Personaldebatte

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Ich habe mich an dieser Stelle schon einmal negativ über den Weihnachtsmann geäußert. Ich halte ihn für einen schrecklich polternden Geschenkelieferanten, einen ungeeigneten Erziehungshelfer und einen schwachen Religionsersatz. Außerdem finde ich, dass den meisten Männern rote Zipfelmützen überhaupt nicht stehen. Ich weiß, dass ich mich jetzt bei vielen unbeliebt mache.

Eine Ausnahme ist natürlich mein Mittlerer. Wenn er die Zipfelmütze aufsetzt, die wahrscheinlich irgendein nichtexistenter Geschenkelieferant bei uns vergessen hat, ist er unbestreitbar eins der drei hübschesten Kinder der Welt.

Zum Weihnachtsmann hat der Dreijährige seine eigene Vorstellung: „Der Weihnachtsmann ist ein Jahr alt. Der ist ein Baby!“ Bleibt nur die Frage, wie so ein kleiner Mann die Geschenke transportieren soll. Und den Schlitten lenken. Wir werden uns das mal ganz genau anschauen müssen. Schließlich fragte der Sohn auch: „Wann sehen wir mal wieder ein Rentier?“ Leider hat er noch nie eins gesehen. Vor dem Sommerurlaub in Schweden hatte ich ihm Rentiere versprochen. Doch dann waren wir im Süden des Landes unterwegs. Wir sahen Elche, Pippi Langstrumpf und den Geburtsort der Brio-Holzeisenbahn. Aber kein Rentier. Merke: Auch das Paradies hat Lücken.

Nun lässt sich der Weihnachtsmann ungern auf die Finger schauen. Schon gar nicht von Leuten, die nicht an ihn glauben. Um die Geschenke muss ich mich wohl selbst kümmern. Oder ich bitte das Christkind um Hilfe. Vielleicht haben auch der Nikolaus oder Knecht Ruprecht noch was übrig. Weihnachtsmann, Christkind, Nikolaus, Ruprecht und diverse Weihnachtswichtel – für meinen Geschmack ist das zu viel Personal. Wie soll man den Kindern da beibringen, worum es zu Weihnachten wirklich geht? Es geht nämlich übrigens nicht nur um die Geschenke. Sondern es geht auch ums Essen.

Nein, jetzt mal im Ernst: Weihnachten ist für mich die schönste Geburtstagsparty des Jahres. Egal, wer die Geschenke bringt. Irgendwer wird es schon übernehmen. Der Mittlere freut sich auf den geschmückten „O Tannenbaum“ und möchte wissen, ob das Christkind ein Fahrrad hat. Der Kleine wird wahrscheinlich bis in die Spitze des O Tannenbaums klettern und die Große wieder ein kunterbuntes Christkind malen. Den Weihnachtsmann gibt es übrigens doch. Der bin nämlich ich. Das hat mir jedenfalls mein Sohn erklärt. Um dann gleich hinterherzuschieben: „Der Weihnachtsmann sagt nie nein!“ Na, wenn das so ist … Wo ist eigentlich meine Zipfelmütze? Ich geh’ mal auf die Suche. Frohe Weihnachten!

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