Streit um 50+1-Regel: Hannover 96 und Kind einigen sich

Hannover (dpa) - Bei Hannover 96 haben der eingetragene Verein und die ausgegliederte Profifußball-Gesellschaft ihren Streit um den Umgang mit der 50+1-Regel nun auch offiziell beigelegt.

Die Hannover 96 GmbH & Co. KGaA bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht des «Sportbuzzers» und lud für den späten Nachmittag (17.00 Uhr) zu einer Pressekonferenz, unter anderem mit dem Mehrheitsgesellschafter Martin Kind und dem Vereinsvorsitzenden Sebastian Kramer, ein.

Kernpunkt der Einigung ist, dass die 50+1-Regel bei Hannover 96 weiterhin gilt, der Einfluss des Muttervereins auf die Profifußball-Gesellschaft aber trotzdem begrenzt wird. Eigentlich soll die nur in Deutschland gültige 50+1-Regel sicherstellen, dass Vereine auch dann die Entscheidungsgewalt über ihre Profiabteilungen behalten, wenn sie diese in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert haben. Beim Bundesliga-Absteiger sollen der Hannover 96 e.V. und die Kapitalseite um Martin Kind in Zukunft aber ein gleichwertiges Mitspracherecht bei der Besetzung der Profi-Geschäftsführung haben.

Nach übereinstimmenden Berichten von «Sportbuzzer» und «bild.de» hat die Deutsche Fußball Liga dieser Regelung bereits zugestimmt. Nach Angaben der 96er wurde bereits am Freitag ein «Hannover-96-Vertrag» unterschrieben, der «eine erfolgreiche Entwicklung des Amateur- und Leistungssports bei Hannover 96 fördern und die Wettbewerbsfähigkeit des Profifußballs auch für die Zukunft sichern» soll.

Dass der Mutterverein diesem Vertrag zustimmte, hat den Medienberichten zufolge einen einfachen Grund: Danach retten die vier Gesellschafter des Profifußballbereichs den e.V. mit einer Spende von sechs Millionen Euro vor der Insolvenz. Kind hatte zunächst seit 2017 versucht, eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel zu erhalten und den Profifußballbereich auf diesem Weg zu übernehmen. Den entsprechenden Antrag zog er jedoch im Juli endgültig zurück. Der Hannover 96 e.V. wird seit einer Mitgliederversammlung im März von Kind-Gegnern geführt, was beide Seiten zu dieser Einigung zwang.

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