Ein Vogel, zwei Fässer Bier, 14 Jahre Anlauf

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Daniel Wohlgemuth ist neuer Schützenkönig von Niederlauterstein. Für den 33-Jährigen ist es der erste Titel. Und dafür muss er ganz schön tief in die Tasche greifen.

Niederlauterstein.

Daniel Wohlgemuth grinst über das ganze Gesicht. Auch ein paar Tage nach seinem großen Triumph sieht man dem 33-Jährigen die Freude über seinen ersten Erfolg beim traditionellen Niederlautersteiner Vogelschießen an. "Wenn man gebürtiger Niederlautersteiner ist, muss man ein Haus bauen, einen Baum pflanzen, ein Kind zeugen und eben Schützenkönig werden", sagt Wohlgemuth mit einem Lächeln. Bis auf das Kind habe er nun alles geschafft. Für letzteres mangele es noch an der Frau, meint er.

Seine Freude über den diesjährigen Erfolg ist auch deshalb so groß, weil er inzwischen seit 14 Jahren dem hölzernen Vogel den Kampf angesagt hat. "In den vergangenen 13 Jahren war ich richtig ehrgeizig, wollte es unbedingt packen, weil mein Vater auch schon Schützenkönig ist. Doch es wurde immer nichts. Dieses Jahr bin ich es dagegen eher locker angegangen, und es hat geklappt", verrät der gelernte Industriemechaniker sein Erfolgsrezept.

Der wievielte Schützenkönig der 33-Jährige in der 63-jährigen Historie des Volksfestes ist, kann Eckhard Oettel, 1. Vorsitzender des Heimatvereins Niederlauterstein, aus dem Stegreif nicht exakt sagen. Das liegt daran, dass einige Schützen jeweils zwei Titel auf dem Konto haben. Darunter sei auch eine Frau. Dreimal zu gewinnen ist indes noch niemandem geglückt. Vielleicht schafft ja Daniel Wohlgemuth, der mittlerweile in Marienberg wohnt, das Kunststück. Er will seinen Titel 2023 auf alle Fälle verteidigen.

Bis dahin kann er noch ein bisschen sparen, denn Schützenkönig sein gibt es nicht zum Nulltarif. Der Gewinner erhält zwar für den Sieg ein 50-Liter-Fass Bier. "Ich habe an dem Abend aber noch ein zweites kaufen müssen. Zudem kostet das zwei Schnapsrunden und ein Abendessen für die Schützengilde. Das waren am Ende rund 400 Euro", so der 33-Jährige. Diese Summe muss er in einem Jahr wohl noch einmal einplanen, wenn ihn die Schützengilde ganz traditionell zur Verteidigung seines Titels von zuhause abholt. Auch dann muss er sie vor dem Aufbruch gen Niederlauterstein erst einmal verköstigen. Doch das ist es Daniel Wohlgemuth wert, der etwa mit seinem zehnten Schuss den letzten Rest des Vogels abgeräumt hat.

Trainiert wird das Armbrustschießen übrigens nicht, versichert Wohlgemuth. Das gibt es nur einmal im Jahr - beim Vogelschießen.

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