Trotz Führung: Dresden geht im Derby in Aue mit 1:4 unter

Ausgerechnet gegen Dynamo Dresden hat Erzgebirge Aue im 450. Zweitligaspiel seinen 100. Heimsieg gefeiert. Dimitrij Nazarov und der Ex-Dresdner Pascal Testroet waren die Matchwinner. Überschattet wurde der Auer Derbysieg von einem Todesfall.

Aue (dpa) - Die Freude über den 4:1 (3:1)-Sieg über Dynamo Dresden wurde wenige Stunden später von einer traurigen Nachricht überschattet: Ein 49 Jahre alter Fan des Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue, der kurz vor dem Spielende im Erzgebirgsstadion bewusstlos zusammengebrochen war und reanimiert werden musste, starb später im Krankenhaus. Das bestätigte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. «Unser starker Derbysieg rückt jetzt in den Hintergrund. Wir sind voller Trauer und wünschen der Familie viel Kraft», teilte der FC Erzgebirge am Sonntagabend auf Twitter mit.

Damit rückte der sportliche Erfolg der Veilchen, die sich nach dem achten Spieltag mit 14 Punkten in der Spitzengruppe festgesetzt haben, in den Hintergrund. Moussa Koné hatte die Gäste vor 15 500 Zuschauern in der 18. Minute in Führung gebracht, Dimitrij Nazarov (27./Foulelfmeter, 39.) und Pascal Testroet (45.+2, 71.) drehten mit ihren Toren anschließend die Partie. Dynamo bleibt nach der dritten Niederlage mit neun Zählern im hinteren Tabellenmittelfeld hängen.

«Wir sind schwer ins Spiel gekommen, haben uns aber dann gefangen und auch in der Höhe verdient gewonnen. Es war ein Derby, wie man es sich wünscht», sagte Nazarov unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Zu diesem Zeitpunkt wusste der zweifache Torschütze noch nichts von dem tragischen Zwischenfall. Schon nach 40 Sekunden hatte Baris Atik die Führung für die Gäste auf dem Fuß. Nach einem Konter kam der Mittelfeldmann zum Abschluss, scheiterte mit seinem Schuss aber an FCE-Torhüter Martin Männel.

Die Partie blieb unterhaltsam, ein sehenswerter Angriff brachte Dynamo in der 18. Minute die Führung. Luka Stor lief in die linke Strafraumhälfte und hatte dort das Auge für Koné, der den Ball aus kürzester Entfernung nur über die Linie drücken musste. Die Auer zeigten sich davon wenig beeindruckt und drängten auf den schnellen Ausgleich. Nachdem Linus Wahlqvist im Strafraum gegen Jan Hochscheidt das Bein stehen ließ, entschied Schiedsrichter Robert Hartmann auf Elfmeter. Nazarov ließ sich die Chance nicht nehmen und traf mit einem platzierten Schuss in die rechte Ecke zum 1:1.

«Das tut weh, ohne Frage. Bis zum Ausgleich machen wir ein richtiges gutes Auswärtsspiel. Dann lassen wir uns aus dem Konzept bringen und verteidigen es zu schlecht», sagte Dynamo-Verteidiger Chris Löwe: «Das Entscheidende ist jetzt, wie wir reagieren. Im Erfolg kann man immer zusammenstehen. Wenn es nicht läuft, muss man zeigen, ob man eine Mannschaft ist.»

Der Treffer gab den Erzgebirgern mehr Sicherheit und sorgte vor allem beim Torschützen für Selbstvertrauen. Mit einem herrlichen Schlenzer aus 18 Metern sorgte Nazarov, der zuvor allerdings von einer unfreiwilligen Kopfballvorlage von Dynamo-Verteidiger Florian Ballas profitierte, für die Auer Führung. Und es sollte aus Sicht der Gastgeber noch besser kommen. Testroet köpfte in der Nachspielzeit nach einer Ecke zum 3:1-Pausenstand ein.

Dynamo investierte nach dem Seitenwechsel viel, um zum Anschlusstreffer zu kommen. In der 61. Minute lag der Ball auch im Auer Tor, doch Schiedsrichter Hartmann verweigerte dem Treffer nach Ansicht der TV-Bilder die Anerkennung. Männel soll vorher zu hart von Dynamo-Kapitän Marco Hartmann angegangen worden sein. Testroet sorgte in der 70. Minute mit einem platzierten Schuss ins kurze Eck für die Entscheidung.

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