Basar statt Vinted: In Lauenhain lassen Mütter Kindersachen kreiseln

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Bei einem Secondhand-Markt für Kindersachen können sich Familien in der Kita in Lauenhain mit Wintersachen eindecken. Wie behauptet sich der Basar gegenüber Online-Plattformen für gebrauchte Kleidung?

Mittweida.

Jede Saison stapelt sich ein Berg Klamotten. Die Hosenbeine sind zu kurz, das Shirt ist zu eng und die Strumpfhose geht auch nicht mehr hoch. Wer Kinder hat, kennt es: Anziehsachen passen immer nur ein paar Wochen. Dann muss Neues gekauft werden. Doch wohin mit den zu kleinen Sachen, die meist noch gut sind? Internetplattformen wie Vinted - ehemals Mamikreisel - und Ebay boomen. Doch es geht auch anders. In der Kita "Am Zschopautal" in Lauenhain organisieren mehrere Frauen zwei Mal im Jahr einen großen Kleiderbasar. Und der boomt ebenso.

Über 100 Verkäufer bei Basar in Kita in Lauenhain

"Beim ersten Basar hatten wir 50 Verkäufer. Ab dem dritten Basar waren es mehr als 100 Verkäufer aus Mittweida und der umliegenden Gegend", sagt Elisabeth Preuß vom Elternrat, die die Idee für den Basar im thüringischen Gera entdeckt hatte.

Kita-Chefin Antje Oetzel war erst skeptisch. "Alles zu organisieren ist viel Aufwand und man braucht Leute, die mithelfen. Ich dachte: Vielleicht haben wir viel Ware, aber keine Kunden oder umgedreht", sagt sie. Jetzt sei sie begeistert.

Anziehsachen nach Größe sortiert

Jeweils einen Vormittag lang wird das Erdgeschoss der Kita beim Basar zu einer Art Ladenstraße. Die Anziehsachen, die gekauft werden können, werden nach Größen sortiert angeordnet. "Dieses System ist für die Käufer von Vorteil, weil sie genau wissen, wo sie stöbern können", sagt Susann Gränitz, die auch zum Organisationsteam gehört. Auch Schuhe, Spielzeug, Babyschalen, Laufräder und Ähnliches kann verkauft werden. "Allerdings haben wir die Menge begrenzt. Verkäufer können maximal zwei Klappkisten Kleidung bringen und höchstens drei Paar Schuhe", erklärt Susann Gränitz. Einerseits gebe es diese Maximalmengen aus Platzgründen. "Andererseits wollen die Verkäufer ja etwas verkaufen und ein bisschen Geld dafür bekommen." Wenn das Angebot zu groß sei, werde es für die Kunden schwieriger, sich zu entscheiden und es werde weniger verkauft, sagt Susann Gränitz. Sie und die anderen Frauen vom Organisationsteam sichten alle Sachen, die zum Verkauf abgegeben werden. Was nicht einwandfrei ist, Flecken oder Löcher hat, wird aussortiert.

Das Prinzip des Basars ist dann einfach: Jedes Kleidungsstück muss mit zwei Etiketten beklebt werden. Darauf steht neben Größe und Preis auch eine Verkäufernummer. Wird es verkauft, klebt das Verkaufsteam das Etikett auf eine Liste, auf der alle Etiketten der verkauften Stücke eines Verkäufers gesammelt werden. Am Ende kann so zusammengerechnet werden, wie viele Stücke von welchem Verkäufer verkauft wurden und wie viel Geld er damit eingenommen hat.

Zehn Prozent des Verkaufsgewinns behält das Organisationsteam ein. Davon kaufen Elternrat und Kita-Leitung etwas für die Kinder, beispielsweise neues Spielzeug.

Kinderkleiderbasar vs. Vinted

Und warum schätzen Familien den Kinderkleiderbasar nun so sehr und stellen nicht alles einfach bei Vinted ein? "Bei Vinted kann man die Sachen nicht in die Hand nehmen und anschauen, man hat nur Fotos online. Man kann es auch nicht vor dem Kauf anprobieren und zurückschicken, wenn es nicht passt", sagt Antje Oetzel. "Und beim Basar hat man halt auch noch das klassische Einkaufserlebnis", sagt Elisabeth Preuß. So vereine der Basar das Gefühl, shoppen zu gehen auch mit dem Bewusstsein für Nachhaltigkeit. "Es gibt durchaus Familien, die für ihre Kinder nur gebrauchte Sachen kaufen. Denn die wurden schon mehrfach gewaschen und die Schadstoffe sind größtenteils raus", sagt Kita-Chefin Antje Oetzel.

Basar für Kindersachen in der Kita in Lauenhain: 15. Oktober von 9 bis 12 Uhr. Schwangere und Mamas mit Babys können bereits ab 8.30 Uhr stöbern. Adresse: Bleichweg 2 in 09648 Lauenhain.

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