Häufige Leserfragen zum Thema Corona

Der Bund erlässt Corona-Regeln, der Freistaat auch, ebenso der Landkreis und manchmal auch Kommunen. Außerdem veröffentlichen das Robert-Koch-Institut, das Land Sachsen und der Landkreis Mittelsachsen jeweils selbst Infektionszahlen, die nicht übereinstimmen. Was stimmt den nun? "Freie Presse" greift die wichtigsten Leser-Fragen in diesem Beitrag auf.

Robert-Koch-Institut, Landkreis und Land melden verschiedene Infektionszahlen - warum und welche sind richtig?

Immer wieder melden Landratsamt, RKI und Sozialministerium unterschiedliche Zahlen. Das hat das Landratsamt meldet am Montag, 26. Oktober, 775 Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie im März gemeldet, das Robert-Koch-Institut, auf dessen Inzidenzwert sich das Landratsamt damals bezog, 747. Dazu erklärt Susanne Glasmacher, Pressesprecherin des RKI, auf Nachfrage:

"Die Gesundheitsämter und Länder haben immer die neueren Zahlen", erklärt sie. Ursachen für Diskrepanzen könne es viele geben: Gründe seien unter anderem ein Übermittlungsverzug, etwa wenn das Gesundheitsamt bereits Fälle an die Landesstelle übermittelt, das Land diese aber noch nicht an das RKI weitergegeben hat. Auch ein anderer Datenstand kann eine mögliche Ursache sein. So verwende das RKI den Datenstand um jeweils 0 Uhr, das Gesundheitsamt oder Land "möglicherweise einen anderen", so Glasmacher.

Die Inzidenz basiere auf dem Meldedatum der Fälle - also dem Zeitpunkt, zu dem dem Gesundheitsamt ein Fall bekannt wird. Erfasst das Gesundheitsamt einen Fall aber erst am darauffolgenden Tag in der Software, taucht dieser dann erst am übernächsten Tag in der RKI-Statistik auf, erklärt Glasmacher. "Das RKI weist auch immer darauf hin, dass es durch den Meldeverzug zu einer Unterschätzung der Siebentage-Inzidenz kommen kann, vor allem bei dynamischen Entwicklungen."

Zudem werden die Daten "aufgrund des großen Informationsbedürfnisses" tagesaktuell veröffentlicht. "Da die Daten jedoch automatisiert und elektronisch übermittelt und bewertet werden, können für die Berichterstattung nicht einzelne Datensätze manuell am gleichen Tag korrigiert werden, falls etwas zu korrigieren wäre." Mögliche Korrekturen seien Sache der Gesundheitsämter und könnten beim RKI nur mit ein bis zwei Tagen Verzögerung übernommen werden. (lasc)

 

Warum gilt für Mittelsachsen eine strengere Verordnung, als sie der Bund vorschreibt?

Seit dem 2. November ist das nicht mehr der Fall. Seit diesem Tag gilt die Verordnung des Freistaats Sachsen (Details lesen Sie hier mit FP+), die der Landkreis Mittelsachsen so für sich übernommen hat. Damit tritt die Allgemeinverfügung des Landkreises Mittelsachsen außer Kraft, denn der  Landkreis hält die sächsische Verordnung "derzeit für ausreichend." Allerdings behält er sich auch vor, wieder eigene Regeln zu erlassen, sollte sich die Lage weiter verschärfen. Die offizielle Mitteilung des Landkreises können Sie hier nachlesen

Doch warum hatte der Landkreis strengere Regeln als das Land? Landrat Matthias Damm erklärt (27.10.20): "Der Freistaat hat den Landkreisen Rahmen vorgegeben, welche Mindestregelungen wir in einer Allgemeinverfügung erlassen müssen. Wir können sie verschärfen und reagieren damit auf das örtliche Geschehen. Wir werden aber immer mit Augenmaß herangehen." [Anm. d. Red.: Das Interview wurde vor der Verschärfung der Regelungen auf Bundesebene geführt. Nicht nur der Freistaat gibt den Rahmen vor, auch der BundZum kompletten Interview

 

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