Siebtklässler hat eigenes "Wechselmodell"

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Auf dem Weg zum Abitur: "Freie Presse" begleitet Schüler der drei Gymnasien im Altkreis von der 5. bis zur 12. Klasse. Wie erleben sie ihre Schulzeit, wie ändern sich ihre Vorstellungen vom Leben, wie meistern sie Herausforderungen? Heute: Max Seidel vom Stollberger Carl-von-Bach-Gymnasium.

Neukirchen.

Das 7. Schuljahr ist geschafft. Max Seidel vom Carl-von-Bach-Gymnasium in Stollberg freut sich nicht nur übers gute Zeugnis, sondern nun auch auf die Ferien. Gemeinsam mit seinen Eltern und der Schwester wird er Urlaub in Österreich machen, und auch ein Aufenthalt im Kinder- und Erholungszentrum KIEZ in Schneeberg ist wieder geplant.

Wie für alle Schüler liegt auch hinter dem Neukirchener ein zweites Corona-Schuljahr mit nur wenigen Schulbesuchen. In der Zeit des Lockdowns, als Lernen daheim anstand, hab er sein "eigenes Wechselmodell" entwickelt, erzählt Max. Er wohnte und lernte nämlich eine Woche daheim bei seinen Eltern und die andere bei seiner nicht weit entfernt lebenden Oma.

Was er schade findet: Auch im zweiten Schuljahr unter Pandemiebedingungen gab es kaum Videounterricht. "Höchstens einmal die Woche", sagt er. Und auch nicht in allen Fächern. Zumeist wurde das Portal "Lernsax" genutzt und es mussten schriftlich Aufgaben gelöst werden. Gerade im Englisch- und im Französischunterricht hätte er es gut gefunden, die Sprache auch hören und sprechen zu können. "Aber da haben wir alles nur schriftlich gemacht." Darum suchte er sich auch eine private Nachhilfe für die beiden Fremdsprachen, erklärt der 13-Jährige. Auf dem Halbjahreszeugnis stand mangels erteilter Noten in den Fächern Geschichte und Gemeinschaftskunde auch nur "teilgenommen", aber im zweiten Halbjahr sei das mit Aufgaben, die bewertet wurden, nachgeholt worden.

Gut fand er den Unterricht mit der Hälfte der Schüler, den es kurzzeitig im Frühjahr gab. "Der Wechselunterricht war teilweise sehr entspannt. Weil es weniger Schüler waren, war es viel leiser als normalerweise." Als Mitte Juni nach der langen Homeschoolingzeit der normale Unterricht wieder begann, sei das richtig ungewohnt gewesen. "Und es war auch anstrengend, weil viel aufgeholt werden musste." Eine große Erleichterung war für Max dann der Wegfall der Maskenpflicht - wegen seines Heuschnupfens.

Sein Ausgleich zum Homeschooling und dem damit verbundenen langen Sitzen vorm Computer? "Ich musste spazieren gehen", sagt Max mit einem Blick zu seiner Mutti und lacht. Abwechslung in die verordneten Runden zu Fuß bringt seit einiger Zeit allerdings ein vierbeiniges Familienmitglied: Elli. Denn die Familie musste sich im August vergangenen Jahres von ihrer hochbetagten Katze Lisa trennen, die zuletzt sehr krank war und eingeschläfert wurde. Schon vorher habe man in der Familie darüber gesprochen, dass man sich ein neues Tier anschaffen möchte. Dass die Entscheidung schließlich zugunsten eines Hundes fiel, findet Max gut.

Was seine Hobbys betrifft, so hat es durch Corona auch da Veränderungen gegeben. So kam die Jugendwehr wegen der Pandemie so gut wie nicht zusammen, um die Einsatzbereitschaft der aktiven Feuerwehr nicht zu gefährden. Seine Mitgliedschaft im Musikzug, der ebenfalls sehr lange weder proben noch auftreten konnte, hat er aufgegeben. Immer noch aktiv ist Max aber beim Kegeln - allerdings jetzt in einem anderen Verein. Denn weil sein Trainer aus Altersgründen aufgehört hat, wurde die Kegelabteilung der SG Neukirchen aufgelöst. Seit Mitte dieses Monats trainiert Max nun bei den "9 Pins" in Stollberg.

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