Erneut Mahnmal für NSU-Mordopfer in Zwickau beschädigt

In Zwickau hatten die NSU-Terroristen einst Unterschlupf gefunden. Von hier aus zogen die Rechtsextremen eine blutige Spur durchs ganze Land. Gleichgesinnte gibt es in der sächsischen Stadt bis heute.

Zwickau (dpa) - Im sächsischen Zwickau ist erneut ein Mahnmal für die Opfer der rechtsextremen Terrorzelle «Nationalsozialistischer Untergrund» beschädigt worden.

Ein zum Gedenken an ein Mordopfer des NSU gepflanzter Baum wurde abgesägt. «Das Absägen des Baumes zeugt von Intoleranz, mangelndem Demokratieverständnis und von Verachtung gegenüber Terroropfern und deren Angehörigen», erklärte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD). Nach Angaben der Zwickauer Polizeidirektion ermittelt der Staatsschutz. Zuvor hatte die «Freie Presse» aus Chemnitz darüber berichtet.

Regierungssprecher Steffen Seibert nannte die Tat am Freitag in Berlin «bestürzend». Sie müsse aufgeklärt werden, forderte er. Es sei wichtig, an die Opfer der Mordserie zu erinnern.

Die Eiche sollte an Enver Simsek erinnern. Am 9. September 2000 feuerten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in Nürnberg neunmal auf den Blumenhändler, der in seinem Wagen Pflanzen sortierte. Simsek starb zwei Tage später an den Folgen seiner Schussverletzungen. Der NSU hatte jahrelang unerkannt in Zwickau im Untergrund gelebt.

Die Gruppierung, zu der noch Beate Zschäpe gehörte, wird für neun Morde an Ausländern, für die Tötung einer deutschen Polizistin sowie für zwei Sprengstoffanschläge und diverse Raubüberfälle verantwortlich gemacht. Als das Trio 2011 aufflog, nahmen sich die beiden Männer das Leben. Zschäpe wurde 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt.

2016 war in Zwickau schon einmal ein Mahnmal für die NSU-Opfer geschändet worden. Die aus mehreren Bänken mit den Namen der Opfer bestehende Installation wurde mit Farbe beschmiert und das Holz beschädigt.

Oberbürgermeisterin Findeiß kritisierte damals die Gleichgültigkeit der Bevölkerung und zog einen Vergleich zur Pogromnacht. 1938 habe die Bevölkerung auch hingenommen, dass Menschen verhaftet worden sind. «Und es gibt jetzt auch keinen Aufschrei, wenn das Andenken geschändet wird an die Opfer des NSU.» Sie wolle nicht unterstellen, dass es flächendeckend rechtsextremistisches Gedankengut gebe. «Aber es ist Ignoranz, es ist Gleichgültigkeit», sagte sie damals.

9Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    2
    Freigeist14
    07.10.2019

    Nein .

  • 4
    4
    Malleo
    07.10.2019

    distel…
    Ihr linkes Auge hat Sehstörung?
    Und Freigeist Sie wollten mir doch die Schublade nennen in die Sie mich einordnen!

  • 3
    8
    Distelblüte
    06.10.2019

    @Malleo: Ja. Sagen Sie es aber bitte keinem weiter.

  • 6
    9
    Malleo
    06.10.2019

    Auch ja Freigeist, welche SYMBOLWIRKUNG haben denn die Kräne in Leipzig oder ist das keine?

  • 6
    9
    Malleo
    06.10.2019

    Freigeist
    Welches Muster habe ich denn?

  • 13
    10
    Freigeist14
    06.10.2019

    Maleo@ man spricht nicht von Symbolwirkung - DAS IST SYMBOLWIRKUNG . Das wissen Sie genau und verfallen trotzdem in Ihr bekanntes Muster . Sie haben wohl schon Beweise ?

  • 9
    12
    Malleo
    05.10.2019

    distel..
    Sind Sie beim VS verdeckte Ermittlerin?

  • 9
    16
    Malleo
    05.10.2019

    Eine abgesägte Eiche, man spricht von Symbolwirkung, sorgt für bundesweite Schnappatmung und es werden sofort augenscheinlich und deshalb naheliegende Assoziationen zum politisch motivierten (rechten) Hintergrund hergestellt.
    Von links- grün, den sozialen Netzwerken, großen ö-r Medienanstalten, dem Spiegel bis zur großen Berliner Bühne des Herrn Seibert(Erinnerung: Hetzjagden) äußern sich zum „Vorfall“.
    Frau Zimmermann (Die Linke) verortet den seit Jahrzehnten bestehenden radikalen, rechten Kern in der Stadt als jenen, der dafür verantwortlich zu machen ist.
    Soweit so gut, doch allen Vermutungen und indirekten Zuordnungen fehlt es an einem wichtigen Aspekt: Beweise!
    Dann und nur dann sind Schuldzuweisungen berechtigt und zulässig.
    Der oder die Täter sollten wissen, dass Gewalt gegen Personen oder Sachen jede (auch noch so berechtigte) Forderung billig macht.
    Da auch Herr Ruch und sein ZPS Aufklärungshilfe und Aktionen zur Aufforstung angekündigt hat, darf man auf dessen Wald gespannt sein.
    Vielleicht wird es ein Wald aus Stahl unter Verwendung der abgefackelten Baukräne aus Leipzig?

  • 16
    10
    Distelblüte
    05.10.2019

    Nur mal als kleine Erinnerung: der NSU war/ist nicht zu dritt. das Unterstützernetzwerk ist nach wie vor da und aktiv.

    Der letzte Absatz drückt die Realität sehr gut aus. Leider.



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