Das Thema: "Beste Fotos Mittelsachsens 2015"

Der Fotowettbewerb ist eine Premiere gewesen - in mehrfacher Hinsicht. Fotografen, als Einzelkämpfer tagtäglich im Einsatz für die "Freie Presse", haben sich erstmals dem Vergleich gestellt. Diejenigen, die hinter der Kamera stehen, erhalten ein Podium. Über den Publikumspreis zur Schau kann sich der Freiberger Marcel Schlenkrich freuen.

Freiberg.

Licht, Perspektive und der perfekte Moment - alles stimmte. Marcel Schlenkrich hatte am 8. November 2015 - in der Blauen Stunde - aber auch die beste Beifahrerin, als er das Bild vom roten Sonnenuntergang hinter der Augustusburg schoss: Diese Aufnahme haben die Besucher der Wanderausstellung "Beste Fotos Mittelsachsens 2015" in den vergangenen Monaten 32-mal zu ihrem Lieblingsfoto gewählt. Dass der 30-jährige Freiberger den magischen Augenblick aber nicht verpasste, verdankt er seiner Freundin Stefanie. Diese habe ihn auf der Heimfahrt von einem Fototermin im Auftrag der "Freien Presse" im Schloss Augustusburg animiert, unbedingt anzuhalten, erzählt er. "Unterwegs nach Hause hatte ich auf der B 173 keinen Blick dafür. Die Sonne ging ja außerhalb meines Blickwinkels als Fahrer unter." Marcel Schlenkrich stoppte am Hausdorfer Arm, kurz vor Oederan. Es sei nur Minutensache gewesen, sagt er.

Warum das Foto so viele begeistert? Marcel Schlenkrich hat dafür eine einfache Erklärung: "Jeder kennt die imposante Silhouette von Schloss Augustusburg. Auch außerhalb Mittelsachsens."

So erfährt diese Momentaufnahme eine zweite Würdigung: Denn das Bild, auf der Fanseite der "Freien Presse" Flöha im sozialen Netzwerk Facebook vor gut einem Jahr veröffentlicht, wurde im Netz hundertfach geteilt. Ausgewählt von einer fünfköpfigen Jury, gehörte es im Sommer zu den 30 "Besten Fotos Mittelsachsens" die an fünf Stationen im Landkreis gezeigt wurden.

Er habe nicht gezögert, sich dem Vergleich mit den Berufskollegen zu stellen, sagt Marcel Schlenkrich. Besucher der Fotoausstellung hätten ihn angesprochen und gelobt, dass die Fotos der Tageszeitung nun ein Gesicht erhielten. "Das ist für uns ganz wichtig, die wir doch sonst ausschließlich hinter der Kamera stehen und gar nicht gern ein Fotomotiv sind." Deshalb freue er sich zwar sehr über den Publikumspreis, doch eigentlich gebe es in diesem Wettbewerb nur Gewinner, keine Verlierer. "Wir alle halten magische Momente für die Leser fest."
Für die "Freie Presse" ist der Kfz-Mechatroniker seit 2009 nebenberuflich tätig. Nach seiner Arbeit im Zwei-Schicht-Dienst bei Becker Umweltdienste, Niederlassung Freiberg, verbringt er seine freie Zeit hauptsächlich beim Fotografieren.

"Kleiner Mann geht seinen Weg", diesen Titel hat Andrea Funke diesem Wettbewerbsbeitrag gegeben. Das Foto gehört zu den 30 "Besten Fotos Mittelsachsens", die seit Juni in einer Wanderausstellung an fünf Stationen im Landkreises gezeigt wurden. Interessiert an der Meinung der "Freie Presse"-Leser hatten die Ausstellungsbesucher in einer externen Wertung die Gelegenheit, ihr Lieblingsfoto zu wählen.

