Costa auf der Bühne, Samba auf der Platte: Regensburg Futsal-Meister

Der SSV Jahn Regensburg hat mit viel brasilianischem Feuer die Deutsche Futsal-Meisterschaft gegen den VfL Hohenstein-Ernstthal gewonnen. Als Fan saß Bayern-Profi Douglas Costa auf der Tribüne. Beide Mannschaften wollen nun Futsal populärer machen.

Zwickau. In der Zwickauer Stadthalle wurde nach Abpfiff Samba getanzt. Die Spieler des SSV Jahn Regensburg feierten ausgelassen die Deutsche Meisterschaft im Futsal. 7:4 hatten die Oberpfälzer den VfL Hohenstein-Ernstthal besiegt. Es war ein Duell der Gegensätze: das südamerikanische Regensburg gegen das osteuropäische Hohenstein-Ernstthal.

Futsal ist in Deutschland bei weitem noch nicht so populär wie in vielen anderen Ländern. In Süd- und Osteuropa, aber auch in Südamerika gibt es professionelle Strukturen. Einige deutsche Teams holen sich deshalb Unterstützung von ausländischen Spielern, so auch beide Mannschaften, die sich am Sonntag vor rund 800 Zuschauern im Finale gegenüberstanden.

Dass das Regensburger Team dabei fast nur aus brasilianischen Spielern besteht, hat einen besonderen Grund: Douglas Costa. Der Profi des FC Bayern München hat einen persönlichen Fitness-Trainer, den Brasilianer Lucas Silveira Kruel. Der wiederum lernte den Regensburger Futsal-Abteilungsleiter Oliver Vogel in Australien kennen. Als Kruel dann mit Costa nach München kam, gründete der Fitness-Trainer zusammen mit Vogel das Futsal-Team in Regensburg. Dort spielen nun viele Freunde von Costa. Der Bayern-Star selbst war als Fan ebenfalls nach Zwickau gekommen.

"Ich fühle mich sehr glücklich. Wir haben sehr hart dafür gearbeitet", jubelte Kruel. "Ich habe mein ganzes Leben Futsal gespielt. Als ich gemerkt habe, dass Futsal hier wächst, habe ich ein paar Freunde angerufen, die nun mit mir spielen", erzählte der Brasilianer freudestrahlend.

Futsal ist die von der FIFA anerkannte Variante des Hallenfußballs. Gespielt wird fünf gegen fünf, ohne Bande. Rollt der Ball ins Aus, muss er innerhalb von vier Sekunden wieder eingekickt werden. Dazu darf der Torwart pro Angriff nur einmal angespielt werden. Dadurch wird das Spiel insgesamt schneller und taktischer. Die einzelnen Spielzüge müssen genau sitzen, das Team sich blind verstehen. Geschossen wird auf ein Handballtor, das Spielgerät ist kleiner und hat weniger Luftdruck als der übliche Fußball. Dadurch wird er schwerer, was mehr Tricks und technische Raffinessen zulässt.

Seit geraumer Zeit fördert auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Futsal in Deutschland. Es gibt eben eine Deutsche Meisterschaft, die aber noch im K.O.-System ausgetragen wird. Im Oktober vergangenen Jahres absolvierte die Deutsche Futsal-Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel. Mit dabei war Christopher Wittig, Spieler des VfL Hohenstein-Ernstthal: "Futsal ist in der Gesellschaft noch nicht ganz so angekommen. Ich hoffe aber, dass es bergauf geht".

Die Sachsen wirkten nach der Final-Niederlage enttäuscht. Mannschaftskapitän Tim Zwingenberger sagte aber auch: "Für so einen kleinen Verein, für so eine kleine Stadt ist so ein Finale schon überragend". Zumal auch der zweite Platz der bislang größte Erfolg für die Mannschaft ist.

Beide Teams wollen den Schwung aus dem Finale mitnehmen, die neue Saison startet schon in wenigen Wochen. Langfristig sollen dabei auch mehr deutsche Talente gefördert werden, damit Futsal auch hierzulande populärer wird.

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