Anwohner fordern Lkw-Verbot, Tempo 30 und Straßenausbau

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Die Hauptstraße in Taura gleicht einer Löcherpiste. Es gibt Pläne für die Instandsetzung - aber nicht für das laufende Jahr.

Taura.

Christian Geyer wohnt gern in Taura. "Das ist mir wichtig", sagt der 79-Jährige. 1965 hatte er mit seiner Frau ein Haus an der Hauptstraße gekauft. Der gebürtige Tauraer war auf einem Bauerngut aufgewachsen, hatte in der Spinnerei, Melioration und in der einstigen Maschinenfabrik Groma gearbeitet. "Ich bin auch viele Jahre lang Lkw gefahren", fügt er hinzu. Deshalb kenne er sich damit aus, wisse um die Beeinträchtigungen, die mit Lkw-Verkehr verbunden sind.

"Der Autoverkehr, besonders der von Lkw, vor unserer Haustür hat deutlich zugenommen" sagt der Tauraer. "Das beeinträchtigt maßgeblich unsere Lebensqualität", sagt der vierfache Vater. "Ich kann mich noch erinnern, dass wir mit unseren Kindern vor dem Haus Federball gespielt haben." Heute sei das unvorstellbar. Denn besonders morgens schiebe sich ein Fahrzeug nach dem anderen auf der schmalen Straße vorbei. Stellenweise gebe es nur an einer Seite einen Fußweg, der Abschnitt gleiche einer einzigen Löcherpiste.

Notdürftig seien besonders große Schlaglöcher geflickt worden. "Der Lärm, der Dreck - es ist einfach unerträglich", ergänzt eine Nachbarin. Deshalb fordern seit Jahren viele Anwohner den längst versprochenen Ausbau der Kreisstraße. Zuständig ist der Landkreis Mittelsachsen. Es sei versprochen worden, dass Jahr für Jahr die Kreisstraße saniert werde, sagt Geyer. Vor allem im oberen Bereich sei die Durchfahrt gefährlich und auch laut, aufgrund von Schlaglöchern und Ausbesserungen. Seit 2015 habe sich nichts mehr getan, ergänzt er.

Rathaus-Chef Robert Haslinger kennt die Kritik der Anwohner. "Eine Deckensanierung ist dringend notwendig", sagt der 36-Jährige. Als Bürgermeister sei er mit dem Bauamt in Burgstädt und dem Landratsamt im Gespräch. Er hoffe, dass die Straße bald instand gesetzt werde. Wie Kreissprecher André Kaiser auf Anfrage sagt, sei der schlechte Zustand der K 8254 der Kreisverwaltung bekannt. "Dieses Jahr ist hier jedoch keine größere Maßnahme mehr geplant", sagt er bedauernd. Es sei vorgesehen, die Ortslage von Herrenhaide aus kommend in zwei Abschnitten bis auf Höhe Rathaus zu sanieren. Der erste Abschnitt soll im nächsten Jahr erfolgen, erste Planungen seien angeschoben.

Doch die Anwohner fordern noch mehr. Geyer unterstreicht das Lkw-Verbot und mehr Geschwindigkeitskontrollen. Denn dort würde die vorgeschriebenen 50 Kilometer pro Stunde von den wenigsten Autofahrern eingehalten, sagt er. Eine Tempo-30-Zone wäre noch besser. Haslinger sagt, dass aus technischen Gründen in dem oberen kurvenreichen Bereich ein Laserblitzer seitens der Polizei nicht aufgestellt werden könne. Das Landratsamt stelle in unregelmäßigen Abständen ein Blitzgerät am Hochbehälter auf und habe in der Vergangenheit die Geschwindigkeit und Anzahl der Fahrzeuge gemessen. Im vom Geyer beschriebenen Bereich habe er aber auch noch keinen Blitzer bemerkt. Außerdem: Erst im Juli sei eine Tempomessanlage, bekannt als Smiley-Blitzer, aufgestellt worden. Die Auswertung liege noch nicht vor. Was die Tempo-30-Zone und das Lkw-Verbot betrifft, so verweist Haslinger an die zuständigen Behörden. Tempo-30-Zonen seien nur vor Kindereinrichtungen und Pflegeheimen erlaubt. Das Lkw-Verbot müsse das Landratsamt aussprechen.

Doch der Landkreis lehnt das ab. Sprecher Kaiser verweist auf regelmäßige Tempomessungen, zuletzt am 12. und 25. Juli. Geblitzt wurde in Höhe des Hausgrundstücks 269 aus Richtung Ortsmitte zu verschiedenen Zeiten innerhalb von etwa drei Stunden. Dabei auch in der Zeit von 6 bis 9 Uhr, die Geyer als besonders befahren angibt. Es habe jeweils ein bis vier Tempoüberschreitungen in diesem Zeitraum gegeben. Gemessen wurde dies ab einer Geschwindigkeit von 59 Kilometer pro Stunde bei erlaubten 50 km/h. Kaiser nennt nicht die Anzahl der gemessenen Fahrzeuge in diesem Zeitraum. Aber er kommt zum Schluss: "Eine Einschränkung ist aus verkehrsrechtlicher Sicht nicht begründbar." Damit kann der Landkreis den Forderungen der Anwohner nicht nachkommen. Die K 8254 im Bereich Taura/Herrenhaide sei eine klassifizierte und dem öffentlichen Verkehr gewidmete Kreisstraße, sie diene dem zwischen- und überörtlichen Verkehr. Somit müssten Lkw zugelassen sein und auch Tempo 30 sei nicht möglich.

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