Neues Jahr, neue Vorhaben

Für 2019 haben sich die Bürgermeister der Region einiges vorgenommen. Auch wichtige Wahlen stehen bevor. Die "Freie Presse" hat mit den Rathauschefs gesprochen.

Peter Ahnert - Erlau

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr besonders?

Ich würde mich freuen, wenn wir alles, was wir uns im Haushaltsplan vorgenommen haben, auch abarbeiten können. Das hängt unter anderem vom rechtzeitigen Zugang der positiven Förderbescheide und von Genehmigungen ab.

Was bereitet Ihnen jetzt schon Sorgen?

Sorgen bereitet mir, dass die Einnahmenseite die Ausgabenseite nicht mehr abdeckt. Das resultiert aus den steigenden Personalkosten insbesondere im Bereich Kita, Krippe und Hort. Der Freistaat beteiligt sich erst 1 bis 2 Jahre später an den Kosten für steigende Kinderzahlen. Auch Verbesserungen in der Kinderbetreuung gehen zu Lasten der Gemeinde.

Welches ist das größte Bauprojekt in diesem Jahr?

Das größte und wichtigste Projekt ist dieses Jahr die geplante Kapazitätserweiterung in der Kita Erlau und in der Hortaußenstelle in der Grundschule Erlau. Hier sind 96.000 Euro eingeplant - vorausgesetzt wir erhalten die nötigen Genehmigungen vom Landesjugendamt und die eingeplanten Fördergelder.

Ende Mai sind Stadt- und Gemeinderatswahlen. Sie selbst sind bereits und bleiben im Amt. Welche Erwartungen haben Sie an die Zusammenarbeit mit dem neuen Rat?

Ich erwarte die Fortsetzung der bisher äußerst sachlichen und zielorientierten Zusammenarbeit, die bisher überwiegend frei von Fraktionsgeplänkel und Egozentrik war. Das hängt natürlich ganz wesentlich von der neuen Zusammensetzung des Gremiums ab. Hier sind auch die Wähler gefragt, sich rechtzeitig mit den Kandidaten zu beschäftigen.

Auch ein neuer Kreistag wird gewählt. Was muss sich auf Landkreisebene ändern?

Beide Ebenen, die Gemeinde und der Landkreis, sind stark von bürokratischen Gegebenheiten, welche uns von höherer Stelle aufgezwungen werden, abhängig. Es muss darüber hinaus beiden Ebenen gelingen, gemeinsam im Sinne der Bürger zu agieren. Oftmals ist es Auslegungs- und Einstellungssache, ob etwas möglich ist oder nicht.

Was erwarten Sie von der neuen Landesregierung, die aus den Landtagswahlen im September hervorgehen wird?

Das Bekenntnis zur Stärkung des ländlichen Raumes sollte nicht nur auf die 70.000-Euro-Pauschale beschränkt sein. Diese ist hilfreich, löst aber bei weitem noch nicht das generelle Ausgaben-Einnahmen-Problem. Auch Bürger im ländlichen Raum haben einen Anspruch auf die Erhaltung und die Neuschaffung von Infrastruktur und Leistungen.

Ihr persönlicher guter Vorsatz für 2019?

Ich fasse traditionell keine Vorsätze im Neujahresrhythmus. Ich treffe meine Entscheidungen nach Möglichkeit immer so, dass ich sie vor mir selbst vertreten und damit auch jederzeit nach außen erklären kann. (fmu)

 

Thomas Arnold - Geringswalde

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr besonders?

Zum einen freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit den Stadträten. Und zum anderen werden wir in den kommenden Monaten mehrere Gründe zum Feiern haben: Im Juni begeht die Diesterweg-Grundschule das Jubiläum ihres 125-jährigen Bestehens, und geht alles nach Plan, wollen wir am 1. Juni die neue Schulsporthalle einweihen.

Was bereitet Ihnen jetzt schon Sorgen?

Die finanzielle Ausstattung unserer Stadt. Die Ausgaben, etwa auf dem Bausektor, sind erheblich gestiegen. Doch die Einnahmen entwickeln sich nicht in gleichem Maße mit nach oben.

Welches ist das größte Bauprojekt in diesem Jahr?

