Gericht verurteilt Lehrer wegen sexuellen Missbrauchs

Zunächst freigesprochen, muss der Pädagoge nun für fast vier Jahre ins Gefängnis.

Aue/Chemnitz.

Im Prozess wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ist ein ehemaliger Lehrer (heute 56) aus dem Erzgebirge am Freitagnachmittag am Landgericht Chemnitz zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Zwei seiner Schülerinnen (heute 22, 33) hatten angezeigt, dass sich der Mann in ihrer Grundschulzeit sexuell an ihnen vergangen hatte. Er war damals auch ihr Sporttrainer gewesen. Die Taten liegen in dem einen Fall rund zehn, im anderen etwa 20 Jahre zurück.

"Es ist schlechterdings unvorstellbar, dass die Vorwürfe erfunden sein könnten", sagte Richter Frank Schmidt in seiner Urteilsbegründung. Zahlreiche Widersprüche in den Zeugenaussagen führte das Gericht auf die lange Zeit zurück, die seit den Taten vergangen ist.

Die 22-jährige Geschädigte war zur Urteilsverkündung gekommen. Durch den Richterspruch habe sie sich ihre Souveränität zurückgeholt, die sie damals als Kind verloren habe, sagte sie. "Ich möchte damit abschließen, aber das ist ein Prozess, der wird einen ein Leben lang begleiten."

Am Amtsgericht Aue war der Lehrer in erster Instanz in ihrem Fall freigesprochen, im Fall der heute 33-jährigen Geschädigten zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. In der jetzigen Berufungsverhandlung am Landgericht wurden beide Verfahren neu aufgerollt. Der Angeklagte wurde für sexuellen Missbrauch an beiden Mädchen verurteilt.

Sein Verteidiger Reinhard Röthig hat Revision am Oberlandesgericht Dresden angekündigt.

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