XXL

Warum die Briten superteure Autos bauen und die Schweizer sich extrabreite Straßen wünschen

Sein Name ist Martin, Aston Martin DB5. Der legendäre Flitzer von James Bond in "Goldfinger" und sieben weiteren 007-Filmen wird jetzt wieder gebaut. Ab 2020 werden 28fabrikneue Exemplare vom Band rollen. Originalgetreu. Das hat seinen Preis: mindestens schlappe drei Millionen Euro plus Steuern.

25 Wagen sollen in den Direktverkauf gehen, ein Exemplar bleibt bei Aston Martin und eines bei der Firma "EON", die an der Produktion aller Bond-Filme beteiligt war. Welche Spielereien oder neudeutsch Gadgets bekommt der Aston Martin? James Bond nutzte die ausfahrbaren Klingen in den Radnaben ebenso wie die versteckten Rammstangen an Front und Heck oder die Maschinengewehre unter den vorderen Blinkern. Auch das drehbare Nummernschild würde im Straßenverkehr sicherlich Verwendung finden. Aber solchen technischen Schnickschnack könnten die Besitzer eh nur in der Garage oder auf einem Privatgrundstück nutzen. Die Replik wird keine Straßenzulassung bekommen. Vorschriften machen auch vor Filmlegenden nicht halt.

Ein letzter DB5 wird für einen noch nicht näher benannten wohltätigen Zweck versteigert. Luxus soll schließlich auch armen Schluckern zugutekommen. Apropos: Viele Autofahrer stehen eh lieber auf Spritschlucker wie Sport Utility Vehicles (SUVs) und klassische Geländewagen. Der Trend, mit chromglitzerndem Bullengitter und mit bis zu 700PS auf Asphaltstraßen herumzufahren, ist in Deutschland ungebremst. In der Schweiz haben die vielen neuen SUVs eine Grundsatzdebatte ausgelöst: Sind die Straßen zu schmal? Das Problem kennen auch die Deutschen: Hierzulande wurden deshalb vielerorts die Überholspuren in Autobahnbaustellen um 20 Zentimeter verbreitert.

Im südlichen Nachbarland geht es gleich ums Ganze: eine neue Norm für den Straßenbau. Bis zu 50Zentimeter mehr Platz wollen die Experten nun Schweizer Verkehrsteilnehmern spendieren. Die Debatte ist so kontrovers wie der Ausgang offen. James Bond jedenfalls brauchte nie breitere Straßen. Er konnte jeden Bösewicht auf einem Kanaldeckel ausbremsen - oder notfalls wegsprengen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...