Nach tödlichem Unfall: Für Autofahrer bleibt es bei Geldstrafe

Chemnitz/Stein.

Ein 69-jähriger Autofahrer muss wegen fahrlässiger Tötung eine Geldstrafe von 4800 Euro zahlen. Das hat das Landgericht Chemnitz am Dienstag entschieden. Der Mann stand bereits das dritte Mal wegen eines schweren Verkehrsunfalls vor Gericht, der sich am 22. April 2018 auf der B 107 bei Stein ereignet hatte und bei dem ein 20-jähriger Motorradfahrer ums Leben kam. Das Oberlandesgericht hatte einen Beschluss erlassen, den Fall nochmals aufzurollen. Das Amtsgericht Döbeln hatte ihn bereits wegen fahrlässiger Tötung zu dieser Geldstrafe verurteilt. Daraufhin war die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen und hatte eine sechsmonatige Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung, gefordert. Am Dienstag hatte das Landgericht Chemnitz demnach nochmals die Aufgabe, herauszuarbeiten, welchen Anteil jeder der Beteiligten am Unfall hatte. Ein Sachverständiger konnte nachweisen, dass der Zusammenstoß vermeidbar gewesen wäre, wenn sich der Motorradfahrer an die höchstzulässige Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern gehalten hätte. Der Autofahrer wiederum hätte wegen der guten Sichtverhältnisse den Motorradfahrer sehen müssen, sagte der Experte. Die vorsitzende Richterin hielt dem Autofahrer zugute, dass er bisher weder strafrechtlich noch verkehrsrechtlich zur Verantwortung gezogen wurde. Eine Geldstrafe sei deshalb ausreichend, erklärte sie. (ule)

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