Rasanter Audifahrer filmt Fahrt mit Dash-Cam - mehrere Anzeigen

Die Aufzeichnung per Dash-Cam verstößt gegen die Datenschutz-Grundverordnung. Zudem wird der Audifahrer wohl seinen Führerschein abgeben müssen.

Neukirchen/Erz. .

Die Polizei hat einen Audifahrer aus dem Verkehr gezogen, der nicht nur zu dicht auf andere Fahrzeuge aufgefahren ist, sondern zudem die Fahrt mit einer Dash-Cam an der Frontscheibe aufgezeichnet hatte. Das ist in Deutschland nicht erlaubt.

Laut Polizei war der Audi am Freitagvormittag auf der A 72 Beamten der Verkehrspolizei aufgefallen, weil er im dichten Verkehr schnell voran kommen wollte und dabei den Mindestabstand zu vorausfahrenden Autos nicht eingehalten hatte. Diese Fahrweise filmte die Polizei mit der ProViDa-Kamera. Auf der Neefestraße in Chemnitz hielten die Beamten den Audi an. Der Fahrer (52) bestritt sein Fehlverhalten und verwies auf eine im Auto an der Frontscheibe angebrachte Dash-Cam hin. Auf dieser hatte er seine gesamte Fahrt dokumentiert. "Dies stellt jedoch einen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung dar, da damit eine Videoüberwachung des öffentlichen Raumes durchgeführt wurde", teilt die Polizei mit. Es wurde Anzeige erstattet. Zudem drohen dem Mann für den Abstands-Verstoß zwei Punkte in Flensburg, 160 Euro Bußgeld sowie ein Monat Fahrverbot. (sane)

2Kommentare
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  • 4
    1
    Zeitungss
    08.01.2020

    Die rechtliche Seite ist Behördengummi und für den Laien nicht richtig zuzuordnen. Eine gut ausgerüstete Kamera ist durchaus als Fahrtenschreiber einsetzbar und zur Richtigstellung manches Behördenvorwurfs gebrauchsfähig, was man verständlicherweise keinesfalls möchte, diese sind bekanntlich fehlerfrei.
    Wenn ich meine Fahrt für private Zwecke aufzeichne, sollte das kein Problem sein, mit anderen Kameras wird auch durch die Gegend gefilmt, wo keiner seinen Segen dazu geben muss. Klare Linie wäre hier nötig und nicht zig Hintertüren mit schwammigen Formulierungen. Einheitliche Regelungen für die EU wird Wunschdenken bleiben, deshalb sind wir bekanntlich eine Gemeinschaft.

  • 11
    1
    AchimAdams
    07.01.2020

    Für Privatpersonen gilt die DS-GVO aber nicht, solange ausschließlich für den privaten (persönlichen oder familiären) Bereich gehandelt wird: Artikel 2 Absatz (2) c.

    Weiterhin gilt in Deutschland die Panoramafreiheit: alles was ich auf normalem Wege im öffentlichen Bereich einsehen kann, darf ich als Privatperson auch filmen.

    Erst wenn ich die Aufnahmen veröffentlichen will, greifen verschiedene Gesetze an die ich mich halten muss.



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