Trüffel für alle!

Der Speisepilz ist selten und teuer - Das soll sich ändern: In Franken wird die Spezialität jetzt angebaut

Trüffel sind eine rare und preisintensive Angelegenheit. Ein Kilogramm Sommertrüffel kostet locker 700 Euro, die Wintervariante ist mehr als doppelt so teuer. Und damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Für die schwarzen Périgord-Trüffel aus Frankreich muss man bis zu 2500 Euro auf den Tisch legen, für den weißen Alba-Trüffel aus dem Piemont sogar über 5000 Euro. Preis hin oder her - Trüffel sind eine so einzigartige Geschmacksbombe, dass kaum ein Sternekoch darauf verzichtet, das eine und andere Gericht damit zu verfeinern. Auf dem heimischen Küchentisch landet Trüffel aber eher selten. Wer hobelt sich schon mal eben Späne einer 60 Euro teuren Knolle übers Rührei?

Doch Hobbyköche mit nicht so dicker Brieftasche dürfen hoffen. In Franken soll der seltene Pilz nun kultiviert und heimisch werden. Die Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau hat 420 Pflanzen, meistens Haselnusssträucher, zu Versuchszwecken in die Erde gebracht. Diese Bäume wurden zuvor mit Trüffelsporen geimpft, sodass sich ein weit verzweigtes Pilzgeflecht entwickeln kann. Das ist die Wachstumsgrundlage.

Die Experten erforschen nun, ob sich der Pilz unter den verschiedenen Voraussetzungen - steiniger Boden, kaum oder intensive Bewirtschaftung, sehr sonnig oder Nordseite, viel oder wenig Wasser - auf den Wurzeln tatsächlich effektiv ansiedelt. Sollte das klappen, könnten in fünf Jahren fränkische Trüffel geerntet werden. Noch aber stehen die Experten vor vielen Rätseln. "Wir wissen noch nicht, was den Wachstumsimpuls auslöst", heißt es.

Das touristische Potenzial haben die Bayern jedoch schon mal ausgelotet: "Neben Bärlauch und nach Spargel und Federweißen würden die Trüffel eine vierte kulinarische Saison bedeuten, die nicht unerheblich sein kann", meint Landesamts-Präsident Hermann Kolesch. Wahre Kenner beobachten den Anbau derweil mit Gelassenheit. "In Deutschland werden frühestens in 40 Jahren, wenn der Klimawandel fortgeschritten ist, kulinarisch wertvolle Trüffel wachsen", sagt Trüffelhändler Ralf Bos.

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