Neu-Veilchen Käuper mag Meyers Fußballphilosophie

Wenn man schon einmal in der Bundesliga gespielt hat, will man da wieder hin. Wie der Bremer Ole Käuper, der nun dafür den Umweg über Aue nimmt. Dem FC Erzgebirge kann er im Kampf um den Klassenerhalt helfen.

Aue.

Er will immer den Ball, haut sich voll rein. Ole Käuper geht keinem Zweikampf aus dem Weg. Ab und an rächt sich das: Für seine erst 22 Jahre hat der gebürtige Bremer schon eine umfangreiche Verletzungshistorie - die Schulter war lädiert, ein Fuß, ein Sprunggelenk. Anfang 2017 musste er sich am Fuß operieren lassen, fiel fast ein halbes Jahr aus. Gerade hatte er sich zurückgekämpft, da gab es im ersten Match den erneuten Rückschlag: Beim Pokalspiel, das Werder Ende August beim Regionalligisten Wormatia Worms mit 6:1 gewann, wurde Käuper in der 65. Minute eingewechselt. Zehn Minuten später humpelte er vom Platz, ein Bänderriss im Fuß bedeutete die nächsten drei Monate Pause. Deswegen ist der wichtigste Wunsch des Blondschopfs für seine Zeit im Erzgebirge: "Ich will gesund bleiben."

Bremens Trainer Florian Kohfeldt hält viel vom Mittelfeldtalent, dass von der U 15 bis zur U 20 alle deutschen Nachwuchsauswahlmannschaften durchlief. Und weil Kohfeldt und Aues Coach Daniel Meyer einen ganz guten Draht spinnen, kam nun in der Winterpause die Chance für den FCE, Käuper zu angeln. Der 1,87 Meter große Schlaks kommt auf Leihbasis ins Erzgebirge, der Vertrag läuft bis Sommer 2020, wobei es eine Klausel gibt, dass die Hanseaten Käuper in jeder Transferperiode zurückholen können, insofern Bedarf besteht.

Im Kader des FCE klaffte bislang für die Zentrale hinter dem starken Trio Jan Hochscheidt, Clemens Fandrich und Philipp Riese eine Lücke. Die sollen Rückkehrer Louis Samson und Käuper nun schließen. "Ich habe nicht nur einen, sondern zwei starke Füße, kann ordentliche Pässe spielen und auch Kopfbälle", beschreibt der junge Mann seine Stärken und ergänzt: "Ich bin immer auf der Jagd nach dem Ball, ein Schönspieler bin ich nicht." Bremens zweite Mannschaft führte er als Kapitän, insgesamt 57 Partien in der 3. Liga und nach dem Abstieg im vergangenen Sommer noch drei in der Regionalliga stehen in der Statistik.

Dass er noch viel lernen muss, weiß er. Dass er sich womöglich erst einmal hinten anstellen muss, auch. "Die Testspiele waren ganz gut, mit meiner Leistung im Match gegen Jena war ich trotz des schwierigen Untergrunds ganz zufrieden. Aber das letzte Spiel vor der Winterpause hat die Mannschaft mit 3:0 gewonnen. Es würde mich nicht wundern, wenn der Trainer im Vergleich zu dieser Partie nicht allzu viel ändert."

Zum ersten Mal in seinem Leben ist Ole Käuper weg von daheim, bei den Veilchen wurde er gut aufgenommen, fühlt sich trotzdem im Erzgebirge noch ein bisschen fremd: "Nicht wegen der Kälte; Bremen ist ja auch nicht für Superwetter bekannt. Aber ich kenne hier noch so gar niemanden. Da ist es gut, dass der Trainer und die älteren Spieler mir ein bisschen Orientierung geben. Es ist alles ein bisschen kleiner hier, aber es gefällt mir gut." Noch wohnt er im Hotel, die Wohnungssuche läuft. "Ich will mich weiterentwickeln, hier den nächsten Schritt in meiner Karriere machen. Dafür muss ich fleißig arbeiten und mir einen Platz im Team erkämpfen", beschreibt Käuper seine eigenen Erwartungen an die kommenden Monate. Dass der Klassenerhalt das übergeordnete Ziel für alle ist, versteht sich von selbst.

Was dem Neuzugang gefällt, ist die Spielphilosophie des FCE-Trainers: "Die ist ähnlich der von Florian Kohfeldt: kreativer Fußball, selten lange Bälle. Das mag ich." Ein Bundesligaspiel hat Ole Käuper für Werder - im Dezember 2017 bei der 0:1-Niederlage in Leverkusen - bislang absolviert, viele weitere sind sein Traum. Dafür will er sich nun eine Etage tiefer im Veilchen-Trikot empfehlen. Ob er damit schon am Dienstagabend in Magdeburg anfangen darf, ist eine noch offene Frage.

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