Per Mitarbeiter-App erfahren, was in der Firma passiert

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Ein Workshop zur Unternehmenskommunikation hat völlig neue Möglichkeiten aufgezeigt. Die Teilnehmer wurden aber auch für Probleme sensibilisiert.

Zwönitz.

Hat das Schwarze Brett ausgedient? Welche Erwartungshaltung haben Mitarbeiter in Hinsicht auf die Unternehmenskommunikation? Ist das Intranet noch zeitgemäß? Zahlreiche Fragen standen beim Workshop "Mitarbeiterkommunikation: Reden ist Silber, Software ist Gold?" in der Brauerei Zwönitz im Raum. 13 Unternehmen nahmen das kostenfreie Angebot des Mittelstand-Digital Zentrums Chemnitz, das der Wirtschaftsförderung Erzgebirge angegliedert ist, an. Matthias Haase, Projektmanager Mittelstand-Digital sagte: "Insgesamt hatten sich 20 angemeldet."

Zu den Referentinnen gehörte Christiane Heinold, die Leiterin Personal der Diamant-Fahrradwerke Hartmannsdorf. In ihrem Unternehmen wird seit cirka einem Jahr mit einer Mitarbeiter-App in der internen Unternehmenskommunikation gearbeitet. Heinold, die per Video-Call zugeschaltet war, rührte dafür die Werbetrommel. Bei der Auswahl der App war es ihrem Unternehmen wichtig, dass neben Deutsch als Sprache auch Polnisch, Tschechisch und Englisch verfügbar ist. "Da gibt es nicht so viel, die das können."

Die meisten Nachfragen aus den Reihen der Teilnehmer kamen zum Thema Kommentare. "Sie können die Kommentare ausschalten. Das ist auch mit der Like-Funktion möglich", erläuterte Heinold. Auch das Differenzieren der Lesbarkeit sei unproblematisch möglich. "Artikel können nur für bestimmte Zielgruppen freigeschaltet werden", erläuterte die Personalchefin von Diamant. Ihr Eindruck sei, dass die Mitarbeiter sorgfältig mit dem neuen Kommunikationsmitteln umgehen. Ein einziges Mal beispielsweise habe sie einen Kommentar löschen müssen. Bei 400 bis 600 Mitarbeitern - so viele Menschen stehen bei den Diamant-Fahrradwerken in Lohn und Brot - gebe es fünf Administratoren.

Oft seien es die kleinen Geschichten, die auf große Resonanz und Interesse stoßen. Als Beispiel nannte Christiane Heinold die Information darüber, welches Rad sich gerade auf dem Band befindet, auch ein besonders schöner Weihnachtsschmuck, um den sich die Azubis gekümmert haben, der Interesse auf sich zieht. "Mittlerweile gibt es auch einen Redaktionsplan, der schnell und unkompliziert angepasst werden kann", berichtete Heinold. Auf keinen Fall könne die App den persönlichen Kontakt im Unternehmen ersetzen. "Unsere Präsenzmeetings bleiben davon unangetastet."

Referentin Dominique Teuber, die Unternehmen unter anderem im Bereich Arbeitgeberattraktivität berät, spricht in Sachen Mitarbeiter-App von einem Markt, der innerhalb kürzester Zeit sehr stark gewachsen sei und weiter wachse. Gerade deshalb seien eine gute Beratung und Analyse ganz wichtig. Schließlich entstehen durch eine solche App auch Kosten fürs Unternehmen. Von 199 Euro bis zu 30.000 Euro können für eine Jahreslizenz notwendig werden. Die Qualität der einzelnen Apps sei sehr unterschiedlich. Vor allem auf Datensicherheit müsse Wert gelegt werden. Deshalb sei eine genaue Analyse sehr wichtig. "Gerade, wenn es um Arbeitgeberattraktivität geht, ist die Unternehmenskommunikation ganz wichtig", so Beraterin Teuber. "Mitarbeiter wollen mitgenommen werden."

Nadja Schrödter von der Personalabteilung bei der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE) hatte eine ganz konkrete Ambition, die Einladung zum Workshop von Matthias Haase, Projektmanager Mittelstand-Digital, anzunehmen: Man wolle digital aufrüsten. Gerade angesichts der vielen RVE-Standorte sei eine digitale Lösung angezeigt. Ob eine App tatsächlich die Mitarbeiterzeitung, die einmal im Quartal erscheint, ablösen kann, werde sich zeigen.

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