Oberste Priorität hat die Fertigstellung der Turnhalle mit integriertem Speiseraum. Dann wären noch die Sanierung des König-Friedrich-August-Turmes und der Klosterallee zu nennen. Und bei der Langenauer Straße sind wir bei der Finanzierung von Gehweg und Beleuchtung gefragt.

Ende Mai sind Stadt- und Gemeinderatswahlen. Sie selbst sind bereits und bleiben im Amt. Welche Erwartungen haben Sie an die Zusammenarbeit mit dem neuen Rat?

Ich gehe davon aus, dass wir die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit der zurückliegenden Jahre, wenn auch mit einigen personellen Veränderungen, werden fortsetzen können. Die ist mir mit Blick auf das Wohl unserer Einwohner wichtig.

Auch ein neuer Kreistag wird gewählt. Was muss sich auf Landkreisebene ändern?

Weniger Bürokratie. Gerade mit Sicht auf die Bearbeitung von Fördermittelanträgen der Europäischen Union müssen die Bearbeitungszeiten deutlich kürzer ausfallen. Dass sich Prozesse dieser Art so lange hinziehen, ist der Bevölkerung mitunter schwer bis gar nicht vermittelbar.

Was erwarten Sie von der neuen Landesregierung, die aus den Landtagswahlen im September hervorgehen wird?

Es wird viel von der Stärkung des ländlichen Raumes gesprochen. Allerdings kommt nach meinem Empfinden kaum etwas davon bei uns an. Mir entsteht der Eindruck, dass wir gegenüber Metropolen wie Chemnitz, Dresden oder Leipzig abgehängt worden sind. Das kann so nicht bleiben, hier muss die neue Landesregierung Dampf machen.

Ihr persönlicher guter Vorsatz für 2019?

Ich möchte mich mehr meiner Familie widmen, die im kommunalpolitischen Getriebe immer wieder zu kurz kommt. Mit Sicht auf freie Zeit wünsche ich mir natürlich gute Ergebnisse bei den Skatturnieren in der Region. (grün)

 

Dieter Greysinger - Hainichen

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr besonders?

2019 werden sowohl in der Stadt als auch in unseren Ortsteilen zahlreiche im Vorjahr begonnene Maßnahmen abgeschlossen. Darunter sind mehrere Straßenbauvorhaben (Ottendorfer, Georgen- und Berthelsdorfer Straße), aber auch der Dorfplatz in Gersdorf, das Feuerwehrgerätehaus Schlegel und der Kunstrasenplatz im Sportforum.

Was bereitet Ihnen jetzt schon Sorgen?

Dass wir noch keinen rechtskräftigen Haushalt 2019 haben. Einige Stadträte suchten über Monate nach Möglichkeiten, die Beschlussfassung mit juristischen Spitzfindigkeiten zu verhindern, anstelle erst einmal über Inhalte zu diskutieren und die Beschlussvorlage überhaupt auf den Weg zu bringen.

Welches ist das größte Bauprojekt in diesem Jahr?

Die Arbeiten am Saal des Goldenen Löwen gehen weiter. Dort werden allein 2019 zwei Millionen Euro investiert. Der Kunstrasen kostet rund 900.000 Euro und außerdem wird der Breitbandausbau vorbereitet. Die Gesamtkosten für schnelles Internet liegen bei geschätzten 13 Millionen Euro. Die Oberschule erhält einen eigenen Bolzplatz.

Ende Mai sind Stadt- und Gemeinderatswahlen. Sie selbst sind bereits und bleiben im Amt. Welche Erwartungen haben Sie an die Zusammenarbeit mit dem neuen Rat?

Ein besseres Miteinander, als derzeit. Ich bin 14 Jahre Bürgermeister, 25 Jahre Stadtrat. Das Gezänk um den Haushalt 2019 ist für mich eins der unschönsten Kapitel in dieser Zeit. Ich gehöre im Kreistag der vermeintlichen Opposition an, käme dort aber nie auf die Idee, gegenüber der Verwaltung ein so grundsätzliches Misstrauen an den Tag zu legen.

Auch ein neuer Kreistag wird gewählt. Was muss sich auf Landkreisebene ändern?

Aus meiner Sicht ist das Landratsamt bei manchen Dingen eher Verhinderer als Förderer. Dies betrifft insbesondere Baurechts-, Umwelt- und Denkmalschutzauflagen. Oft versteckt man sich hinter Gesetzen, als Wege zu suchen. Durch die Kreisreform 2008 ist der Trend, erst Hürden aufzubauen, stärker geworden.

