Mehr Konstanz, mehr Tore - Bertram will sich steigern

Der FC Erzgebirge Aue will morgen Abend beim FC Ingolstadt den ersten Sieg der Saison einfahren. An die letzte Auswärtsreise zu den Fuggerstädtern erinnert sich FCE-Stürmer Sören Bertram besonders gern zurück.

Aue.

"Es war ein weiter Weg zur Riesenerlösung", erinnert sich Sören Bertram an sein erstes Tor für den FC Erzgebirge Aue. Anfang September vergangenen Jahres schoss der Stürmer das zwischenzeitliche 2:0 beim 2:1-Sieg der Veilchen beim FC Ingolstadt. "Dima Nazarov schickt Pascal Köpke auf die Reise und ich laufe zentral die komplette gegnerische Hälfte nebenher. Währenddessen dachte ich noch: Wenn er den querpasst, darfst du den nicht vermasseln. Ich habe den Ball auch mehr reingezwungen als ordentlich geschossen. Es war aber nicht nur ein weiter Weg auf dem Feld, sondern auch ein weiter Weg nach meiner Verletzung zum ersten Tor."

Im Sommer 2016 wechselte Bertram ins Lößnitztal, musste aber beim Zweitligisten noch einen Kreuzbandriss auskurieren, den er sich in der vorangegangenen Spielzeit bei Drittligist Hallescher FC zugezogen hatte. Zum Saisonstart 2017 war er wieder fit und meldete sich beim FCI nach langer Leidenszeit mit seinem Tor zurück. Morgen (18.30 Uhr) geht es für den 27-Jährigen mit den Veilchen erneut nach Ingolstadt. "Vergangenes Jahr waren die Vorzeichen ähnlich. Damals war es das erste Spiel nach der Länderspielpause im Spätsommer, diesmal ist es die letzte Partie davor. Ingolstadt steht derzeit auch genauso unter Druck wie damals", sagte der Blondschopf. Die Bayern haben nach drei Spieltagen in der 2. Fußball-Bundesliga einen Zähler auf dem Konto - genauso wie der FC Erzgebirge. "Sie haben aber den höheren Etat und höhere Ambitionen als wir. Ingolstadt hat sich den Saisonstart sicher ganz anders vorgestellt", merkt Bertram an.

Trotz der niedrigeren Ziele sind die Auer mit nur einem Punkt aus drei Partien nicht zufrieden. Dass man auswärts gegen den aktuellen Tabellenführer 1. FC Köln und die punktgleich auf Rang zwei stehenden Unioner in Berlin verlor, drückt weniger auf die Stimmung als das 0:0 zu Hause gegen Aufsteiger Magdeburg. "Das war das Negativerlebnis. Damit konnten wir nicht zufrieden sein", sagt Bertram. Gegen Magdeburg wurde sein Treffer fälschlicherweise wegen einer Abseitsposition nicht anerkannt. Doch auch ohne Torerfolg hinterließ er aus der Auer Offensivabteilung noch den besten Eindruck.

Dennoch weiß das Nordlicht, in welchem Bereich er sich verbessern muss: "Das Ziel ist, konstant Tore zuschießen." Das gelang ihm im FCE-Trikot noch nicht. Nach dem Debüttor von Ingolstadt trug er sich im September 2017 drei weitere Male in die Torschützenliste ein. Es folgte eine Flaute, bis er im Rückspiel der Relegation mit einem Dreierpack gegen den Karlsruher SC den Klassenerhalt sicherte.

Gemeinsam mit Sturmpartner Pascal Testroet ist er zweifelsfrei der Hoffnungsträger. Die beiden Angreifer verstehen sich gut, kennen sich lange. "Paco und ich waren im Nachwuchs Gegner: er bei Werder Bremen und ich beim Hamburger SV. Auch im Jungendbereich sind das hitzige Derbys", sagt Bertram lachend. "In der U-20-Nationalmannschaft standen wir aber auch gemeinsam auf dem Feld."

Laut Bertram funktioniere das Zusammenspiel der beiden Offensivkräfte drei Wochen nach der Verpflichtung Testroets immer besser. "Wir müssen aber die Konter noch besser ausspielen. Beim 2:1 vergangenes Jahr in Ingolstadt fielen mein und Pascal Köpkes Treffer auf diese Weise", so Bertram. Es brauche noch etwas Zeit, um sich auf die Laufwege so einzustellen, wie es mit Köpke vor dessen Abgang zu Bundesligist Hertha BSC klappte.

Noch treffsicherer als mit Köpke war Bertram mit Ingolstadts Profi Osayamen Osawe. Der Uelzener bildete mit dem Nigerianer beim Halleschen FC ein Sturmduo, das in zwei Spielzeiten gemeinsam auf 28 Treffer und 27 Vorlagen in der Dritten Liga kam. "Ab und zu schreiben wir uns Nachrichten. Wir hatten eine richtig gute Zeit zusammen in Halle. Wenn er spielt, müssen wir aufpassen, weil er unglaublich schnell ist", warnt der FCE-Profi.

Welcher Sturmpartner der beste für ihn ist: Osawe, Köpke oder Testroet? "Alle drei sind ganz verschiedene Spielertypen", antwortet Bertram diplomatisch. "Yamen kommt über seine Geschwindigkeit, Pasi ist ebenfalls schnell und hat einen guten Riecher, Paco ist eher der Zenrumsstürmer. Ich sage es einmal so: Mit Yamen und Pasi hatte ich eine sehr erfolgreiche Zeit. Ich hoffe, dass es mit Paco in dieser Saison ähnlich gut läuft." Die Auswärtspartie im Ingolstädter Audi-Sportpark kommt da für Bertram gerade recht: "Ich spiele lieber in Stadien, in denen ich schon getroffen habe. Wenn ich gegen Ingolstadt wieder ein Tor mache, wäre das supergeil."

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