Herzenssache: Er hört nicht auf mich

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Eine Kolumne von Paar- und Singleberater Christian Thiel

Mein Mann und ich streiten uns oft über die Kindererziehung. Ich möchte, dass er auch mal ein Buch dazu liest. Er bleibt stur bei den Regeln, die er wichtig findet. Das ist für die Kinder nicht gut, und auch unsere Partnerschaft leidet darunter sehr. Wir finden kaum noch zueinander, und die Anspannung tut uns allen nicht gut. Haben Sie einen Rat?

Bei manchen Fragen würde ich gerne beiden Beteiligten den Kopf waschen. Bei Ihrer ist das so. Dass Sie darauf bestehen, dass er unbedingt einen Erziehungsratgeber liest, verschlechtert die Beziehung. Und dann leiden die Kinder unter der Anspannung zwischen Ihnen beiden. Glauben Sie, das tut denen gut?

Und Ihren Mann würde ich gerne fragen, ob er wirklich glaubt, dass seine Verweigerung gegenüber guten Erziehungsratgebern für seine Kinder und für seine Ehe eine Hilfe ist.

Die Antwort lautet: Natürlich nicht. Sie beide haben sich in einer Kampfstellung verhakt. Das passiert vielen Paaren. Jeder weiß, was richtig ist.

Und genau das ist in meinen Augen das Problem. Die Devise Ihres Kampfes lautet: "Ich bin im Recht. Sieh das doch endlich ein!" Ich habe noch von keinem Paar gehört, bei dem es einem Partner gelungen ist, den anderen von so einer "irrigen" Meinung abzubringen.

Oft ziehen sich solche Kämpfe nicht nur über Jahre, sondern sogar über Jahrzehnte - und sorgen für schlechte Stimmung in der Beziehung.

Die schlechte Stimmung in der Beziehung wirkt sich in der Regel auf die Sexualität aus. Die wird schlechter. Und die schlechtere Sexualität verschärft den Konflikt noch einmal.

Ich habe deshalb folgenden Vorschlag: Sie beide lassen das Streitthema in den nächsten Wochen einfach mal ruhen. Wenden Sie sich bitte den angenehmen Seiten der Beziehung zu.

Sie sollten sich gerne berühren, gerne umarmen und gerne küssen, vor allem zur Begrüßung und zur Verabschiedung. Das alles machen Paare mit einem Streitthema in der Regel kaum noch. Manchmal habe ich sogar die Vermutung, dass das Streitthema nur deshalb entstanden ist, weil die Paare lieblos miteinander umgehen. Der Streit sorgt dann dafür, dass sie sich einander zuwenden, leider aber nicht im positiven Sinne.

Viele Paare glauben, dass sie erst ihre Probleme lösen müssen, um dann wieder glücklich miteinander zu sein. Das ist ein dorniger Weg. Andersherum ist es viel einfacher. Paare, die dafür sorgen, dass es Ihnen gut miteinander geht, gelingt es deutlich leichter, ihre Probleme anzugehen.

Der erste Schritt dahin ist, dass Sie verstehen wollen, warum der Partner anders ist als Sie. Verständnis ist der Schlüssel, damit Sie wieder zueinanderfinden..

Christian Thiel ist Single-, Partnerschaftsberater und Autor. Haben auch Sie eine Frage an ihn? Schreiben Sie an: expertentipp@redaktion-nutzwerk.de

 

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