Iktsuarpok

Was soll das denn heißen?

Als diese Frühlingstage noch sorgen- und virenfrei waren, als Besuch von Bekannten noch kein Problem darstellte, bekam ich von Freunden eine Postkarte, die mir Rätsel aufgab. "Iktsuarpok" stand da auf der Vorderseite. Der erste Versuch, das Wort rückwärts zu lesen, scheiterte. Dann las ich das Kleingedruckte: Das Wort stammt aus der Sprache der Inuit in Grönland und steht für das Gefühl der freudigen Erwartung. Es kann jemanden beschleichen, wenn er zu Hause auf seinen Besuch wartet und wiederholt zum Beispiel zum Fenster geht, um nachzusehen, ob die Person etwa schon vor der Türe steht. Das ist also Iktsuarpok. Gibt es eigentlich Iglus mit Fenstern?

Manche Worte sind wahre Bedeutungsungetüme, die nicht in andere Sprachen übersetzbar sind. Das Wort "Mamihlapinatapai" aus der Sprache der Yagan aus Feuerland (Chile) zum Beispiel. Das wurde sogar ins Guinnessbuch der Rekorde als "prägnantestes Wort" der Welt aufgenommen. Mamihlapinatapai beschreibt den Blickwechsel zwischen zwei Menschen, die sich beide wünschen, der jeweils andere solle aktiv werden. Beide wünschen sich das, aber keiner will damit anfangen.

Auch in unserer Sprache gibt es jede Menge kaum übersetzbare Begriffe. "Dreikäsehoch"? Es ist schon ungewöhnlich, wenn die Größe eines Menschen mit drei Käselaiben bemessen wird. Oder ein Beispiel aus dem Sächsischen: das wunderschöne "Muschebubu". Das Wort bezeichnet eine Stimmung, die noch gemütlicher ist als gemütlich. Oder einfach "bomforzionös". Da braucht es keine Worte mehr.


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