Willkommen im Zirkus!

Falls Ihnen die Decke auf den Kopf zu fallen droht, schleudern Sie ihr doch mal was entgegen: Mit diesen drei einfachen Jonglier-Tricks wird das Wohnzimmer zur Manege.

Chemnitz.

Wirbelnde Messer, brennende Fackeln, rasselnde Kettensägen: Jongleure sind Stars in der Manege. Mit Mut und Geschicklichkeit fesseln sie das Publikum. Doch sieht Jonglieren nicht nur für die Zuschauer gut aus, es macht auch Spaß. Und mit etwas Übung und Geduld kann man es auch zu Hause lernen und im Wohnzimmer trainieren. Man muss ja nicht mit den Kettensägen beginnen.

Jonglieren ist die Kunst, Gegenstände in die Luft zu werfen und wieder zu fangen - immer wieder. In der Regel befindet sich dabei mindestens eines der Objekte in der Luft, bei Profis mehrere. Zum Jonglieren dienen Requisiten wie Bälle, Ringe und Keulen. Dieses Hobby fördert Wohlbefinden, Reaktionsschnelligkeit und Konzentrationsfähigkeit. Man bekommt ein Rhythmusgefühl und baut Stress ab. Für manche Menschen ist Jonglieren ein Ausgleich im Alltag, der einer Meditation gleichkommt. Erste Versuche zu jonglieren sind nicht schwierig. Man muss sich nur trauen, loszulassen - und wieder zu fangen. Die drei folgenden Tricks sollen Mut machen, es einmal zu versuchen.

Kugelschwert-Balance Kendama ist eigentlich noch kein Jonglieren, aber ein gutes Training, das die Geschicklichkeit schult und aufs Jonglieren vorbereitet. Das Spiel aus Japan wird gerade zum Trendsport, der langsam auch in Deutschland ankommt. Das Wort Kendama heißt übersetzt Kugelschwert, was im Wesentlichen den Aufbau des Geräts beschreibt. Es besteht aus einer Kugel mit Loch und einem Griff, der eine Spitze und zwei Teller besitzt. Diese beiden Holzteile sind mit einer Schnur locker verbunden. Ziel des Spiels ist es, die an der Schnur hängende Kugel nach oben schnellen zu lassen und sie dann mit der Spitze oder auf einem der Teller zu fangen. Das funktioniert wie die hierzulande beliebten Becherfangspiele, lässt aber aufgrund des Aufbaus des Griffes mehr Kombinationsmöglichkeiten zu, wenn man Fangreihenfolgen definiert: zum Beispiel drei Mal Teller links fangen, dann Spitze, dann rechter Teller. Hat man gerade kein Kendama-Set zur Hand, kann man sich ein Fangspiel improvisieren: aus einem Plastik- oder Pappbecher, etwas Strick, Klebeband und einem Tischtennisball oder großen Perle.

Tuch-Kreislauf Den Einstieg ins Jonglieren meistert man am einfachsten mit Tüchern. Dazu gibt es spezielle Sets, für den Anfang reichen aber drei Quadrate aus sehr dünnem Stoff. Diese sollten möglichst leicht sein, damit die Tücher langsam zu Boden gleiten. Dadurch hat der Übende Zeit zum Fangen, was Anfängern entgegenkommt. Tücher rollen am Boden auch nicht weg und machen keinen Lärm, wenn sie fallen. Darum sind sie perfekt fürs Üben in der Wohnung.

Die Tücher werden in der Mitte gegriffen, die vier Ecken hängen zu Boden. Zu Beginn übt man erst einmal das Werfen aus dem Handgelenk, um ein Gefühl für die Tücher zu bekommen. Man stellt sich aufrecht hin, die Arme sind auf Bauchhöhe. Mit einer wippenden Bewegung der Hand wirft man das Tuch senkrecht nach oben, fällt das Tuch und erreicht wieder die Höhe der Hand, greift man zu: Das Tuch ist gefangen. Das probiert man für beide Hände aus, bis man dabei recht sicher ist. Dann startet man den Tuch-Kreislauf.

Hierbei rotieren die Tücher in einem Kreis von Hand zu Hand. Dazu hält man - bei Rechtshändern - zwei Tücher in der rechten Hand, ein Tuch in der linken. Die rechte wirft die zwei Tücher hintereinander auf Schulterhöhe zur linken Körperseite. Die linke Hand übergibt das Tuch nach rechts, entweder durch Wurf oder einfaches in die Hand Drücken, und fängt das erste in der Luft befindliche Tuch. Während sie dieses wiederum nach rechts übergibt, hat die rechte Hand ihr Tuch bereits wieder hochge- worfen.

Auf diese Weise entsteht jonglierend ein Kreislauf, bei dem sich immer ein Tuch oben in der Luft befindet. Das kann man beidseitig üben, Geschickte können ein viertes Tuch hinzunehmen. Auf Dauer werden jenen, die Spaß am Jonglieren gefunden haben, die Tücher nicht ausreichen. Sie können auf Bälle umsteigen, denn diese lassen viel mehr Trickkombinationen zu.

Socken-Kaskade Wer keine Bälle hat, kann sich jeweils aus zwei ineinander gekrempelten Socken drei geeignete Objekte basteln. Man kann sich auch mit ihnen zunächst an den Kreislauf wagen, der mit den Tüchern beschrieben wurde. Die Körperhaltung ist bei den Übungen identisch.

Für die Kaskade fängt man mit zwei Bällen in der Rechten, einem in der Linken an. Die Rechte wirft einen Ball zur linken Seite, die angestrebte Höhe ist die Stirn. Hat der Ball den höchsten Punkt erreicht, wirft die linke Hand einen weiteren Ball, und zwar wiederum auf Stirnhöhe zur rechten. Auf diese Weise ist sie frei und kann den ersten Ball fangen. Erreicht der zweite Ball seinen höchsten Punkt, wird der dritte Ball von der rechten erneut zur linken Hand geworfen. Danach fängt die rechte Hand den zweiten Ball. Und so weiter, im Wechsel.

Dabei muss man aufpassen, nicht leicht nach vorn, sondern wirklich nur zur Seite zu werfen. Die Hände gehen den Bällen nicht entgegen, sondern bleiben auf Bauchhöhe. Ein rhythmisches Zählen ("eins und zwei und drei") unterstützt den Fluss der Bälle.


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