Braune Puppe an Brücke in Schwarzenberg hat wohl ein Nachspiel

Polizei will Fund der Staatsanwaltschaft in Chemnitz melden

Schwarzenberg.

Eine braune Puppe, die am Freitag von an einer Brücke in Schwarzenberg hing, hat vermutlich ein juristisches Nachspiel. Wie die Polizei berichtet, wolle man den Fall jetzt doch zur Prüfung an die Staatsanwaltschaft in Chemnitz "herantragen". Ein Polizeisprecher hatte am Sonntag auf Nachfrage zunächst erklärt, das Aufhängen der Puppe sei "ohne strafrechtliche Relevanz". Zu Spekulationen, ob damit die Hinrichtung eines Menschen dargestellt werden soll, sagte er: "Da kann man viel hineindeuten."

Bilder der Puppe zeigen jedoch, dass diese mit einem Seil um den Hals vom Eisenbahnviadukt über dem Kreisverkehr der Bundesstraße 101 baumelte. Der Mann, der die Figur am Freitag dem Auer Polizeirevier meldete, ist deshalb davon überzeugt, dass sie das Aufhängen eines Ausländers symbolisieren soll. "Es ist für mich ein Aufruf zur Nachahmung, zur Lynchjustiz", sagt er.

Laut Polizei ist das Aufhängen der Puppe an sich nicht strafbar, womöglich aber die Symbolik dahinter. Weil keine Gefahr für den Straßenverkehr ausging und das Betreten einer Bahnbrücke mit gewissen Risiken verbunden ist, hatten Beamten die Puppe am Freitagnachmittag zunächst hängen lassen. Stattdessen informierte man die Bundespolizei, die sie offenbar später entfernte.

Einen Tag nach Fund der Puppe hatten sich in der Stadt schätzungsweise 300 Leute zu einem "Sommerabend" des rechtsextremen Vereins "Freigeist" in der Stadt getroffen. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist laut Polizei unklar. (juef)

Bewertung des Artikels: Ø 2 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...