Sexueller Übergriff: Täter bleibt in Haft

Das Urteil gegen den Marokkaner, der wegen eines sexuellen Übergriffs in Hainichen im September vor Gericht stand, ist gefallen. Es ist rechtskräftig.

Hainichen/Chemnitz.

Wegen eines sexuellen Übergriffs in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperletzung ist ein 30-Jähriger am Mittwoch vom Amtsgericht Chemnitz zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Dem aus Marokko stammenden Mann war vorgeworfen worden, am 21. September 2019 an einer 19-Jährigen in Hainichen in der Nähe der Trinitatiskirche gegen ihren Willen sexuelle Handlungen vorgenommen, sie mit dem Tode bedroht und leicht verletzt zu haben. Schlimmeres verhindert hätten drei Männer, welche an dem Tatabend die Hilferufe der jungen Frau gehört hatten und zum Tatort geeilt waren. Deren Einsatz wurde vom Gericht am Mittwoch ausdrücklich gelobt. Der Angeklagte bestritt die Tat vor Gericht zwar nicht, erklärte aber, sich nicht daran erinnern zu können, weil er zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss stand.

Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die ebenso wie die Verteidigung keine Rechtsmittel gegen die Entscheidung von Richterin Neubert einlegte. Damit ist das Urteil rechtskräftig, so Richterin Jacqueline Neubert. Da eine Fluchtgefahr nicht auszuschließen sei, entschied die Richterin, dass der 30-Jährige in Haft bleibt. Da er bereits ein halbes Jahr in Untersuchungshaft sitzt, müsste er nun noch neun Monate im Gefängnis bleiben. Nicht ausgeschlossen ist, dass der Verurteilte bereits vor Ablauf der Haftstrafe aus Deutschland in seine Heimat abgeschoben wird. Doch das müssten die für das Asylverfahren zuständigen Behörden entscheiden. Der Asylantrag des Marokkaners war bereits abgelehnt worden. Er war seit längerer Zeit ausreisepflichtig und befand sich zuletzt im Status der Duldung. Der Angeklagte war in Deutschland bereits dreimal strafrechtlich aufgefallen und verurteilt worden, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung. Er war zum Zeitpunkt der Tat in Hainichen auf Bewährung. Eine neuerliche Aussetzung der Freiheitsstrafe war so laut Gericht unmöglich.

Die Tat entwickelte sich zum Politikum.

 


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