«Dramatik pur»: Nürnberger hadern nach bitterer Niederlage

Von diesem Fußball-Wahnsinn werden die Beteiligten noch länger reden. Der «Club» verliert spektakulär in Aue mit 3:4. Der Schlusspunkt des Dramas ist ein verschossener Elfmeter - darauf folgt ein Versprechen.

Aue (dpa/lby) - Nach dem irren Fußballspiel in Aue reagierten die unglücklichen Verlierer des 1. FC Nürnberg mit Trotz. «Das Spiel wirft uns nicht zurück», versprach Kapitän Hanno Behrens nach dem 3:4 (0:0) am Freitagabend in der 2. Bundesliga, bei dem Angreifer Michael Frey in der neunten Minute der Nachspielzeit bei einem Foulelfmeter die Chance vergab, dem «Club» wenigstens einen Punkt zu retten.

«Die Mannschaft lebt, ist voll da», erklärte auch Mittelfeldspieler Johannes Geis, der nach einem zuvor sicher verwandelten Strafstoß den zweiten Teamkollege Frey überlassen hatte. «Ich weiß, wie wichtig es ist für einen Stürmer, zu treffen. Michi hat sich gut gefühlt, da bin ich dann kein Egoist», schilderte Geis die Schützenentscheidung: «Er ist leider nicht reingegangen, aber ich mache ihm keinen Vorwurf.»

Der dritte und letzte Elfmeter war vor 14 000 Zuschauern im Erzgebirgestadion aber nur die finale von mehreren Schlüsselszenen in einer Partie, in der die Gäste nach dem Führungstor von Frey (51. Minute) eigentlich auf Siegkurs schienen. «Ich denke, dass die Rote Karte und der Elfmeter zum 1:1 der Schlüssel war», meinte Nürnbergs Trainer Damir Canadi in seiner Analyse. Dimitrij Nazarov traf in der 62. Minute vom Punkt, nachdem FCN-Verteidiger Asger Sörensen den Ball auf der Linie mit der Hand abgewehrt hatte und Rot sah.

In Nürnberger Unterzahl wurde es dann ein wildes, spektakuläres Spiel. «Es kippt dann - Dramatik pur», sagte Canadi. Jan Hochscheidt (75.), Marko Mihojevic (86.) und Florian Krüger (90.+4) trafen für Aue. Geis (78., 90.+2/Foulelfmeter) brachte zehn Nürnberger zweimal in Unterzahl zurück ins Spiel. «Jeder, der dabei war, wird von diesen 35 Minuten noch länger sprechen. Es war ein unglaubliches Spiel», sagte Canadi zu dem Wahnsinn, der sich nach dem 1:1 abgespielt hatte.

Der Österreicher haderte mit Aues Siegtor zum 4:3: «Das war aus meiner Position klar abseits. Dafür gibt es Video.» Mehrmals musste der Videobeweis bemüht werden, «es waren viele strittige Situationen dabei», bemerkte Canadi. Auch wenn die Technik dem FCN in Aue nicht half, sagte Canadi: «Am Ende macht es den Fußball sauberer.»

Die bittere Niederlage nach zuvor sechs ungeschlagenen Partien wirft den «Club» wieder zurück. 13 Punkte aus zehn Spielen sind zu wenig für ein Team, das um den Aufstieg mitkämpfen will. «Wir haben mit zehn Mann eine Riesenmoral bewiesen, waren bis zur Roten Karte die klar bessere Mannschaft», erklärte dennoch Andreas Lukse, der den langfristig verletzten Christian Mathenia im Tor ersetzen muss. «Jetzt ist die Serie leider gerissen, aber jetzt können wir eine neue mit mehr Siegen starten», kommentierte Geis trotzig.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...