Ex-Dynamo will in Aue vorangehen

Sören Gonther ist beim FC Erzgebirge der mit Abstand prominenteste Neuzugang des Sommers. Vor der ersten Trainingseinheit als Veilchen erklärt der Verteidiger, warum er Zweitligarivale Dresden verließ und im Lößnitztal anheuerte.

Aue.

Einen Lieblingsmitspieler beim FC Erzgebirge Aue hat Sören Gonther schon vor seiner ersten Trainingseinheit als Veilchen gefunden: Robert Jendrusch. Der Torhüter des Zweitligisten gab die vom Verteidiger heißgeliebte Trikotnummer 26 an den Neuzugang ab. "Ich sage nicht, wie, aber ich werde mich erkenntlich zeigen. Da bin ich ein Ehrenmann", versprach Gonther am Montag dem Keeper.

Der Verteidiger ist der sechste Neuzugang der Auer in diesem Sommer, doch er sticht heraus. Bisher kamen lediglich junge Profis, eher Perspektivspieler als Kandidaten für die erste Elf. "Mein Anspruch ist es, zu spielen und auf und neben dem Platz voranzugehen", stellte der 32-Jährige, der einen Zweijahresvertrag beim FC Erzgebirge unterschrieben hat, klar. Die Erfahrung dafür besitzt er zweifelsohne: Mit 201 Zweitligaeinsätzen gehört er zu den routiniertesten Profis im Fußball-Unterhaus. Im Kader der Erzgebirger bestritten nur Torhüter Martin Männel und Mittelfeldstratege Jan Hochscheidt mehr Partien in der 2. Bundesliga. "Er ist einer, der die jungen Spieler führen kann", meinte FCE-Trainer Meyer. "Wir wollten noch einen erfahrenen Spieler für die Verteidigung. Er passt perfekt ins Profil."

Gonther ist auch der einzige Neue dieser Transferperiode, dessen Name die Auer Fans auf Anhieb kennen dürften. Der Hesse stand bereits elfmal als Gegenspieler der Veilchen auf dem Platz. "Ich habe fast nie gegen Aue gewonnen. Ich musste deswegen hierhin wechseln, um Spiele gegen Aue zu vermeiden", scherzte der Abwehrroutinier.

Nach Pascal Testroet im Vorjahr ist Gonther zudem der zweite Profi in der jüngeren Vergangenheit, der von Rivale Dynamo Dresden nach Aue wechselt, noch bevor der Vertrag ausgelaufen ist. Warum der stellvertretende SGD-Kapitän den Schritt aus der Landeshauptstadt ins Erzgebirge gegangen ist? "Mir ist es wichtig, das Gefühl zu haben, gebraucht zu werden und Wertschätzung zu genießen", antwortete Gonther. "Ich glaube, dass es in dieser Saison in der Konstellation mit mir und Dynamo-Trainer Christian Fiel nicht mehr funktioniert hätte. Das war der Punkt, warum ich mir über einen Wechsel Gedanken gemacht habe."

Vor allem das Gespräch mit seinem neuen Trainer gab den Ausschlag für die Vertragsunterzeichnung bei den Veilchen. "Genauso wie Uwe Neuhaus ein triftiger Grund war, nach Dresden zu gehen, war es bei dieser Entscheidung Daniel Meyer", sagte der 1,86 Meter große Innenverteidiger.

Als er vergangene Saison am 9. Spieltag seinen Kreuzbandriss aus dem Vorjahr auskuriert hatte, war Neuhaus in Dresden seinen Job los. "Trotzdem habe ich nach der Rückkehr mein altes Niveau wieder erreicht - und hatte meinen Anteil am Klassenerhalt."

Dass Gonther zum Ende der vergangenen Saison bei Teilen der Dynamo-Fans in Ungnade fiel, sei kein ausschlaggebender Grund für den Transfer gewesen, betont er. Der Verteidiger hatte Torhüter Markus Schubert in Schutz genommen, als dieser für seinen Abgang aus Dresden von den Ultras ausgepfiffen wurde. "Die Situation war nicht schön - gar keine Frage. Am Ende des Tages habe ich aber nichts anderes gemacht, als mich vor den Jungen gestellt. Mir ging es um das Spiel in Ingolstadt: Wir hätten die Unterstützung der Fans gebraucht, aber die Unmutsbekundungen haben auf die komplette Mannschaft abgefärbt. Ich habe niemandem verboten, sauer auf Schubi zu sein", so Gonther und fügte an: "Die Thematik ist ganz schön hochgekocht, für mich war es aber nie eine große Sache. Deswegen will ich auch gar nicht weiter darüber sprechen."

Viel lieber spricht er über die gelungene Verhandlung um die geliebte Rückennummer. "Ich hätte nicht die Zelte direkt wieder abgebrochen, wenn ich die 26 nicht bekommen hätte", sagte er lachend. "Ich habe mir 13 Jahre die Nummer übergestreift. Es wäre schon komisch, wenn es die letzten zwei Jahre anders wäre. Die meisten Varianten des Aberglaubens habe ich im Laufe der Jahre erfolgreich abgelegt, aber die Nummer will ich gern behalten."

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