Diebstahl: Wenn mit einer Tasche wichtige Unterlagen verschwinden

Franco Mitzlaff absolviert eine Ausbildung zum Industriekeramiker. Doch seine Tasche, in der sich wichtige Unterlagen für die Abschlussprüfung befanden, wurde gestohlen. Nun wendet er sich an die Öffentlichkeit und hofft auf Hinweise.

Eigentlich hatte Franco Mitzlaff sein Auto nur zehn Minuten unbeaufsichtigt gelassen. Zehn Minuten, in denen er nur kurz eine Lieferung in den Familienbetrieb in der Freiberger Korngasse bringen wollte. Aber auch zehn Minuten, die einem dreisten Dieb reichten.

Doch von vorne: Am 6. März, einem Freitag, parkt der 21-Jährige seinen Polo an der Korngasse, um eine Lieferung zu bringen. Weil der Karton aber den Kofferraum ausfüllt, stellt der angehende Industriekeramiker seine schwarze Aktentasche auf den Rücksitz. In der Tasche: prüfungsrelevante Unterlagen für seine Abschlussprüfung am 12. Mai und USB-Sticks mit Mitarbeiterunterlagen.

"Ich war keine zehn Minuten drin, als ich die Alarmanlage meines Autos hörte. Als ich raus kam, war die Seitenscheibe meines Autos eingeschlagen und die Tasche gestohlen", berichtet Franco Mitzlaff. Vom Täter keine Spur. Er zeigt den Fall bei der Polizei an, doch die macht ihm wenig Hoffnung. "Im Landkreis Mittelsachsen wurden 2018 249 Fälle von besonders schweren Falls des Diebstahls an oder aus Autos erfasst. Die Aufklärungsquote lag bei 11,2 Prozent", erklärt Doreen Göhler, Pressesprecherin der Polizeidirektion Chemnitz, auf Anfrage der "Freien Presse". Für das Jahr 2019, für das noch keine Zahlen vorliegen, rechne man mit sinkenden Fallzahlen und einer höheren Aufklärungsquote.

Insgesamt entstand im Falle von Franco Mitzlaff ein Sachschaden in Höhe von etwa 250 Euro. Schlimmer ist für ihn jedoch der Verlust der betrieblichen Dokumente und der prüfungsrelevanten Unterlagen. Bezüglich der gestohlenen Mitarbeiterdaten empfiehlt Göhler eine Rücksprache mit dem Datenschutzbeauftragten und, die Betroffenen zu informieren. "Grundsätzlich sollten derartig sensible Daten nicht in Fahrzeugen zurückgelassen werden. Wir raten, gerade Taschen nicht in Fahrzeugen zurückzulassen, schon gar nicht auf den Sitzen von außen sichtbar - auch nicht bei nur kurzer Abwesenheit."

Zumindest ein Großteil der Ausbildungsunterlagen sind ersetzbar. "In der Berufsschule war man natürlich erst einmal geschockt, aber verständnisvoll. Schlecht ist vor allem, dass mein Berichtsheft in der Tasche war", so Mitzlaff. Doch die Lehrer kommen ihm entgegen, bestätigen schriftlich, dass er auch ohne diese Unterlagen zur Abschlussprüfung antreten darf. Trotzdem: Seine Tasche hätte er gerne zurück. "Für den Dieb ist der Inhalt sowieso wertlos." Aushänge in Supermärkten und Geschäften hätten bislang aber nichts gebracht, auch im Fundbüro wurde nichts abgegeben.

Doch mit seiner Geschichte will Franco Mitzlaff auch warnen: "Man liest immer wieder von solchen Fällen, glaubt aber nicht, dass einem das selbst passiert. Und dann passiert es doch."

Sie haben eine ähnliche Tasche gefunden oder haben Hinweise? Schicken Sie sie uns gerne, "Freie Presse" leitet Sie an Herrn Mitzlaff weiter.

 

 


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