Sahin beim FC St. Pauli vom Spielbetrieb freigestellt

Hamburg (dpa) - Der FC St. Pauli wird den türkischen Fußball-Profi Cenk Sahin nicht mehr einsetzen.

«Nach erneuten Gesprächen zwischen den Verantwortlichen des Vereins und dem Spieler wird Cenk Sahin vom Trainings- und Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung freigestellt. Zur Entscheidungsfindung trugen vor allem die wiederholte Missachtung der Werte des Vereins sowie der Schutz des Spielers bei», teilte der Zweitligist mit. Sahin hatte am 11. Oktober bei Instagram die Syrien-Offensive der Türkei begrüßt und seine Solidarität bekundet.

Der Vertrag mit dem 25 Jahre alten Mittelfeldspieler soll zunächst seine Gültigkeit behalten. Die Hamburger erteilen Sahin, der mit einer Ablösesumme in Höhe von 1,3 Millionen Euro der zweitteuerste Profi der Vereinsgeschichte ist, eine Trainings- und Gastspielerlaubnis. Damit darf er sich in seiner türkischen Heimat, wo er sich derzeit aufhält, einem anderen Verein anschließen. Ein Transfer ist jedoch erst im Winter möglich.

Sahin hatte in seinem Post geschrieben: «Wir sind an der Seite unseres heldenhaften Militärs und der Armeen. Unsere Gebete sind mit euch!», hieß es in seinem Post. Daraufhin hatten die Fans des FC St. Pauli den Verein aufgefordert, sich sofort vom Spieler zu trennen.

Nach zahlreichen Gesprächen «mit Fans, Mitgliedern und Freund*innen, deren Wurzeln in der Türkei liegen» sei der Vereinsführung bewusst geworden, «dass wir differenzierte Wahrnehmungen und Haltungen aus anderen Kulturkreisen nicht bis ins Detail beurteilen können und sollten», heißt es in der Mitteilung. «Ohne jegliche Diskussion und ohne jeglichen Zweifel lehnen wir dagegen kriegerische Handlungen ab. Diese und deren Solidarisierung widersprechen grundsätzlich den Werten des Vereins.»

Bewertung des Artikels: Ø 2.5 Sterne bei 2 Bewertungen
1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 8
    0
    fp112
    14.10.2019

    So klar hätte der DFB bei Özil reagieren müssen, bzw auch die Fifa zur WM auf die Auftritte der Schweizer Spieler albanischer Herkunft gegen Serbien.
    Nach solchen Statements gibt es nur diesen klaren Weg.
    Wer sich gegen anerkannte Werte der Verfassung und des friedlichen Zusammenlebens stellt, dem muss klar gezeigt werden, dass dieses Verhalten jenseits aller Toleranzgrenzen ist.
    Danke Sankt Pauli



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