Negative Google-Bewertungen, weil Mittweidas Freibad-Imbiss früher schließt als das Bad

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Familie von Ginsheim versorgt Gäste seit 30 Jahren mit Pommes, Eis und anderen Gerichten. Dass sie in einem Bewertungsportal schlechte Bewertungen erhalten, wundert sie.

Mittweida.

Pommes-Duft gehört zu einem Freibad wie Eis zum Sommer. Das ist in Mittweida nicht anders. Familie von Ginsheim betreibt dort seit 30 Jahren den Imbiss. Früher in einem Wagen, seit dem Umbau des Freibades in einem Gebäude direkt am Eingang. Wofür sie nur wenig Verständnis haben? Nutzer, die sich im Bewertungsportal von Google beschweren, dass der Imbiss nicht die kompletten Öffnungszeiten des Freibades von 8 bis 20 Uhr abdeckt.

Bei Google hat das Freibad 376 Bewertungen, davon überwiegend positive. "Tolles Bad auch für Kinder. Warum ich 1 Stern abziehe, ist die Öffnungszeit vom Imbiss. Nur bis 17.30 Uhr warmes Essen, 18 Uhr geschlossen. Selbst wenn das Bad voll ist und noch so viele zum Imbiss laufen, 18 Uhr ist Schluss!!", schreibt ein Nutzer und greift ein Thema auf, das im Portal mehrere Badegäste beschäftigt.

Darauf angesprochen sagt Imbissbetreiberin Petra von Ginsheim: "Wir sind seit 7 Uhr auf den Beinen." Wegen Engpässen bei den Lieferanten müssten sie derzeit viele Produkte selbst heranschaffen, selbst Eis und Getränke. Nach vorbereitenden Arbeiten wie Salate zubereiten am Morgen, öffnen sie ihren Imbiss derzeit 9.30 Uhr. Schon kommen die ersten Besucher vorbei: Erwachsene, die Cappuccino kaufen, Kinder, die ihr Taschengeld in Gummischlangen umsetzen. Bald geht es Schlag auf Schlag. Pommes, Hamburger, Currywust reicht Petra von Ginsheim über die Theke. "Was bekommst du, mein Guter?", fragt sie einen Jungen freundlich. Falko von Ginsheim kippt immer wieder Pommes ins heiße Frittieröl, Sohn Patrick schichtet die Burger. Ein eingespieltes Team. Sie machen nur eine Pause von 14.30 bis 15 Uhr. Dafür hätten die meisten Kunden auch Verständnis, berichten sie.

Und auch wenn sie 18 Uhr die Rollos am Imbiss runterlassen, haben sie noch keinen Feierabend. Dann gilt es, neue Getränke und Lebensmittel zu beschaffen. "Nach so einem Tag sind wir abends breit", sagt Petra von Ginsheim.

Seit 30 Jahren im Freibad Mittweida

Wenn die Familie nicht im Freibad arbeitet, betreibt sie das Bistro "A La Carte" an der Weberstraße. Angefangen hatte alles einst mit einem Broilerwagen, mit dem sie sich noch zu DDR-Zeiten selbstständig gemacht hatte, erzählt Petra von Ginsheim. Vor 30 Jahren übernahm sie mit ihrem Mann die Imbiss-Versorgung im Freibad. Sohn Patrick von Ginsheim machte seinen Meister als Koch und stieg ins Familienunternehmen ein.

Manche Besucher des Freibades kennen sie schon so lange, dass diese nun mit ihren Kindern vorbeikämen. Es sei schön, so in Kontakt mit den Menschen in Mittweida zu bleiben, sagen die Imbissbetreiber. Solange es ihnen gut gehe, werden sie weitermachen, auch wenn Falko von Ginsheim schon in Rente sein könnte. Aber zur Ruhe setzen will er sich noch nicht. Wenn er nicht kocht, arbeitet er deshalb als Stadtführer für seine Heimatstadt.

Positive Bilanz zur Hälfte der Sommerferien

Das Freibad ist diesen Sommer sehr gut besucht, berichtet Bad-Chef René Fucik. 500 bis 1500 Besucher kommen am Tag, das sei ähnlich wie in vergangenen Jahren. Eng wird es auf der Liegewiese oder im Becken trotzdem nicht, die Besucher verteilen sich gut. Rekordtag bislang war der 20. Juni mit 2854 Badegästen, teilt Kassiererin Silvia Hölzel nach einem Blick in ihre Statistik mit.

Das Freibad Mittweida

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