Da Costa gegen Spielabbruch im Kampf gegen Rassismus

Frankfurt/Main (dpa) - Fußballprofi Danny da Costa hält einen Spielabbruch im Kampf gegen Rassismus nicht für eine geeignete Maßnahme.

«Ich glaube nicht, man bestraft dann 50.000 Zuschauer, weil eine Gruppe von, sagen wir, zehn Leuten, sich daneben benimmt», sagte der deutsch-angolanische Verteidiger des Bundesligisten Eintracht Frankfurt im Interview der «Frankfurter Rundschau». «Und mal ehrlich: Wer Affenlaute macht, weil da ein paar Dunkelhäutige rumlaufen, der interessiert sich doch nicht großartig dafür, was auf dem Platz passiert, dem ist das doch egal.»

Der 29-jährige gebürtige Neusser war 2013 selbst Opfer rassistischer Beschimpfungen während eines Zweitligaspiels zwischen 1860 München und dem FC Ingolstadt gewesen. «Natürlich gibt es Vorfälle, aber das sind Idioten, die gibt es leider überall», meinte da Costa. «Wichtig ist, dass es nicht unter den Tisch gekehrt wird. Die Mehrheit steht sehr wohl auf und sagt: «Das geht nicht.»»

Rassismus spüre er selbst allerdings auch im Alltag. «Es ist nicht so, dass ich auf der Straße offen beleidigt werde oder mir Affenlaute entgegen gebrüllt werden, aber es gibt kleine Sachen, die unheimlich wehtun und hart sind», sagte da Costa. So habe sich vor nicht all zu langer Zeit jemand, der ihn kommen sah, versteckt und sei erst weitergegangen, als er an ihm vorbei gewesen war. «Daran habe ich schon zu knabbern», bekannte er. «Natürlich bin dunkelhäutig, aber deswegen bin ich doch kein wildes Tier und stürme auf Leute zu.»


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