatient bin, treffe ich meine Bestandsaufnahme bewusst. Ich hätte seit Jahren eine FFP2/3-Maske tragen können; habe mich dagegen entschieden, da ich da schwerer Luft bekomme und so schon Probleme habe bei der Ausatmung des CO2. Genauso können alle anderen Risikopatienten eine Entscheidung dafür oder dagegen treffen. Aber ich verlange nicht, dass andere für mich eine Maske tragen! Ich kann mich nicht erinnern, dass sonst die ganzen Risikopatienten mit einer Maske herumliefen, obwohl sie jeden Tag des Lebens von Viren und Bakterien umgeben sind. Wenn wir Wirtschaft, Dienstleistungen, Kultur, sozialen Zusammenhalt etc. ständig herunterfahren, gibt es nicht nur kein Geld mehr für Gesundheitsschutz, sondern es wird bald überhaupt nichts mehr geben, was hochzufahren ist. Das ist dann kein Leben mehr. Coronaviren kann man nicht besiegen. Wir müssen lernen, damit zu leben. Persönliche Angriffe haben zugenommen im Forum. Vielleicht ein Hinweis für die Mods.

  • 4
    6
    mops0106
    04.11.2020

    @pcomment:
    Die Äußerungen von Hrn. Gauland sind nicht zynisch, sie entsprechen der Realität.
    @Gebirger:
    Die von mir genannten Zahlen kann man der Statistik entnehmen. Da brauchen Sie nicht unsachlich werden. Es sterben jeden Tag viele Menschen an Krankheiten/Altersschwäche in unserem Land. Seit 8 Monaten wird die Angst der Menschen vorm Tod täglich geschürt. Westliche Gesellschaften verdrängen das Thema sonst. Wo bleiben die täglichen Statistiken bei den vielen Menschen, die an Krebs, Lungenkrankheiten, MRSA-Keimen, sonstigen Krankheiten verstärkt durch Influenza-Viren usw. sterben?
    Menschen in Heimen müssten gerade in der Grippesaison schon immer besser geschützt werden, was auch ohne Isolation möglich ist.
    @Maresch: Die Risikopatienten, die Sie ansprechen, können/müssen sich selbst schützen. Diese können eine FFP2/3-Maske tragen, wenn sie es möchten. Sie hätten es, falls gewünscht, auch schon vorher tun können z.B. bei Krankheiten/ Therapien, die das Immunsystem schwächen.

  • 4
    5
    OlafF
    04.11.2020

    @mops0106: Volle Zustimmung. Die Menschen haben ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Der Schutz von Risikogruppen z. B. in KH und in Gemeinschaftseinrichtungen mit gleichzeitigem Schutz vor sozialer Verwahrlosung ist absolut richtig. Die meisten Menschen der älteren Risikogruppen leben zu Hause und wollen die verbleibende Lebenszeit selbstbestimmt gestalten. Die wenigsten wünschen sich ein Leben in Isolation oder im Extremfall außerhalb ihrer Wohnung auf Intensivstationen zu verlängern. Wer sich freiwillig zu Hause in Isolation begeben möchte und bis zu letzt alle möglichen lebensverlängernden Maßnahmen ausschöpfen will, der hat genau das selbe Recht. Diese gesamtgesellschaftliche Debatte findet jedoch nicht statt. Im Gegenteil, sie wird nur in eine Richtung geführt, wie man an den persönlichen Angriffen gegen Ihren Standpunkt sehen kann. In Schweden akzeptiert die Gesamtgesellschaft diese Einstellung, genau wie in vielen anderen europäischen Ländern, nur in D nicht.

  • 7
    5
    Gebirger
    03.11.2020

    Wenn der Herr Hartung sich eine klare Lage über die Verbreitung und die Auswirkungen des Coronavirus machen möchte, kann er doch als Stadtrat 3 mal die Woche für ein paar Stunden als Pflegehilfskraft in einem Pflegeheim arbeiten. Dort sucht man gerade händeringend Personal. Nebenher kann er auch ein paar Kenntnisse in Respekt, Anstand, Fürsorge und Ehtik auffrischen. Aber bitte immer Abstandsregeln einhalten.

