Geld ist nicht alles

Weshalb Spieler und Trainer des FC Southampton nach einer 0:9-Pleite ihren Tageslohn spenden

Für eine deftige 0:9-Heimniederlage haben die Fußballfans viele Zuschreibungen. Klatsche, Desaster, Debakel oder einfach nur: Grottenkick. Der englische Premier-League-Klub FC Southampton erlebte jetzt im Spiel gegen Leicester City einen Schwarzen Freitag. Leicester stellte damit den Siegrekord von Manchester United aus dem Jahr 1995 ein.

Den Spielern war das Ergebnis und vor allem die eigene fußballerische Leistung offenbar mehr als peinlich. Denn am Montag verkündete der Verein, dass sie auf den Tageslohn für das Leicester-Spiel verzichten und das Geld der vereinseigenen Saints-Stiftung spenden würden. Das Trainerteam um den Österreicher Ralph Hasenhüttl gleich mit. Ja, genau dieser Hasenhüttl, der einst RB Leipzig mit viel Brausegeld zu neuen Fußballhöhen trainiert hatte. Mit Southampton klappt es nicht - der Verein ist in Abstiegsnöten.

Die Geldspende mag eine Geste sein, doch am Hungertuch werden die Profis von Southampton deswegen natürlich nicht nagen. In der Premier League spielende Profis gelten als die im Schnitt bestbezahltesten Spieler in Europa. Schließlich gibt es ja auch Festgehalt. Vom Verein FC Southampton hieß es: Die Aktion soll der erste Schritt sein, um die Fans zu versöhnen. Klingt irgendwie ein wenig nach mittelalterlichem Ablasshandel für Fußballgötter. Schließlich ist bald Reformationstag. Frei nach dem Spruch "Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt", der dem Ablassprediger Johann Teztel untergeschoben wurde, wollen die Southamptoner ihren Ruf aufpolieren. Mit Geld geht das aber nicht.

Die fußballerischen Sünden der Spieler können nur durch Siege wieder gutgemacht werden. Gelegenheit dazu ist schon am Dienstag beim Meister Manchester City. Und dann noch mal am Samstag wieder gegen den Champion. Die Katholiken vor mehr als 500 Jahren hatten es da mit ihrem Klingelbeutel schon einfacher.

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