Von den zehn Neuen beim FCE schauen sieben beim Fehlstart zu

Der FC Erzgebirge geht mit nur einem Zähler in die Länderspielpause. Bisher konnte nur ein Neuzugang überzeugen. Der Trainer geht davon aus, dass sich das noch ändern wird.

Ingolstadt/Aue.

Luke Hemmerich, Robert Herrmann, Emmanuel Iyoha, Florian Krüger, Tom Baumgart Filip Kusic und Maximilian Pronichev blieb die Heimfahrt im Bus nach dem 1:3 (1:1) des FC Erzgebirge beim FC Ingolstadt erspart. Die sieben Neuzugänge waren nämlich gar nicht erst mit zur Auswärtspartie am 4. Spieltag der 2. Fußball- Bundesliga gereist. Krüger, Kusic und Pronichev kamen bei den Auern noch gar nicht in den Genuss, bei dem Zweitligisten in den Kader berufen zu werden.

Beim 19 Jahre alten Stürmer Krüger liegt das an einer Verletzung, die er sich schon vor seinem Wechsel zuzog. Kusic und Pronichev scheinen derzeit nicht die Qualität zu haben, um den Veilchen zu helfen. Das gilt auch für Hemmerich, Iyoha und Baumgart - sie kamen nur zu Kurzeinsätzen. Herrmann hatte am ersten Spieltag beim 0:1 bei Union Berlin durchgespielt, musste danach aber zuschauen.

Von den Neuzugängen stellt derzeit einzig Pascal Testroet eine Verstärkung dar. Jan Hochscheidt zeigte seine Qualität in Ansätzen - der 30-Jährige baute aber während seiner Einsatzzeiten erschreckend schnell ab. Steve Breitkreuz lief nach überstandener Knieverletzung in Ingolstadt erstmals in dieser Saison auf.

Hätten die Veilchen sportlich Erfolg, würden die Etablierten bisher überzeugen, wäre dies kein Grund zur Sorge. Schließlich sind die sieben eingangs Genannten junge, unerfahrene Profis. Doch die Bilanz der Auer sieht dünn aus. Sie stehen nach vier Spieltagen mit nur einem Zähler da. Neben den Problemen in der Offensive kann man bei neun Gegentoren in den vergangenen drei Pflichtspielen inzwischen auch nicht mehr von einer stabilen Hintermannschaft sprechen. Wenn nur einer der Neuzugänge beim Tabellen-16. der Vorsaison zündet, sind Probleme nicht verwunderlich.

"Überraschend kommt dieser Start in die Saison nicht, ich hätte aber gern zwei Punkte mehr gehabt", meinte FCE-Präsident Helge Leonhardt am Freitagabend in Audi-Sportpark. "Der größte Fehler wäre, die Dinge zu zerreden. Ich muss die Mannschaft und das Trainerteam stärken", erklärte Leonhardt mit Blick auf die Länderspielpause in dieser Woche. "Wir müssen die Zeit nutzen, um miteinandern zu reden und nicht übereinander."

Thema sollen auch die Neuzugänge sein. "Darüber müssen wir in der Länderspielpause nachdenken. Das werden die Trainer sicherlich tun. Ich will nicht vorgreifen", sagte Leonhardt. Chefcoach Daniel Meyer erklärte: "Wir haben im Sommer den Weg mit jungen Spielern gewählt. Wir müssen sie heranführen Das wäre einfacher, wenn wir mehr Punkte hätten." Der 38-Jährige will das Testspiel am Freitag bei VfL Wolfsburg nutzen, um auch den Jungprofis Einsatzzeit zu geben. "Die Jungs werden besser, weil wir mit ihnen arbeiten. Das Ziel ist, über diese Entwicklung einen Kader zu bekommen, der auch in der Breite richtig Qualität hat", so Meyer.

Nach den bisherigen Partien stellt sich aber die Frage, ob die Qualität der ersten Elf ausreicht, um die Klasse zu halten. Das Auftaktproramm der Auer war mit den Auswärtspartien bei Aufstiegskandidaten - Berlin, Köln, Ingolstadt - schwierig. Es gab zudem unglückliche Schiedsrichterentscheidungen wie das fälschlicherweise aberkannte Tor von Sören Bertram gegen Magdeburg oder den übersehenen Ellbogenschlag gegen Fabian Kalig in Ingolstadt. Holt man aber nur Punkte gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf oder wenn über 90 Minuten alles glatt läuft, wird das nicht für den Klassenerhalt reichen. Das weiß man auch im Erzgebirge. "Wir müssen uns intensiv auf St. Pauli vorbereiten und in zwei Wochen punkten. Dann gibt es keine Ausreden", sagte Leonhardt.

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