Was erwarten Sie von der neuen Landesregierung, die aus den Landtagswahlen im September hervorgehen wird?

Seit dem Wechsel im Ministerpräsidentenamt, macht die Landesregierung eine für die Kommunen ordentliche Politik. Die Doppelspitze Kretschmer/Dulig bringt neue, gute Ideen ein, wie Sonderzuweisungen, eine höhere Feuerwehrförderung, die neue Richtlinie Kommunaler Straßenbau. Ich hoffe, dass diese Konstellation weiter möglich ist.

Ihr persönlicher guter Vorsatz für 2019?

Im ersten Jahr meiner dritten Amtsperiode soll ein Fahrplan erstellt werden, wie die wichtigsten Ziele bis 2025 umgesetzt werden können. Privat sollen Dinge, die im Jahr der Bürgermeisterwahl zu kurz kamen, nachgeholt werden. Mit Mitte 50 sollte man mehr auf die eigene Gesundheit achten, z. B. durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. (jl)

 

Dietmar Gottwald - Rossau

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr besonders?

Ich freue mich besonders auf die Fertigstellung der im Bau befindlichen Kita an der Hauptstraße in Rossau, wo wir die Bedingungen für eine qualifizierte Betreuung verbessern und gute Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher schaffen. Ein Highlight ist für mich, mitzuerleben, wenn die Kinder Besitz von der Einrichtung nehmen.

Was bereitet Ihnen jetzt schon Sorgen?

Zum einen die finanzielle Situation in unseren kleineren Gemeinden. Für uns wird es weiterhin schwierig, auf die zur Verfügung stehenden Fördermitteltöpfe zuzugreifen, da wir jedes Mal bis zu 40 Prozent Eigenanteile aus dem Gemeindehaushalt aufbringen müssen.

Welches ist das größte Bauprojekt in diesem Jahr?

Zum einen die Fertigstellung unserer Kita-Einrichtung in Rossau und zum anderen die Straßenbaumaßnahme Staatsstraße 32 in Oberrossau mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv).

Ende Mai sind Stadt- und Gemeinderatswahlen. Sie selbst sind bereits und bleiben im Amt. Welche Erwartungen haben Sie an die Zusammenarbeit mit dem neuen Rat?

So wie sich jetzt abzeichnet, werden einige Gemeinderäte ihre langjährige Gemeinderatsarbeit beenden, denen ich für die Zusammenarbeit danke und ich freue mich damit auf einen Generationswechsel im Gemeinderat und kann nur jedem zureden, Verantwortung bei der Gestaltung unserer Ortsteile zu übernehmen.

Auch ein neuer Kreistag wird gewählt. Was muss sich auf Landkreisebene ändern?

Für uns wäre die Wiederwahl des Kreistagsabgeordneten Herr Erwin Braune wichtig, da wir damit wieder eine Vertretung im Kreistag hätten.

Was erwarten Sie von der neuen Landesregierung, die aus den Landtagswahlen im September hervorgehen wird?

Mit dem Wechsel an der Spitze der Landesregierung wurde vom neuen Ministerpräsident erkannt, dass es nicht so weiter gehen kann und es wurde begonnen an verschiedenen Stellen nachzusteuern. Ich würde mir wünschen, dass der Minister-präsident Gelegenheit bekommt, den Weg zur Unterstützung der Kommunen fortzuführen.

Ihr persönlicher guter Vorsatz für 2019?

Es sollte mir öfters gelingen, mehr Sport zu treiben, mich zu bewegen statt nur im Auto oder am Schreibtisch zu sitzen. (jl)

 

Maria Euchler - Kriebstein

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr besonders?

Wir haben ein Jubiläum, die Gemeinde Kriebstein wurde vor 25 Jahren gegründet. Die letzten beiden Ortsteile kamen vor 20 Jahren dazu. Das heißt so oder so, haben wir ein Ereignis zu feiern. Ich freue mich sehr darauf. Ich weiß aber leider, dass das in den Köpfen vieler Bürger auch nach diesen vielen Jahren noch kein Grund zum Feiern ist.

Was bereitet Ihnen jetzt schon Sorgen?

