Trotz Unterzahl: Dresden erkämpft sich Remis in Berlin

Tore blieben im 63. Aufeinandertreffen zwischen Union Berlin und Dynamo Dresden aus. Auch weil Dynamo eine Stunde lang in Unterzahl clever verteidigte, jedoch auch offensiv nicht stattfand.

Berlin (dpa) - Die SG Dynamo Dresden bleibt auch im dritten Ost-Duell in Serie ungeschlagen. Die Elf von Coach Maik Walpurgis kam aber wie schon gegen den 1. FC Magdeburg und FC Erzgebirge Aue am Sonntag gegen den 1. FC Union Berlin nicht über ein Remis hinaus. Nach hart umkämpften 94 Minuten stand es vor 22 012 Zuschauern im Stadion «An der Alten Försterei» 0:0, womit die Sachsen in der 2. Fußball-Bundesliga unter Walpurgis auswärts weiter ungeschlagen sind. Durch das dritte Remis der Saison verharren die Sachsen als Elfter vorerst weiter im Mittelfeld der Tabelle.

Dabei agierten die Gäste nach der Gelb-Roten Karte in der 33. Minute gegen Jannis Nikolaou eine Stunde in Unterzahl. «Das ist ein gewonnener Punkt. Was wir in Unterzahl abgeliefert haben, war sensationell», sagte Dresdens Aias Aosman. Der Platzverweis sei unnötig gewesen: «Das hat uns aber nicht aus dem Konzept gebracht, wir haben super verteidigt. Das war ein Riesending.»

In den vergangen fünf Partien zwischen beiden Kult-Clubs fielen insgesamt nur fünf Tore und auch das 63. Aufeinandertreffen in einem Ligaspiel war nichts für Fußball-Feinschmecker. Walpurgis nahm drei Veränderungen im Vergleich zum Remis gegen Aue vor, stellte unter anderem nach auskurierter Kniereizung Kapitän Marco Hartmann wieder in der Innenverteidigung auf. Für ihn musste etwas überraschend Dario Dumic weichen, außerdem rückten Patrick Ebert für Erich Berko und Linus Wahlqvist für Patrick Möschl zurück ins Team.

Der 45-jährige Walpurgis setzte somit vor allem auf Erfahrung. Denn er wusste, dass gegen die mit Abstand beste Defensive der 2. Liga viel Geduld von Nöten sein wird. Vor allem über Standardsituationen wollten die Sachsen zum Erfolg kommen, ließen aber die letzte Gefahr vermissen. Gefährlicher waren die Hausherren, hätten jeweils nach Eckbällen durch Florian Hübner (19.), Ken Reichel (10.) oder Christopher Trimmel (16.) in Führung gehen können. Dresdens Bemühungen fehlte häufig die letzte Konsequenz und wurden nach dem Platzverweis gegen Nikolaou erschwert.

Auch Berlins vermeintlicher Führungstreffer entstand aus einer Standardsituation aus halbrechter Position. Trimmel (42.) zirkelte den Ball an Freund und Feind vorbei ins Tor, doch der Treffer wurde aufgrund einer Abseitsposition von Hübner, der Dynamo-Keeper Markus Schubert irritierte, nicht gegeben.

Auch im zweiten Durchgang waren Strafraumaktionen Mangelware. Dynamo verteidigte in Unterzahl clever, fand aber mit einem Mann weniger auch offensiv nur selten statt. Sturmspitze Moussa Koné sah sich häufig allein gegen drei Gegner ausgesetzt und blieb wirkungslos.

So war es wiederum eine Standardsituation, die für etwas Torgefahr sorgte. Eberts Freistoß (62.) aus rund 25 Metern strich noch abgefälscht von der Mauer über die Latte. Zehn Minuten später schoss der Mittelfeldspieler aus ähnlicher Position knapp über das Tor.

Kurz vor Schluss hatte Dresden noch mehrfach Glück, als erst Grischa Prömels Schuss (84.) am Pfosten landete und Schubert den anschließenden Kopfball von Suleiman Abdullahi glänzend parierte, Dann scheiterte Akaki Gogia (92.) nach einem Eckball am Pfosten.

«Es war ein intensives, schwieriges Spiel. Union Berlin hat am Ende noch mal viel Druck gemacht. Wir haben es mit viel Leidenschaft, aber auch taktischem Geschick verteidigt. Dafür möchte ich der Mannschaft ein Kompliment machen», sagte Walpurgis.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...