  • 5
    5
    Gebirger
    03.11.2020

    @mops0106
    Es sterben täglich 2600 Menschen in Deutschland, hoffentlich sind sie in 3 Wochen nicht in dieser Statistik dabei.

  • 9
    7
    pcomment
    03.11.2020

    @mops: Und genau solche Äußerungen wie die von Gauland sind in meinen Augen an Zynismus nicht zu überbieten. Denn genau diese Partei wäre die erste, die in lautes Wehklagen verfallen würde; inkl. Vorwürfen an die Regierung, dass sie nicht ausreichend agiert; wenn es noch mehr Infizierte und Tote geben würde. Nur gegen alles zu sein, ist eben keine Lösung.
    Und zu den Risikogruppen: Es sind schätzungsweise 20 Mio. Menschen Teil der Risikogruppe (vorhin im Dlf gehört). Es ist einfach nicht realistisch, dass man 20 Mio. Menschen anders schützt als alle anderen. Es geht nur, wenn alle oder wenigstens annähernd alle bei den Maßnahmen mitziehen.

  • 10
    5
    kartracer
    03.11.2020

    @241814 ich verstehe nicht ganz, was Sie meinen, AUF einen Notstandmodus zu beharren, oder in einem Notstandsmodus zu VERHARREN?
    Ich glaube, Sie ahnen nicht einmal ansatzweise, was ein echter Notstandsmodus ist.
    Wenn Hartung folgendes sagt: "Er forderte, die Einschränkungen im Alltag aufzuheben und stattdessen Risikogruppen gezielt zu schützen." und sich keiner an genau diese Regeln hält, nämlich Abstand und MNS, stellt sich die Frage, was wollten diese ca. 500 Leute dort???

  • 7
    10
    mops0106
    03.11.2020

    Es müssen die Risikogruppen geschützt werden. In Heimen z.B. gibt es Möglichkeiten, ohne die Menschen zu isolieren wie im Frühjahr: Besuchszimmer, Schnelltests, richtige Masken. Mit den Masken ist auch ein Verlassen des Heimes möglich, wenn gewünscht. Wer in seiner Wohnung gepflegt wird und in der Lage ist, eine Entscheidung zu treffen, muss auch selbst entscheiden dürfen, ob er geschützt werden möchte und wie weit der Schutz geht.
    Die von @Maresch genannten Risikogruppen können und müssen sich selbst schützen. Wer eine Krebsbehandlung durchläuft, ist auch nicht ständig draußen unterwegs. Jeder, der es möchte, kann eine FFP2/3-Schutzmaske tragen, falls gewünscht.
    "Eine Corona-Diktatur auf Widerruf ist keine Lösung. Wir müssen abwägen - auch um den Preis, dass Menschen sterben." Hier hat Hr. Gauland meiner Meinung nach recht. Es sterben in unserem Land täglich ca. 2600 Menschen, wöchentlich 16000-20000, jährlich 950000.

  • 5
    6
    241814
    03.11.2020

    @ mrkssdl
    Einverstanden. Dann wäre es auch an der Zeit, demokratisch gemeinsam zu handeln und nicht in einem Notstandsmodus zu beharren.

  • 10
    6
    pcomment
    02.11.2020

    Ein Vertreter der NPD als Retter der Freiheit und Demokratie. - Suchaufgabe: Finde den Fehler!

  • 34
    9
    872889
    02.11.2020

    Aha, haben die Organisatoren auch schon mal was von “Volksgesundheit“ gehört?

  • 51
    17
    FromtheWastelands
    02.11.2020

    Wer wissen will warum wir wieder in einen Lockdown müssen, einen der Gründe haben wir hier (wieder mal).
    Kein Abstand, keine Masken, Schlimmschlimmschlimm-Geplärre und vor einem Nazi Männchen machen dem die Gesundheit derer die vor ihm stehen offensichtlich scheißegal ist. Und die Polizei steht daneben und glotzt bloß (wieder mal) während direkt vor ihr auf die Regeln gespuckt wird die sie anderswo mehr oder weniger rabiat durchsetzt.

