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So erkennt man Manipulation - und das kann man dagegen tun

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Ob privat oder beruflich: In jedem Lebensbereich kann man auf manipulative Menschen treffen. Ein Experte erklärt, worauf es ankommt, um Manipulationsversuche zu erkennen - und wie man sich schützt.

Weinheim.

Ein kleines Kompliment, etwas Schmeichelei - und schon tappt man in die Falle? Manipulation ist schwer erkennbar und belastet die Opfer. Wie man Manipulationsversuche erkennt und verhindert, verrät Rainer Sachse, Professor für klinische Psychologie und Psychotherapie, in der Zeitschrift "Psychologie Heute Compact" (Ausgabe 76).

Laut Sachse bedeutet Manipulation "jemanden zu etwas zu bringen, das er oder sie eigentlich nicht tun will", und was der manipulierenden Person einen Nutzen oder Vorteil bringt. 

Grundsätzlich sind wir alle anfällig für Manipulationsversuche. Manche Menschen lassen sich von Komplimenten einwickeln, andere geben nach, wenn ihnen ein schlechtes Gewissen gemacht wird. "Dabei appelliert ein Manipulator an das schlechte Gewissen seines Gegenübers und stellt sich bewusst als schwach und hilflos dar." Das sehe man etwa in Beziehungen, wenn eine Person Kopfschmerzen vortäusche und statt zu sagen "Ich möchte, dass du heute bei mir bleibst" lügt - "denn sie weiß, dass sie damit einen Nerv trifft". 

Wer so auf die eine oder andere Weise beeinflusst wird, fühlt sich dann gezwungen, den Forderungen nachzukommen und es der anderen Person recht zu machen. Um nicht zum Opfer von Manipulationsversuchen zu werden, muss man sie aber auch erkennen.

Wie merke ich, wenn ich manipuliert werde?

Rainer Sachse sieht das eigene Bauchgefühl als besten Helfer: Ihre Intuition sage Ihnen in der Regel frühzeitig, dass etwas nicht stimmt - sei es im Kontakt mit dem Partner, der Mutter oder einer Kollegin. Sie würden plötzlich Dinge tun, die Sie eigentlich nicht wollen. "Man sollte diesem Bauchgefühl trauen, denn es ist sehr valide". 

Und dann? Wie wehrt man sich gegen einen Manipulationsversuch? Oft kann man dem Manipulierenden den Wind aus den Segeln nehmen, indem man die Person konfrontiert und zeigt: Ich weiß, was du tust und finde es nicht in Ordnung. 

"Machen Sie ruhig und rational deutlich, dass Sie das Manöver durchschauen, nach dem Motto: Der Versuch ist nicht strafbar, aber zwecklos", rät Sachse. Dann laufe die Manipulation meist ins Leere. Man könne auch sagen: "Es kann sein, dass ich mich über deine Absichten irre, feststeht, dass ich das nicht möchte."  

Nur bei Menschen, die die gängigen sozialen Normen nicht teilen und denen die Gefühle anderer egal sind, könnte es sein, dass man mit ihnen nicht verhandeln und sich der Manipulation nur aktiv entziehen könne. Dann würde Sachse im Zweifelsfall raten, zu gehen - egal ob es um den Job geht oder eine Beziehung. (dpa)

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