Bergstadtsommer: Was Handel und Polizei sagen

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Die vier Festtage waren von der Stadtverwaltung auch als eine Chance für Gewerbetreibende in Freibergs Altstadt gedacht - das hat aber nur zum Teil funktioniert.

Freiberg.

Aus Sicht der Innenstadthändler war der Bergstadtsommer "nicht der Burner", sagt Anke Krause, die Chefin des Freiberger Gewerbevereins. "Aber das ist auch beim richtigen Bergstadtfest so. Die Besucher wollen eher feiern als einkaufen." Zudem hatten am Samstagnachmittag und am Sonntag nur relativ wenige Läden geöffnet.

Anke Krause öffnete ihr Schreibwarengeschäft am Sonntag probeweise: Aber es habe sich nicht gelohnt. "Es war anderes Publikum unterwegs als unsere Kunden." Nach einer Stunde sei sie deshalb wieder gegangen. Die Gewerbevereinschefin sagt: "Vielleicht gibt es nächstes Jahr wieder kleine, feine Veranstaltungen in der Stadt wie 2020. Das bringt uns Händlern mehr." Jetzt freue sie sich erst einmal auf die "Nachtschicht meets Genuss-Safari" vom 11. bis 12. September.

Prinzipiell schätzt Anke Krause aber ein: "Alles, was möglich war, wurde von der Stadt möglich gemacht. Und die Leute haben es dankbar angenommen, das hat man ihnen deutlich angesehen und angemerkt." Leider habe das Wetter nicht ganz so mitgespielt, so Anke Krause. Am Sonntagnachmittag regnete und gewitterte es. Gerade Händler, die Stände oder andere Angebote wie Glücksräder im Freien aufgebaut hatten, waren betroffen.

Vier wetterbedingte Einsätze hat die Regionalleitstelle Chemnitz-Erzgebirge-Mittelsachsen am Sonntag im Raum Freiberg disponiert. "Dabei handelte es sich um kleinere Einsätze mit Wasserschaden", sagte Antje Becher von der Pressestelle der Stadt Chemnitz dazu am Montag auf Anfrage von "Freie Presse".

Bis zum Regen am Sonntag seien am Wochenende viele Kunden in sein Uhren- und Schmuckgeschäft an der Heubnerstraße geströmt, sagt Henning Pätz: "Mit dem Regenguss war dann Schluss." Er habe seinen Laden geöffnet, "damit zum Fest nicht alle Geschäfte verrammelt sind." Und diesmal habe es sich für ihn auch finanziell gelohnt.

Mit dem Bergstadtsommer vollauf zufrieden zeigte sich am Montag auch Silke Wolf, die gemeinsam mit ihrem Mann Matthias das Geschäft "Stein und Wein" an der Burgstraße betreibt. Die Tische und Stühle vor dem Laden waren am Wochenende immer gut belegt. "Es ist gut gelaufen", so Silke Wolf auf Anfrage von "Freie Presse". "Aber es ist ja unsere erste derartige Veranstaltung. Wir haben unser Geschäft erst am 31. Mai vorigen Jahres eröffnet. Insofern haben wir keinen Vergleich."

Aus Sicht der Polizei war der Bergstadtsommer "ein entspanntes Wochenende". Wie Jana Ulbricht von der Polizeidirektion Chemnitz am Montag bilanzierte, seien im Zusammenhang mit den vier Festtagen fünf Anzeigen erstattet worden: "Das ist weniger als an normalen Wochenenden." Zu den gemeldeten Delikten gehörten der Diebstahl einer Handtasche mit Ausweispapieren und etwa 100 Euro am Freitagabend auf dem Obermarkt, eine Beleidigung und ein Hausfriedensbruch - der Tatverdächtige habe einen Platzverweis nicht respektiert. Ermittelt werde zudem zu einer Körperverletzung und einer versuchten Körperverletzung, so die Pressesprecherin weiter.

Die Umstellung des Konzepts habe sich in puncto Ordnung und Sicherheit ausgezahlt. Bei früheren Bergstadtfesten sei die gesamte Innenstadt ein einziges Festareal gewesen. Beim Bergstadtsommer aber seien mehrere Festbereiche gebildet und jeweils mit Ordnungskräften abgesichert worden, erklärte die Erste Polizeihauptkommissarin: "Dadurch konnte auch frühzeitig reagiert werden."

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