Frankenberger auf dem Sprung

Der SV Barkas tritt bei der Nachwuchsarbeit weiter aufs Gaspedal. Und der größte Fußballverein des Kreisverbandes hat neue Mitstreiter gefunden.

Frankenberg.

Die C-Junioren des SV Barkas Frankenberg haben es gar nicht erwarten können: Der Vorjahresdritte der Mittelsachsenliga, der in dieser Saison sein Debüt in der Landesklasse gibt, eröffnete das Rennen um die Landespokale im Nachwuchsbereich schon eine Woche vor meisten anderen Jugendteams in Sachsen - und das zudem sehr erfolgreich: Mit 3:1 besiegten die Barkas-Jungs am Sonntag in der Verlängerung den FSV Zwickau II und zogen in die nächste Runde ein.

Ein erstes Erfolgserlebnis in einer Spielzeit, in der die Frankenberger Kicker einiges vorhaben. Erstmals hat der SV Barkas drei Eisen im Feuer, wenn es ab 1. September wieder um Punkte in der Landesklasse geht. Nach den D-Junioren, die sich bei ihrer Premiere im Vorjahr als Achter sehr gut verkauften (nach der Hinrunde stand sogar Platz 5 zu Buche), rücken in der neuen Saison auch die B- und C-Junioren aus dem Hammertal nach oben. Damit steht der SV Barkas auf einer Stufe mit Germania Mittweida (drei Teams) und sogar vor dem BSC Freiberg (zwei), dem einstigen Aushängeschild in Sachen Nachwuchsfußball.

Im Landespokal ist der Verein sogar mit vier Teams vertreten. Nach den C-Junioren peilen am Wochenende auch die B-Junioren des SV Barkas (gegen SpG Hohenstein/Wüstenbrand), die D-Junioren (gegen Radebeul/Dynamo Dresden II) und die neue SpG Auerswalde/Franken- berg II, die den VfB Annaberg empfängt, die zweite Runde an.

"Mit Wacker Auerswalde haben wir nach langem Suchen einen Kooperationspartner gefunden, mit dem wir langfristig im Nachwuchsbereich zusammenarbeiten wollen", erklärt Danny Siegel. Der 41-Jährige, der auch Co-Trainer der Frankenberger D-Junioren ist, unterstützt künftig Jugendleiter Patrick Baumgart bei der Koordinierung der Nachwuchsarbeit des SV Barkas. 200 Kinder und Jugendliche trainieren und spielen bei den Frankenbergern - das sind zwei Drittel der Abteilung Fußball. "Wir können in der neuen Saison zehn Jugendteams ins Rennen schicken", so Baumgart.

2016/17 hatte Barkas, mit mehr als 300 Fußballern größter Verein im Kreisverband Mittelsachsen, erstmals wieder alle Altersklassen von den A- bisF-Junioren besetzen können. Nun kommt noch ein Team hinzu. Große Hoffnungen ruhen auf der B-Jugend. Das Team von Trainer Rico Hänig sicherte sich im Vorjahr ungeschlagen den Staffelsieg in der Mittelsachsenliga Nord (18Siege/ 107:7 Tore) und holte sich im Finale gegen den VfB Halsbrücke dann auch den Titel. Nach einem 7:0 im Hinspiel fiel das 3:4 im Rückspiel nicht mehr ins Gewicht.

"Die Jungs haben eine Supersaison gespielt", lobt Siegel. Als Belohnung warten nun Gegner wie Stahl Riesa, Döbelner SC, Germania Mittweida oder Großenhain. Die C-Junioren hatten zwar den Staffelsieg im Kreis knapp verpasst, schossen sich aber in den Aufstiegsspielen noch in die Landesklasse. "Wir haben im vergangenen Jahr wirklich viel erreicht", sagt Jugendleiter Baumgart.

Aber man dürfe jetzt natürlich nicht stehenbleiben. Das große Ziel im Frankenberger Hammertal heißt Bündelung von Talenten aus der Region. "Wir wollen eine Nachwuchsschmiede in Mittelsachsen werden", sagt Siegel. Als Vorbild nennt der Finanzbeamte den JFV (Juniorenförderverein) Elster-Röder.

Für dieses Ziel engagieren sich die Frankenberger auch neben dem Punktspielbetrieb. Die Mini-WM war erneut eine runde Sache, und mit dem städtischen Martin-Luther-Gymnasium wurde gerade eine Kooperation aufgebaut. Das Schulteam schaffte beim Bundeswettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" auf Anhieb den Sprung ins Regionalfinale. Der Schnuppertag für Kindergartenkinder finde künftig regelmäßig statt, kündigt Siegel an.

Mit anderen Vereinen, wie dem Hainichener FV, will Barkas enger zusammenarbeiten. Auch der Eubaer SV, Niederwiesa, Oederan und der SV Breitenau haben ihren Talenten auf dem Weg nach Frankenberg und damit in die Landesklasse keine Steine in den Weg gelegt. Nicht zuletzt sollen die Bande zum DFB-Stützpunkt in Mittweida enger werden. "Am Ende sollen möglichst viele Vereine der Region von der intensiven Arbeit mit Talenten profitieren", hoffen die beiden Frankenberger Jugend-Verantwortlichen.

Trotz des kontinuierlichen Aufschwungs hält man bei Barkas den Ball flach. Man hat sich kleine, aber erreichbare Ziele gesteckt, betont Patrick Baumgart. Für das Barkas-Trio in der Landesklasse heißt das Nichtabstieg: "Wir werden kleine Brötchen backen", sagt Danny Siegel. "Aber die sollen gut schmecken."

Sorgenkind ist der Männerbereich. Nach dem Abstieg aus der Landesklasse (6Siege/20 Niederlagen) ist die Personaldecke dünn, so Jugendleiter Baumgart, der zum Kader der ersten Mannschaft gehört. Das gleiche gilt für die zweite Vertretung in der Kreisklasse. Doch auch bei den Barkas-Männern zeigt der Trend schon wieder nach oben: Nach dem 1:0 zum Auftakt der Mittelsachsenliga bei Mittweida II gab es gegen Brand-Erbisdorf (1:0) gleich das nächste Erfolgserlebnis.

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