 

Knapp 200 gaben ihre Stimme ab, 32-mal für das Bild des 30-jährigen Freibergers Marcel Schlenkrich, 25-mal für das Foto von Andrea Funke. Unter den Teilnehmern der Publikumswertung wurden inzwischen auch die Gewinner ermittelt. Die Preise befinden sich bereits auf dem Postweg zu den Lesern.

Lebensfreude überzeugt die Wettbewerbsjury

Eine äußerst ungewöhnliche Geschichte erzählt das Foto von Mario Hösel (Foto oben links). Das Porträt des 77-jährigen Polierers Horst Schreyer, der seit mehr als 60 Jahren in einer Polsterfabrik arbeitet, war zum Siegerfoto des Wettbewerbes "Beste Fotos Mittelsachsens 2015" gewählt worden. Sichtlich gerührt hatte der 44-jährige Wahl-Rochlitzer den Hauptpreis für seine Arbeit bei der Auszeichnungsveranstaltung im Juni in Flöha entgegengenommen. Hösel, der im Auftrag der Rochlitzer Lokalredaktion arbeitet, auch in Flöha und Mittweida kein Unbekannter ist, dokumentiert echte Lebensfreude. Darin war sich die Wettbewerbsjury, bestehend aus dem Fotografen Matthias Lippmann, "Freie Presse"-Marketing-Chefin Judith Fröhlke, Mittelsachsens Regionalleiterin Grit Baldauf, Bild-/Grafikchef Uwe Mann und der Flöhaer Lokalchefin Katrin Kablau, schnell einig. "Hier wird ein Mensch gezeigt, der Spaß bei der Arbeit hat. Der Bildaufbau stimmt, das Foto wirkt nicht gestellt - ist sozusagen perfekt inszeniert", hatte Matthias Lippmann nach dem Entscheid die einstimmig gefällte Entscheidung der Jury kommentiert.

Eine Frau zeigt in der Männerdomäne Sportfotografie ihren Kollegen, was eine Harke es. Sie überzeugt mit ihrem Foto von der Quad-Trophy am Rochlitzer Berg (Foto rechts). Den Preis "Bestes Sportfoto 2015" erhielt Andrea Funke aus Stein, einem Ortsteil von Königshain-Wiederau. Es ist die Gewalt des Augenblicks, die beim Preisträgerfoto begeistert: Der Blick des Betrachters wird direkt ins Gesicht des Quad-Fahrers geführt: Mensch und Maschine sind längst eins. Andrea Funke kam übers Schreiben zur "Freien Presse", veröffentlichte 2001 ihre ersten Texte in der Rochlitzer Ausgabe. Die Fotografie sei ihr Hobby, hatte Andrea Funke nach der Preisverleihung erklärt. Sie liebe die Motorsportveranstaltung am Rochlitzer Berg.

Diese Spielszene aus der Begegnung HSG Freiberg gegen ESV Lok Pirna begeisterte die Ausstellungsbesucher. 18-mal kam das Sportfoto von Marcel Schlenkrich in die Publikumswertung. Kein Wunder eigentlich. Der Freiberger liebt die Sportfotografie, auf Handball-Parkett wagte er sozusagen seine ersten Schritte. "Den entscheidenden Moment festzuhalten, das begeistert mich immer wieder", sagt der 30-Jährige, der sich meist einen Platz außen an der Wurflinie sichert. Sein Albtraum ist es übrigens, dass die gut gefüllte Speicherkarte der Canon ihren Dienst versagen könnte. Es wäre schrecklich, stünde die Redaktion dann ohne Fotos da.
Bei Feuerwehr und Polizei hat sich Marcel Schlenkrich über die Jahre einen Namen gemacht. Ruhig und die Distanz wahrend, macht er auf diesem Feld der Berichterstattung einen sehr guten Job. Die Nachrichtenfotos stellt er den Einsatzkräften kostenlos zur Verfügung. Diese wiederum nutzen sie für die Auswertung ihrer Arbeit.

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