Karl-Eduards Wiedergänger

Wie ein Linksblatt ein altes Fernsehformat wiederbelebt

Fast 30 Jahre musste man darauf warten: Am 30. Oktober 1989 verabschiedete sich der Chefkommentator des DDR-Fernsehens, Karl-Eduard von Schnitzler (1918-2001), mit der 1519., der letzten Sendung der von ihm 1960 gegründeten TV-Reihe "Der schwarze Kanal" von seinem Publikum. Mit kommentierten, teils diskret gekürzten oder zusammengefügten Ausschnitten aus ARD und ZDF sollte er die Verderbtheit der Westmedien dokumentieren oder - nach dem Motto "sie demaskieren sich selbst" - den desolaten Zustand der BRD-Gesellschaft.

Jetzt sind seine Wiedergänger erneut auf Sendung. Am Freitagabend stellte die linke Tageszeitung "Junge Welt" die erste der seit 2004 erscheinenden Kolumnen ihres Redakteurs Arnold Schoelzel unter altem Titel auf Youtube online, vorgetragen von Christian Boldt. Es geht, etwas verschwurbelt, um den deutschen Nato-Beitrag und wie "Welt", "Spiegel Online" & Co. das Thema betrachten. Das ist vorgelesene Zeitung, mit ein paar Fotos und Texteinblendungen gespickt. Nach vier Minuten ist Schluss. Fortsetzung folgt einmal im Monat.

Nichts vom diabolischen Charisma Schnitzlers, nichts von seinem Unterhaltungswert. Ein Trost: Wer bei Youtube die Nachahmung sucht, findet in Hülle und Fülle auch das Original.

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