Kliniken rüsten mit Intensivbetten auf

Sachsens Krankenhäuser wappnen sich für Corona. Unterdessen schließt eine Reha-Klinik im Vogtland. Grund: Ein positiver Test im Personal.

Chemnitz/Falkenstein.

In den Krankenhäusern in Sachsen laufen die Vorbereitungen auf den erwarteten Patientenansturm im Zuge der Corona-Pandemie auf Hochtouren. "Alle verfügbaren Kapazitäten für Isolierung, Intensivbehandlung und Beatmung werden derzeit aktiviert und täglich weiter ausgebaut", sagte Stephan Helm, Geschäftsführer des Dachverbands Krankenhausgesellschaft Sachsen, am Mittwochnachmittag auf einer Pressekonferenz. "Wir stehen vor bisher nicht gekannten Herausforderungen."

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) nannte Sachsen "mit insgesamt 1217 regulären und 203 zusätzlich aufrüstbaren Beatmungsplätzen bereits gut aufgestellt". Die Anzahl der Plätze solle dennoch "signifikant erhöht" werden, sagte sie am Mittwoch in ihrer Regierungserklärung im Landtag. Sie sicherte den Krankenhäusern Unterstützung zu. Ihr Ministerium verzeichnete zu diesem Zeitpunkt noch keinen schweren Verlauf einer Corona-Infektion im Freistaat. Fachleute aber gehen fest davon aus, dass sich das im Zuge der ausbreitenden Pandemie ändern wird. Darauf stellen sich auch die Krankenhausbetreiber in Südwestsachsen ein.

Das Klinikum Chemnitz etwa bereitet aktuell zu den bisherigen 102 Intensivbetten zehn weitere vor. Das Heinrich-Braun-Klinikum in Zwickau erweitert Sprecherin Cathleen Schubert zufolge die Kapazität bei Beatmungsplätzen von derzeit 30 auf 40. "Am Standort Kirchberg können wir die Kapazitäten von 6 auf 10 erhöhen", ergänzt Schubert. Auch das Helios-Klinikum Aue rechnet mit steigenden Patientenzahlen. Geschäftsführer Marcel Koch: "Es gab bisher 20 Beatmungsplätze, jetzt sind es 32, plus noch einmal zusätzlich vier für Kinder. Bei den Intensivplätzen waren es bisher 19, jetzt sind es 37." Und: "Das Klinikum hält weitere 19 Intensivplätze auf Reserve vor, falls dies notwendig wird."

An den Kliniken in Adorf, Schöneck, Zschopau, Olbernhau, Stollberg, Freiberg und Mittweida werden Intensivbetten beziehungsweise Beatmungsmöglichkeiten ebenso aufgestockt - genau wie in der Paracelsus-Klinik Zwickau. Im Plauener Helios-Klinikum gibt es ein Gebäude nur für Corona-Infizierte. Das Paracelsus-Klinikum Reichenbach hat - in Form zweier Zelte - ein Corona-Ambulanz-Zentrum auf dem Parkplatz errichtet.

Gleichzeitig schränken alle Krankenhäuser geplante Operationen ein, fahren den Normalbetrieb zurück. Ein großes Problem ist derzeit der Ansturm auf die Corona-Ambulanzen an den Krankenhäusern und der Mangel an Testmöglichkeiten. Die Kliniken kündigten an, künftig vorrangig eigene Mitarbeiter und Patienten, die verlegt werden sollen, auf eine Corona-Infektion zu testen. Gesundheitsminister Petra Köpping versprach im Landtag, die Testkapazitäten zu erhöhen. Zurzeit seien 1400 Tests pro Tag möglich.

Unterdessen muss die berufsgenossenschaftliche Rehaklinik in Falkenstein im Vogtland mit mehr als 100 Patienten schließen. Unter den 96 Mitarbeitern ist ein Coronafall aufgetreten. Zwölf von ihnen befinden sich nun in Quarantäne.

 


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