Corona-Inzidenz schwankt leicht - Höchstwerte bei Kindern

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Nach Ostern war die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen zunächst stark gestiegen, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Bei diesen hat sie Höchstwerte erreicht.

Berlin (dpa) - Nach einem raschen Anstieg hat sich die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz in den vergangen Tagen nur noch wenig geändert. Die am Mittwoch vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen lag bei 160,1 und damit genauso hoch wie am vergangenen Donnerstag.

Zuvor war die Inzidenz insbesondere bei Kindern und Jugendlichen stark gestiegen. Bei ihnen meldete das RKI für die vergangene Woche die höchsten Werte seit Pandemiebeginn.

«Mit aller Vorsicht sprechen die Daten der vergangenen Tage aus meiner Sicht für eine gewisse Stabilisierung auf hohem Niveau», sagte Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen mit Blick auf die Gesamtwerte. «Es ist sicher zu früh, da schon von einer Trendumkehr zu sprechen.»

Die bisherige Entwicklung zeigt ein düsteres Bild insbesondere bei den Jüngsten. So war die Sieben-Tage-Inzidenz von Kindern im Alter von 5 bis 9 Jahren in der vergangenen Woche auf einen bisherigen Rekordwert von 185 geklettert, wie das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstagabend mitteilte. Auch in den Altersgruppen 10 bis 14 und 15 bis 19 wurden demnach mit 205 und 271 jeweils Höchstwerte erreicht. Ob dazu auch vermehrte Schnelltests etwa in Schulen beitrugen, war zunächst nicht ersichtlich.

Für alle Altersgruppen meldeten die Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) für die vergangene Woche 1,17 Millionen PCR-Tests ihrer Mitglieder. In der Woche zuvor waren es 1,00 Millionen. Das Testniveau liegt nun wieder auf dem von vor der Osterzeit.

Aktuell hatten die Gesundheitsämter dem RKI binnen eines Tages 24.884 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen von Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wiedergeben.

In der Zahl der gemeldeten Neuinfektionen könnten Nachmeldungen aus Nordrhein-Westfalen vom Vortag enthalten sein. Eine größere Zahl von Meldungen der NRW-Gesundheitsämter waren zuvor aufgrund technischer Schwierigkeiten am Montagabend und Dienstag nicht vollständig übermittelt worden. Auch am Mittwoch gab es noch einige technische Schwierigkeiten.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 331 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Mittwoch vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 21.693 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 342 neue Todesfälle verzeichnet.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.188.192 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.824.100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 80.634.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,94 (Vortag: 0,95). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 94 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

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44 Kommentare
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  • 4
    4
    AnDiWer
    22.04.2021

    Dass die Inzidenzen gestiegen sind, ist einfach erst mal nur ein Fakt. Wieviele der positiv getesteten Kinder aber nun tatsächlich erkrankt sind und wieviele davon mit schwerem Verlauf, das wäre für mich eine wichtige Aussage. Damit könnte man dann bewerten, ob diese erhöhte Inzidenz kritischer zu betrachten ist oder nicht. Kinder wurden seit Pandemiebeginn kaum getestet - jetzt gab es in Kindergärten und Schulen sehr viele Tests. Logisch, dass damit auch die Zahlen bei den Kindern jetzt erst höher werden. Impliziert also überhaupt keine Verbindung dazu, ob das Virusgeschehen jetzt "gefährlicher" geworden ist, weil plötzlich auch mehr Kinder betroffen sind. Das will man uns Lesern aber damit suggerieren. Traurig, wie Statistik und Mathematik missbraucht wird, statt sie richtig anzuwenden. Aber das wird nicht besser, wenn die heutigen Kinder weiter keine adäquate Schulbildung bekommen, sondern als einzige Lösung nur der (eher schlechte) Distanzunterricht ermöglicht wird.

  • 10
    4
    KTreppil
    21.04.2021

    Natürlich muss man das Infektionsgeschehen irgendwie abbilden um sich ein Bild zu machen. Aber auf welcher Grundlage errechnet man denn diese Inzidenzen der einzelnen Altersgruppen? Für Länder, Landkreise oder Städte ist es die jeweilige amtliche Einwohnerzahl. Soweit zumindest relativ nachvollziehbar. Wobei auch schon hier keine wirklichen Vergleiche möglich sind, wenn die Einwohnerzahlen voneinander sehr abweichen. Nun also nach Altersgruppen. Welche Richtwerte nimmt sich da das RKI? Wieviel Kinder von 15-19 leben denn in Deutschland oder Sachsen? Würde mich wirklich mal interessieren. Kann man denn alles wirklich nur mit Inzidenzen vergleichbar machen? Gibts nicht in Deutschland mehr Rentner als Kinder? Wie kann man dann Altersgruppen nach Inzidenz vergleichen, ohne das diese Vergleiche hinken? Ich hoffte, dass man endlich mal den Experten Gehör schenkt, die davon abraten, nur nach Inzidenzen zu schauen. Statt dessen nun dies...

  • 15
    4
    Kiki
    21.04.2021

    Wäre es dann nicht besser die Schulen mit Tests offen zu halten, um genau diese Kinder heraus zu filtern? Oder man macht halt alles dicht und die Kinder treffen sich außerhalb der Schule mit Freunden ohne Tests...

  • 21
    17
    AliceAndreas
    21.04.2021

    "Ob Schnelltests an den Schulen dazu beitragen war zunächst nicht ersichtlich"

    Schwer zu sagen ... könnten 22 Millionen Tests pro Woche zu einer erhöhten Inzidenz führen? Ähm, JA!