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Über die Forderungen nach der "Impffrage" in Firmen.

Die Bundesregierung will ganz genau prüfen, ob sie in die Novelle des Infektionsschutzgesetzes ein Recht der Arbeitgeber hineinschreibt, den Impfstatus ihrer Beschäftigten in Sachen Sars-CoV-2 zu erfragen. Gut so. Denn das Thema ist höchst sensibel und eignet sich vor allem nicht dafür, im Wahlkampf gegen die eine oder andere Partei instrumentalisiert zu werden, weil deren Minister sich so oder so dazu äußern.

Unternehmen dürfen bereits jetzt erfahren, ob sich jemand aus der Belegschaft mit dem Virus angesteckt oder seinen Urlaub in einem Hochrisikogebiet verbracht hat. Das müssen sie auch wissen, um andere Beschäftigte zu schützen und die Abläufe in der Firma zu sichern. Aber sollte eine solche Ausnahme von den Datenschutzregeln auch für die Frage gelten, ob eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter sich gegen das Virus hat impfen lassen?

Die Arbeitgeberverbände argumentieren, das sei wichtig, um passende Schutzmaßnahmen in den Unternehmen zu ergreifen. Aber: Das müssen sie ohnehin tun. Impfungen gegen Sars-CoV-2 bieten einen sehr wirksamen Schutz, man kann sich aber nicht blind auf sie verlassen. Auch weil das Virus mutiert. Es ist gut belegt, dass sich manche Menschen trotz Impfung doch mit dem Coronavirus anstecken können. Sie erkranken meist nur leicht oder gar nicht, könnten aber andere infizieren. Eine gewisse Vorsicht ist also weiter sinnvoll.

Es ist auch ein Unterschied, ob jemand in der Freizeit ein Konzert besucht und am Einlass einen QR-Code vorzeigt oder in der Firma erklären muss, ob er die Spritze hat oder nicht. Gesundheitsdaten von Beschäftigten sind streng geschützt, weil damit allerlei Schindluder getrieben werden kann. Wer da also eine Hintertür öffnet, sollte sich das ganz genau überlegen und gute Argumente dafür vorbringen. (hr)

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