Dreieinhalb Jahre Haft nach tödlichem Raserunfall

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Ein 22-Jähriger hatte keine Chance, als er auf der A9 gerammt wurde - mit 232 Stundenkilometern. Gegen den Drängler fiel jetzt in Ingolstadt das Urteil: schuldig wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens.

Ingolstadt (dpa) - Wegen eines tödlichen Raserunfalls bei mehr als 230 Stundenkilometern auf der Autobahn ist ein 24-Jähriger zu einer Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden.

Der Mann hatte mit seinem Sportwagen auf der Überholspur der A9 einen anderen Autofahrer von hinten gerammt und getötet. Der 22-Jährige am Steuer des anderen Wagens starb binnen kürzester Zeit. Das Landgericht Ingolstadt sprach den Angeklagten wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens schuldig.

Ursprünglich war der 24-Jährige auch wegen Totschlags angeklagt. Doch der sogenannte bedingte Tötungsvorsatz sei ihm nicht nachzuweisen, sagte der Vorsitzende Richter Konrad Kliegl. Deswegen wurde dieser Vorwurf fallen gelassen.

Der Angeklagte hatte seinen Sportwagen auf 575 PS und ein Maximaltempo von 350 Stundenkilometern getunt und hätte mit solch einem Rennwagen nicht auf öffentlichen Straßen fahren dürfen. An der Unfallstelle hätte er bei dem Unfall im Oktober 2019 maximal Tempo 100 fahren dürfen, er war tatsächlich mit 232 Stundenkilometern unterwegs.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Raser eine achtjährige Gefängnisstrafe verlangt, die Verteidiger einen Freispruch. Verurteilt wurde der Mann wegen des 2017 geschaffenen Paragrafen gegen illegale Autorennen.

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44 Kommentare
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  • 2
    0
    HEIMAT2021
    07.04.2021

    Was sind 3,5Jahre gegen den Verlust eines Menschen? Er hat dies alles provoziert, auch ev. den Tod mehrerer Menschen, deshalb finde ich das Urteil viel zu milde. Und die Gedanken der Verteidigung sind einfach nicht nachvollziehbar, vorsichtig ausgedrückt.

  • 3
    0
    j35r99
    06.04.2021

    Welcher Staat läßt nur solche "getunten Kampfmaschinen auf seinen Straßen fahren?
    Hier muss ganz schnell staatlicher Seits ein Riegel vorgeschoben werden!!!

  • 11
    2
    Stonep
    06.04.2021

    Es ist mir rätselhaft, wie ein Verteidiger hier Freispruch beantragen kann. Er muss doch gar kein Gewissen haben. Ich möchte gerne wissen, was er für eine Strafe fordern würde, wenn sein Sohn oder Tochter mit 22 Jahren ums Leben gekommen wäre.

  • 18
    1
    HEIMAT2021
    06.04.2021

    Warum zeigt endlich der Staat nicht harte Kante bei diesen Tätern? Es waere an der Zeit endlich mal Taten/Urteile zu erwarten. Da diese Menschen den Tod anderer billigend in Kauf nehmen, wäre es auch Fair wenigstens im Gericht"Gesicht"zeigen zu muessen statt Ordner!