HSG lässt einen Punkt liegen

Die Freiberger Oberliga-Handballer haben sich vom HBV Jena 28:28 getrennt. Dabei schien der Sieg schon fast sicher.

Freiberg.

Der 13. Spieltag der mitteldeutschen Handball-Oberliga ist am Sonnabend in Freiberg von einer großen Gesundheitskasse präsentiert worden. Allerdings könnte es sein, dass die Kollegen dieser Institution in den kommenden Tagen ein erhöhtes Arbeitspensum erledigen müssen. Denn der Freiberger Handball kränkelt. So fehlen aktuell unter anderem Nico Werner wegen einer Lungenentzündung und Björn Richter wegen eines Außenbandrisses. Martin Schettler und Martin Rom sind angeschlagen, können aber auf der Platte stehen. Dazu kommen nach dem Rückzug des Hauptsponsors Beschwerden finanzieller Art. Und schließlich könnte es sein, dass der Verlauf des jüngsten Heimspiels bei dem einen oder anderen Zuschauer kardiologische Episoden oder psychische Auffälligkeiten hervorriefen: Der Endstand von 28:28 (15:14) verursachte nur bei den Gästen vom HBV Jena gesunde Freude, während die Hausherren der HSG die Punkteteilung erst noch mental verarbeiten müssen.

Immerhin dürfte der aktuelle Tabellenstand keine Sorgen bereiten. Mit 13:13 Zählern belegen die Mittelsachsen den 6. Tabellenplatz. "Bei uns hat vor allem die Abwehr nicht funktioniert. Es ist nicht gelungen, das schnelle Angriffsspiel der Jenaer zu unterbinden", sagte Freibergs Co-Trainer Uwe Lange, der die Personalsituation nicht zum Thema machen wollte. Dabei war insbesondere der Ex-Freiberger Kevin Elsässer ein ständiger Unruheherd und markierte insgesamt fünf Tore für den Tabellenletzten aus der thüringischen Universitätsstadt.

Dennoch schien es, als würden die Freiberger allen Widrigkeiten zum Trotz das Geschehen klar beherrschen. In der 19. Minute versenkte Felix Kempe das Spielgerät zum 12:8 im gegnerischen Kasten. Doch anschließend sah es so aus, als hätten die HSG-Akteure vergessen, ihre Nikolauspräsente zeitig genug aus den Sportschuhen zu holen. Sie wirkten unsicher in ihren Bewegungen, kassierten den 12:12-Ausgleich und mussten es sich sogar gefallen lassen, dass Jena kurz vor der Pausenhupe 14:13 in Front zog.

Mitte des zweiten Durchgangs lagen die Gäste sogar 23:20 vorn. "Wir haben einfach zu viele Möglichkeiten liegen lassen. Hätten wir unsere Chancen genutzt, wäre es nicht so eine Zitterpartie geworden", sagte HSG-Manager Stefan Lange. Dabei erwies sich ein weiterer Ex-Freiberger, der nun in Jenaer Diensten steht, als Fels in der Brandung. Torwart Damian Kowalczyk wehrte mehrere schwere Bälle ab. "Er hat das Duell gegen unsere Torleute gewonnen", nannte Co-Trainer Uwe Lange einen weiteren Grund, warum es nicht mit einem Sieg der Gastgeber klappte.

Allerdings schwang in der 58. Minute Hoffnung auf einen Triumph durch die Ernst-Grube-Halle, als Felix Lehmann mit einem frechen Rückhandwurf vom Kreis das 28:27 markierte. Danach bestand für Freiberg die Möglichkeit, den Sack zuzubinden. Doch statt den Angriff geduldig auszuspielen, folgte der Ballverlust, der Sekunden vor Ultimo mit dem Ausgleich bestraft wurde. "Für mich ist es ein verlorener Punkt", ärgerte sich Eric Neumann. "Wir haben zu viele einfache Gegentore kassiert." Vorn sah es nicht so schlecht aus, "aber wir haben phasenweise zu langsam gespielt", so der HSG-Kapitän, sechsmal traf.

StatistikHSG Freiberg: Renzing, Hensel; Lehmann (2), Wolf (2), Schettler ( 2), Neumann (6), Kempe (11/5), Matschos (2), Rabe, Harvan (1), Gelnar (1), Rom (1) Siebenmeter: HSG 5/5, HBV 4/3 - Strafminuten: HSG 8, HBV 14 - Zuschauer: 600

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...