  • 51
    12
    Maresch
    02.11.2020

    Wie soll man die heterogenen Risikogruppen gezielt schützen? Zu den Risikogruppen zählen:

    Ältere Menschen

    Schwangere Frauen

    Erwachsene mit folgenden Vorerkrankungen:

    Bluthochdruck
    Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    Diabetes
    Chronische Atemwegserkrankungen
    Krebs
    Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
    Adipositas Grad III (morbid, BMI ≥ 40 kg/m2)

    Nehmen wir mal, die Beschränkungen werden nach dem Wunsch des Herrn Hartung aufgehoben. Wenn dann die Infektionszahlen weiter exponentiell steigen, vermehrt Menschen auf der Intensivstation landen und sterben, trägt er dann auch die politische und rechtliche Verantwortung dafür? Mit Sicherheit nicht!

  • 53
    7
    mrkssdl
    02.11.2020

    @241814

    Demokratie bedeutet NICHT, dass jeder Einzelne jederzeit darf, was er momentan gerade will und jeder einzelne ein komplettes Recht auf Durchsetzung hat. Wie soll das gehen? Demokratie bedeutet ein IMMER WIEDER AUF'S NEUE gesittet, klar geordnetes Aushandeln eines GEMEINSAMEN Weges. Am Besten auf Grundlage von Fakten, in Abwägung mit dem Durchsetzbaren. Das ist meistens sehr anstrengend und so gut wie nie bekommt man alle unter einen Hut, sondern immer muss nahezu jeder Kröten schlucken. Kompromisse halt. Das ist echt nervig, aber noch immer der beste aller möglichen Wege für ein Zusammenleben vieler verschiedener Menschen und Lebensentwürfe. Was wäre die Alternative? Die alternativlose Herrschaft einer einzelnen Meinung?

    Und natürlich gibt es unter den aktuellen "Corona-Maßnahmen" wirklich echt existenzbedrohende Fälle. Das bestreitet doch auch KEINER. Reden wir also lieber ernsthaft drüber, wie wir da helfen können ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten.

    Glück auf!

  • 77
    17
    DerGebirger
    02.11.2020

    @DS91:

    In der Tat erschreckend.

    Vor wenigen Tagen erst erschien hier das Interview mit dem ärztlichen Direktor der Klinik in Aue über die aktuellen Entwicklungen und am Sonntag treffen sich so viele Menschen auf engstem Raum in Aue ohne MNS. Ich habe da mittlerweile keinerlei Verständnis mehr.

    Passend ein Zitat aus dem Interview von Herrn Wallenborn:

    "Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Einhaltung der Maßnahmen wie das Tragen von Mund-Nasen-Schutz, genügend Abstand und freiwillige Kontaktreduktion ausreichen würde, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Die Erfahrungen der letzten Wochen haben uns jedoch gezeigt, dass diese Einsicht nicht überall gegeben ist und Diskussionen darüber zur Tagesordnung gehören. Aus diesem Grund sind behördliche Anordnungen notwendig."

    Die Menschen gehen gegen die Verschärfung der Maßnahmen auf die Straße, verursachen sie aber indirekt selbst, weil sie nicht mal bereit sind, die einfachsten Maßnahmen (AHA-Regel, MNS) mitzutragen.

  • 22
    76
    241814
    02.11.2020

    Ja, erschreckend. Haben Sie bis vor kurzem eventuell in einem anderen Land gelebt und sind erst seit Ende Oktober in Sachsen ?
    Erschreckend ist, was seit März in diesem Land so abgeht. Wie Demokratie mit den Füßen getreten wird und man sich dann echauviert, das dies den Rattenfängern am rechten Rand die Leute zulaufen. Aber da dies hier ja eher die Mehrheit so sieht wie DS91, zumindest an den Bewertungen abzulesen, kann einem wirklich Angst und Bange werden.

  • 77
    20
    DS91
    02.11.2020

    Ein Mund-Nasenschutz ein Abgesagter Weihnachtsmarkt und 4 Wochen Einschränkungen reichen und schon laufen die Menschen der NPD hinterher.

    Erschreckend!