Verletzte und verlorene Punkte: Schalke-Coach Wagner genervt

Drei Wochen nach dem berauschenden Rückrunden-Auftakt gegen Gladbach ist beim FC Schalke Ernüchterung eingekehrt. Die vielen Verletzten nerven Trainer Wagner. Damit allein sind die erneut verlorenen Punkte gegen einen Abstiegskandidaten aber nicht zu erklären.

Gelsenkirchen (dpa) - Die Sorgen auf Schalke werden größer. Nach einer unbefriedigenden Woche mit Problemen auf vielen - teils ungeahnten - Ebenen herrscht beim Revierclub akute Absturzgefahr.

Von der Euphorie nach dem berauschenden 2:0 gegen Titelanwärter Borussia Mönchengladbach zum Rückrundenstart ist drei Wochen später kaum noch etwas zu spüren. Gegen den Tabellenletzten SC Paderborn ließ der FC Schalke beim enttäuschenden und vor allem ganz schwachen 1:1 (0:0) bereits zum dritten Mal in dieser Saison wichtige Punkte gegen einen Abstiegskandidaten liegen. Das sorgt für Frust.

Auf das Offensichtliche angesprochen, wurde Trainer David Wagner fast unwirsch. «Das ist mir zu konstruiert», fauchte Wagner, als er an das 1:1 gegen den 1. FC Köln im Oktober und das 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf im November erinnerte: «Gegen Köln bekommen wir den Ausgleich in der Nachspielzeit und gegen Fortuna haben wir dreimal geführt. Die waren an dem Tag einfach bockstark, das war ein tolles Spiel.» Vom müden Kick am Samstag kann man das nicht behaupten.

Vier Tage nach den 120 Minuten im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Hertha BSC (3:2 nach Verlängerung) mit üblen Begleiterscheinungen wie den Rassismus-Vorwürfen gegen einzelne Anhänger war Wagners Team gegen Paderborn vor allem eins: platt. Wagner schob die erneute Enttäuschung gegen einen Underdog auf viele wichtige Verletzte.

«Dass wir Schwierigkeiten haben, personeller Art, das sieht man. Das ist personell gerade eine sehr, sehr schwierige Phase», sagte Wagner. Zu den bereits fehlenden Stammspielern Daniel Caligiuri, Jonjoe Kenny, Suat Serdar, Salif Sané und Benjamin Stambouli gesellte sich nach gut 30 Minuten am Samstag in Ozan Kabak ein weiterer wichtiger Mann: Verdacht auf Muskelfaserriss.

Jedes Spiel für sich genommen mag durchaus unterschiedliche Gründe für die verschenkten Punkte gehabt haben. Nervig für den ambitionierten Club sind die sechs verlorenen Zähler gegen den FC, Fortuna und nun Paderborn aber allemal. Damit wäre Schalker aktuell mitten im Meisterrennen. Mit stattdessen 35 Zählern müssen die Königsblauen stattdessen als Tabellensechster um den Europapokalplatz bangen. Nach dem euphoriestiftenden 2:0 gegen Gladbach war die Ausbeute alles andere als gut: Es folgten das böse 0:5 beim FC Bayern, das lahme 0:0 in Berlin in der Liga und nun die herbe Enttäuschung gegen Paderborn.

Dass Schalke trotz der Verletzten nicht in der Lage war, den Tabellenletzten zu dominieren, gab Anlass zur Sorge. «Natürlich muss es unser Anspruch sein, zu Hause gegen den Tabellenletzten zu gewinnen», gab Ahmet Kutucu zu bedenken. Das eingewechselte Talent hatte Schalke in Führung geschossen (63. Minute). Dass dies nicht reichte, schien die Spieler mehr zu beschäftigen als Wagner.

Für Paderborn wäre mehr drin gewesen als der Ausgleich durch Klaus Gjasula (81.). «Das Spiel hätten wir gewinnen müssen», sagte Sportchef Martin Przondziono unwidersprochen. Die Schalker schoben Frust. «Ich kann mich gar nicht richtig über mein Tor freuen», bekannte der 19 Jahre alte Kutucu nach seinem dritten Saisontreffer.

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