Erzgebirge Aue setzt Aufwärtstrend fort

Erzgebirge Aue musste vor dem Heimspiel gegen Bielefeld lange um den Einsatz von Jan Hochscheidt bangen. Der 31-Jährige meldet sich erst kurz vor dem Anpfiff fit. Später wurde er zum Matchwinner.

Aue (dpa/sn) - Jan Hochscheidt lief in der 66. Minute schon in Richtung Auswechselbank, weil er dachte, die Partie sei für ihn beendet. Doch Trainer Daniel Meyer holte Stürmer Pascal Testroet vom Feld, um Dimitrij Nazarov einzuwechseln. Wenige Sekunden später schoss Hochscheidt den FC Erzgebirge Aue mit einem Traumtor zum 1:0 (0:0)-Erfolg über Arminia Bielefeld. Nach dem vierten Saisonsieg und der dritten ungeschlagenen Partie in Serie haben die «Veilchen» den Vorsprung auf den Relegationsplatz in der 2. Fußball-Bundesliga auf fünf Punkte ausgebaut. «Ich freue mich für Jan, weil er letzte Woche in Dresden einige Chancen liegen gelassen hat. Bevor sich so etwas im Kopf festsetzt, ist es gut, wenn ein Spieler in der nächsten Partie gleich wieder trifft», sagte Trainer Meyer und hatte auch noch eine andere, nicht ganz ernst gemeinte Erklärung für Hochscheidts Trefferglück parat: «Jan hat mich in der Woche vor dem Dresden-Spiel zweimal im Training getunnelt - das kann nicht funktionieren, da hatte er schlechtes Karma. Diese Woche bin ich sauber durchgekommen.» Was wahrscheinlich auch daran lag, dass Hochscheidt in den Tagen vor dem Bielefeld-Spiel kaum trainieren konnte. Der 31-Jährige musste wegen einer Knieverletzung häufig aussetzen. «Ich konnte mein Knie nicht bewegen, im Abschlusstraining ging es einigermaßen, im Spiel dann komplett», berichtete Hochscheidt, der vor dem Spiel noch einen Belastungstest absolvierte. Erst da gab es Grünes Licht für das Duell gegen die Arminia. Der entscheidende Treffer fiel Mitte des zweiten Durchgangs. Nach einem langen Pass von Dennis Kempe traf Hochscheidt den Ball aus vollem Lauf. Die Kugel schlug unter der Latte ein, Bielefelds Torhüter Philipp Klewin war chancenlos. «Spiele gegen Arminia verlangen einem körperlich immer alles ab. Da muss man schauen, dass man in den entscheidenden Situationen kühlen Kopf bewahrt. Das ist uns diesmal gut gelungen», sagte Hochscheidt. Die Auer überzeugten gegen die Ostwestfalen vor allem im Defensivverhalten. FCE-Torhüter Martin Männel wurde dank seiner aufmerksamen Vorderleute kaum ernsthaft geprüft. Lediglich beim Torabschluss sah der Trainer noch Steigerungspotenzial. «Wir haben einige Situationen nicht sauber zu Ende gespielt. Dennoch merkt man, dass bei uns immer mehr Sachen zusammenwachsen und die Abläufe immer besser greifen. Das war eine richtig gute Mannschaftsleistung», erklärte Meyer und hob mit Malcolm Cacutalua und John-Patrick Strauß dennoch zwei Spieler besonders hervor. Das Duo rückte für die gesperrten Nicolai Rapp und Calogero Rizzuto in die Startelf. Verteidiger Cacutalua gewann in der Dreierkette alle wichtigen Zweikämpfe. Strauß, der auf der rechten Außenbahn zum Einsatz kam, rannte 13 Kilometer und war damit laufbester Spieler seines Teams. «Das war großes Kino von beiden und zeigt, dass unser Kader auch in der Breite genug Qualität hat, um in der 2. Liga zu bestehen», lobte Meyer beide Spieler. Dennoch droht Cacutalua und Strauß im nächsten Auswärtsspiel am Sonntag beim 1. FC Heidenheim schon wieder der Platz auf der Bank. «Bei uns ist im Moment der Bessere der Feind des Guten. Wir haben viele richtig gute Spieler. Ich gehe davon aus, dass Rapp und Rizzuto wieder in die Startelf zurückkehren. Trotzdem ist die Woche noch lang, da kann viel passieren», freut sich Meyer über den Konkurrenzkampf in seinem Kader. Doch der tobt erst wieder ab Dienstag. Denn nach dem Heimsieg gegen Bielefeld gab der Trainer seinen Spielern zwei Tage frei.

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