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Impfmarathon in Hausarztpraxis

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Zwei Hausärzte haben am Mittwoch in Mittweida 132 Patienten gegen das Coronavirus geimpft. Die beiden Mediziner starteten die Aktion an ihrem Urlaubstag. Sie erhielten dabei aber auch Hilfe.

Mittweida.

Es ist ein wahrer Impfmarathon gewesen, der sich am Mittwoch in Mittweida zugetragen hat. Bereits um 7.30 Uhr zogen die beiden Hausärzte Carola Vogel-Wagner und Stefan Vogel die ersten Spritzen auf, um Frauen und Männer gegen Corona zu impfen. Bis in den Abend sollte es so weitergehen, und dass, obwohl gegen Mittag Sohn Rico Hoffmann, der ebenfalls in der Hausarztpraxis Vogel-Wagner als Allgemeinmediziner tätig ist, als Verstärkung hinzukam. 132 Impfdosen wurden in Summe verabreicht. Für die meisten Patienten war es bereits die zweite Spritze.

Carola Vogel-Wagner: "Wir haben so lange geimpft, bis alle Dosen aufgebraucht waren." Zur Verfügung standen die Vakzine von AstraZeneca und Biontech/Pfizer. Die Aktion wurde von den Patienten gut aufgenommen. "Wir haben fast im Fünf-Minuten-Takt Leute bestellt", sagt Stefan Vogel.

Für den Impfmarathon haben die Ärzte sogar einen Urlaubstag geopfert. "Wir wollen die Impfungen vorantreiben und gleichzeitig den normalen Praxisbetrieb entlasten", erklärt Vogel-Wagner dazu. Die Impftermine wurden von den Ärzten im Vorfeld gut organisiert. "Bei der ersten Impfung geben wir ja schon den Termin für die zweite Impfung mit", erklärt die Ärztin. Die meisten Impfwilligen sind schon längere Zeit Patienten in der Praxis. "Einige haben aber auch nachgefragt, ob sie ihre Angehörigen mitbringen können", fährt die Hausärztin fort.

Anfang April hatten die Ärzte mit den Coronaimpfungen begonnen. "Am Karfreitag habe ich telefonisch Termine vereinbart", erzählt Vogel-Wagner. So hatten beispielsweise 520 Patienten bereits vor dem Mittwoch ihre erste Dosis erhalten, 70 weitere die zweite. Lediglich 30 Patienten entschieden sich dabei für das Vakzin von Astra-Zeneca. "Eigentlich könnten wir mehr Leute mit Astra impfen, aber die meisten lehnen es ab", berichtet Vogel. Was schwierig für den Ablauf ist, denn es ist nicht immer genug Impfstoff vorhanden. Vor allem wenn die Priorisierung aufgehoben wird und sich mehr Menschen für eine Impfung entscheiden, dürfte das Serum knapp werden. Was die Lage verschärfen könnte. "Bisher konnten wir noch nicht den Moderna-Impfstoff bestellen", erklärt Vogel.

"Wir versuchen immer, die maximale Anzahl an Ampullen zu bestellen", sagt Ärztin Carola Vogel-Wagner. Beliefert wird die Hausarztpraxis von der Merkur-Apotheke, die sich unweit an der Lauenhainer Straße befindet. "Wir arbeiten gut zusammen", stellt die Ärztin fest. Bis Dienstag müssen die Bestellungen abgegeben werden, am nächsten Montag kommt der Impfstoff an. "Das geschieht immer sehr zügig, sodass wir bereits am Montag mit den Impfungen beginnen können", so Vogel-Wagner. Das sei eher die Ausnahme. "Viele Praxen müssen bis Dienstag warten", meint sie.

Wie viele Ampullen jede Praxis bekommt hängt von der verfügbaren Menge und der Anzahl der beschäftigten Ärzte ab. "Deswegen bekommen wir bei Erst-Impfungen nicht immer die bestellte Menge", erklärt die Medizinerin.