"Esel bleibt Esel"

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Lebensweisheiten von Freibergern aus aller Welt haben die Vereine "Epi-Zentrum" und "Handlungsnetz" gesammelt. "Freie Presse" stellt die Menschen dahinter vor.

Freiberg.

Nasim Aola ist 46, kommt aus Erbil im Irak und lebt seit 1999 in Freiberg.

Freie Presse: Wie sind Sie hierher gekommen?

Nasim Aola: Das ist eine lange Geschichte! Ich bin irakischer Kurde. Als Flüchtling kam ich zunächst in den Westen und wollte eigentlich dortbleiben. Dann haben sie mich nach Chemnitz geschickt und ich bin von dort in ein Asylbewerberheim in Hilbersdorf gezogen. Und dann weiter nach Freiberg. Der Anfang war anstrengend. Ich weiß noch, wie lang ich immer auf den Bus nach Hilbersdorf warten musste. Ich war allein, hatte keine Sprache und keine Ahnung. Mit der Zeit wurde es einfacher. Ich lernte eine Frau kennen und wir bekamen einen Sohn. Jetzt habe ich schon seit mehr als drei Jahren meinen Dönerladen in der Erbischen Straße.

Was bedeutet die kurdische Spruchweisheit für Sie?

Das sagen wir, wenn jemand so tut, als wüsste er alles besser und könnte alles besser machen. Und dabei hat er null Ahnung und null Erfahrung. Dazu sagen wir: Esel bleibt Esel. Das gibt es in jedem Land und in jedem Alltag.

Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?

Meine Mutter und mein Vater fehlen mir, meine Brüder und ihre Kinder. Eine Schwester habe ich nicht. Wegen Corona konnte ich nicht nach Hause fliegen. Ich war seit zwei Jahren nicht dort. In Deutschland habe ich keine Verwandten.

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