Unsere finanzielle Ausstattung ist sehr schlecht. Wir müssen auf wichtige Maßnahmen sicher erneut verzichten. Auch die schwindende Einwohnerzahl bereitet mir Sorgen. Wir wollen Bauland schaffen und auch die Wohnungsbelegung erhöhen, aber den Wegzug und die Sterberate aufzuhalten wird sehr schwer.

Welches ist das größte Bauprojekt in diesem Jahr?

Der Kindergarten-Anbau in Grünlichtenberg wird das größte und wichtigste Bauprojekt für die Gemeinde in diesem Jahr. Ich weiß auch, dass der Großteil der Bürgerinnen und Bürger hinter diesem Projekt steht. Allerdings ist für unsere kleine Gemeinde diese Maßnahme nur mit einer 90-prozentigen Förderung finanzierbar.

Ende Mai sind Stadt- und Gemeinderatswahlen. Sie selbst sind bereits und bleiben im Amt. Welche Erwartungen haben Sie an die Zusammenarbeit mit dem neuen Rat?

Ich drücke allen die Daumen, die den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen und über die Belange der Gemeinde zu entscheiden. Ich wünsche mir einen konstruktiven und mutigen Rat. Wir werden nicht nur schöne Bauprojekte auf den Weg bringen, sondern in der kommenden Legislatur auch über unbequeme Dinge entscheiden müssen.

Auch ein neuer Kreistag wird gewählt. Was muss sich auf Landkreisebene ändern?

Ich kann schwer beurteilen, was sich ändern muss. Das würde ja bedeuten, jetzt läuft es nicht. Dies werde ich mir nicht anmaßen, zu behaupten. Für uns Freie Wähler wünsche ich mir jedoch, stärker mitbestimmen zu können.

Was erwarten Sie von der neuen Landesregierung, die aus den Landtagswahlen im September hervorgehen wird?

Dort anzuknüpfen, wo die derzeitige Landesregierung streckenweise begonnen hat, Veränderungen vorzunehmen. Unser derzeitiger Ministerpräsident hat erkannt, der Basis zuzuhören und beginnt, Probleme wirklich anzufassen.

Ihr persönlicher guter Vorsatz für 2019?

Mein Studium erfolgreich beenden. Besser abschalten zu können und das Handy mal zur Seite zu legen. Ich will meine Leistungsklasse im Tennis verbessern und abnehmen. (jl)

 

J. Voigt - Königshain-Wiederau

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr besonders?

Ich freue mich, dass höchstwahrscheinlich der Kreis- und Staatsstraßenbau beginnt, der schon jahrelang aufgeschoben wurde. Kulturell freue ich mich auf unsere drei Dorf- und Vereinsfeste in der Gemeinde.

Was bereitet Ihnen jetzt schon Sorgen?

Sorgen bereitet mir die finanzielle Ausstattung der Gemeinde, um die geplanten Bau- und Erhaltungmaßnahmen realisieren zu können.

Welches ist das größte Bauprojekt in diesem Jahr?

Wenn die Fördermittel bewilligt werden, ist das größte Projekt die Sanierung des Museums in Wiederau einschließlich der angrenzenden Stützmauer.

Ende Mai sind Stadt- und Gemeinderatswahlen. Sie selbst sind bereits und bleiben im Amt. Welche Erwartungen haben Sie an die Zusammenarbeit mit dem neuen Rat?

Ich wünsche mir eine kollegiale und konstruktive, auf die Sache bezogene Zusammenarbeit mit dem neuen Gemeinderat.

Auch ein neuer Kreistag wird gewählt. Was muss sich auf Landkreisebene ändern?

Der Kreistag und die Landkreisverwaltung sind zwei Paar Schuhe. Beide sollten die Gemeinden und die Bürgernähe in den Focus stellen.

Was erwarten Sie von der neuen Landesregierung, die aus den Landtagswahlen im September hervorgehen wird?

Von der neuen Landesregierung erwarte ich eine Fortführung der kommunalfreundlichen Politik, so wie das seit dem vergangenen Jahr geschieht.

Ihr persönlicher guter Vorsatz für 2019?

Ich möchte weiterhin mit ganzer Kraft für meine Gemeinde, aber auch für meine Familie da sein. (bp)

 

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