Dynamo Dresden startet gegen Ex-Coach: «Keine Überraschungen»

Coach Maik Walpurgis hat den Umbruch bei Dynamo Dresden im Winter fortgesetzt, um das Ziel einstelliger Tabellenplatz zu erreichen. Schon zum Auftakt wird es emotional, eine besondere Rückkehr steht an.

Dresden (dpa) - Ausreden gibt es keine mehr. Trainer Maik Walpurgis hat den Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden während der Winterpause weiter umgebaut: Neues System, neuer Mannschaftsrat, neue Ernährungspläne. Unter der Überschrift «Widerstände bekämpfen» sind die Ziele für die zweite Saisonhälfte klar definiert. 47 Punkte und ein einstelliger Tabellenplatz sollen es mindestens werden.

Gleich der Auftakt wird emotional. In Uwe Neuhaus und Peter Nemeth kehrt am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) mit Arminia Bielefeld das im August entlassene Trainergespann zurück nach Dresden. «In der Tat wird es etwas komisch. Wenn man im Fußball so eine relativ lange Zeit vertrauens- und respektvoll zusammenarbeitet, da bleibt schon eine Menge hängen», sagte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge. «Das sind schon gemischte Gefühle, aber wenn der erste lange Pfiff kommt und das Spiel läuft, muss jeder seinen Job erledigen.»

Neuhaus kennt den Dresdner Kader bestens, hat ihn schließlich selbst zusammengestellt. Für Walpurgis ist das kein Problem: «Uwe weiß über jedes Detail Bescheid. Aber wir sind beide gut informiert, da wird es keine Überraschungen geben. Von daher ist es eine spannende Konstellation», sagte der 45-Jährige am Dienstag. Auch er kennt die Arminia nur zu gut: «Ich kenne keine Mannschaft besser, bin mit dem Verein vor meiner Haustür groß geworden.»

Neu bei Dynamo ist, dass das bereits am letzten Spieltag vor der Pause gegen Duisburg ausprobierte 4-4-2-Systeme wurde im Trainingslager weiter gefestigt und soll Dresden weniger ausrechenbar machen. Die Konkurrenz muss wieder vor neue Aufgaben gestellt werden. Personelle Veränderung gab es dagegen nicht, Minge und Walpurgis wollen den eigenen Nachwuchs weiter fördern.

Gut möglich ist, dass Dresden gegen die Ostwestfalen doch zunächst auf das bisherige 3-4-3-System zurückgreifen muss. Stürmer Lucas Röser musste aufgrund eines Infekts bisher passen. Florian Ballas, Patrick Möschl (beide Aufbautraining) und Philip Heise (Infekt) fallen definitiv aus, Patrick Ebert ist wie Röser erst Dienstag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Auch den Mannschaftsrat hat Walpurgis neu geordnet. «Ich wollte noch einmal frisches Blut reinbringen, bewusst Akzente setzen», sagte der 45-Jährige. Für Philip Heise und Ersatztorwart Patrick Wiegers wurden Brian Hamalainen und Jannik Müller in das fünfköpfige Gremium um Kapitän Marco Hartmann, Ebert und Sören Gonther berufen. Walpurgis war das wichtig, «um klar Verantwortung für die anstehenden Aufgaben zu übernehmen. Wir wissen um die Probleme der Vergangenheit.»

Wohlfühlzonen und Einstellung der Spieler wurden als Ursache für schwankende Leistungen der vergangenen eineinhalb Jahren ausgemacht. Disziplinlosigkeiten, fehlender Eifer und Konzentration sowie mentale Blockaden sollen konsequent abgeschüttelt werden. «Wir müssen mehr Konstanz, vor allem in den Heimspielen, reinbekommen. Das hängt auch mit der Mentalität zusammen, dort haben wir Reserven», sagte Minge.

Der Auftakt wird eine erste Standortbestimmung und sollte nicht verloren werden. Denn auch danach geht es Schlag auf Schlag. Es folgen zwei schwere Auswärtsspiele gegen den FC Heidenheim und den Hamburger SV, ehe Jahn Regensburg (Heim) und der SV Darmstadt (Auswärts) auf die Sachsen warten. Zur Hinrunde konnten gegen diese fünf Mannschaften nur sechs Punkte eingefahren werden. Soll die fragile Stimmung nicht kippen, müssen es wohl mehr werden.

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