Krisenstimmung in Dresden: Fans äußern lautstark ihren Unmut

Der Kredit bei den Fans von Dynamo Dresden scheint aufgebraucht. Nach der vierten Saison-Niederlage äußerten diese lautstark ihren Unmut. Coach Cristian Fiel zeigt Verständnis und ist unglücklich über die Länderspiel-Pause.

Dresden (dpa) - Laute Pfiffe und wütende Rufe wie «wir wollen euch kämpfen sehen» hallten nach dem Schlusspfiff durch das Rudolf-Harbig-Stadion. Die Stimmung beim Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden kippt. «Ich werde immer Verständnis für die Reaktion der Fans haben. Das sage ich nicht einfach so. Ich weiß, was Dynamo für sie bedeutet und weiß auch, wie es ihnen geht», sagte Trainer Cristian Fiel nach der 0:2-Niederlage gegen Hannover 96 am Samstag.

Der Kredit bei den Fans scheint aufgebraucht. Nach zwei Jahren Überlebenskampf im Bundesliga-Unterhaus sollte es beim ostdeutschen Traditionsclub in dieser Spielzeit endlich wieder bergauf gehen. Doch mit nur zwei Siegen und drei Remis bei bereits vier Niederlagen heißt die Tendenz nach neun Spieltagen erneut Abstiegskampf. «Das eine ist die Reaktion der Fans und das andere ist, was in meinem Kopf ist und die Arbeit mit den Jungs betrifft. So lang ich die machen darf, gib ich das Beste. Alles andere muss man dann sehen», sagte Fiel.

Zwei Wochen hat Dynamos Coach nun Zeit, um seine Schützlinge wieder in die Spur zu bekommen. Die Länderspielpause kommt Fiel allerdings nicht gelegen. «Selbstvertrauen holst du dir nur über die Spiele. Wenn du gut trainierst, und das tun sie, aber keine Spiele gewinnst, dann wird dein Selbstvertrauen nicht steigen», bemängelt der Coach.

Eventuell bietet das für Donnerstag angesetzte Testspiel beim Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Union Berlin Momente, um Selbstvertrauen und Sicherheit in das eigene Spiel zu bekommen. Doch mit einem Schnitt von zwei Toren pro Spiel kassiert Dynamo deutlich zu viele Gegentreffer. «Mal zu Null zu spielen wäre brutal wichtig», sagt auch Jannis Nikolaou.

Einmal war das Dynamo in dieser Spielzeit bisher gelungen. Doch beim 0:0 in Darmstadt fehlte dafür die Offensiv-Power. Nicht selten fehlen die Ideen im Spiel nach vorn. Das Dresdner Spiel wirkt im letzten Drittel teilweise zu statisch, gegnerische Mannschaften werden nur selten überrascht. Es fehlen der letzte Tick, die letzte Idee und der letzte Pass in die Tiefe.

Auffällig ist auch: Nur einmal traf Dynamo bisher in der ersten halben Stunde einer Partie ins gegnerische Tor. Überhaupt gelangen der Fiel-Elf nur drei Treffer in den ersten 45 Minuten. Sieben weitere im zweiten Durchgang, wenn Dresden häufig bereits zurückliegt und sich herankämpfen muss.

Dass dies bereits zweimal in dieser Spielzeit gelang, spricht für den Kampfgeist der Mannschaft. «Vielleicht muss man sich auch mal mit den Fans aussprechen und deren Sichtweise sehen, bzw. sie unsere. Vielleicht wird sowas in den kommenden beiden Wochen stattfinden. Der harte Kern weiß, dass mit uns zu reden ist und dann werden wir das zusammen in positive Bahnen lenken, so dass wir auch eine erfolgreiche Zukunft haben», erklärte Patrick Ebert.

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